Testsieger ist Anifit mit 4,6 von 5 Punkten: bis zu 99% Fleisch, vollständig offene Deklaration mit Einzelprozentangaben, Produktion in Schweden. Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet MjAMjAM mit 4,5 Punkten bei deutlich niedrigerem Kilopreis. Thrive überzeugt mit 90% Hühnerfleisch als günstigere Premium-Alternative (4/5). Wer günstig füttern will, greift zu Animonda Carny (3,5/5). Felix, Whiskas, Gourmet und Sheba fallen mit 2 bis 2,5 Punkten durch.
Ich habe achtunddreißig Marken über mehrere Monate mit meinen beiden Katzen getestet: Milo (10 Jahre, Europäisch Kurzhaar, sehr wählerisch) und Polly (4 Jahre, BKH, frisst quasi alles). Die Spanne reicht von 3 EUR bis 20 EUR pro Kilo. Die Qualitätsunterschiede sind enorm.
So habe ich getestet
Jede Marke habe ich mindestens drei Wochen lang gefüttert, jeweils in zwei bis vier Sorten. Milo ist der bessere Testkandidat: Was er frisst, frisst jede Katze. Was er stehen lässt, hat ein echtes Problem.
Fünf Kriterien fließen in die Bewertung ein, jeweils mit 1 bis 5 Punkten:
- Fleischanteil: Wie hoch ist der tatsächliche Anteil an Muskelfleisch und hochwertigen tierischen Zutaten? Nebenerzeugnisse und unklare Angaben wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" werden abgewertet. Ich schaue mir die Zutatenliste genau an und gleiche die Angaben mit den analytischen Bestandteilen ab. Ein Rohproteingehalt über 10% bei gleichzeitig hohem deklariertem Fleischanteil ist ein gutes Zeichen.
- Deklaration: Offene Deklaration (alle Zutaten einzeln aufgelistet mit Prozentangaben) gibt die volle Punktzahl. Geschlossene Deklaration ("Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse 4%") ist ein Ausschlusskriterium für gute Bewertungen. Die Deklarationsart sagt viel über die Transparenz eines Herstellers aus.
- Zusammensetzung: Kein Zucker, kein Getreide, keine künstlichen Farb- oder Konservierungsstoffe. Taurin und Mineralstoffe sollten zugesetzt sein. Lachsöl oder andere Omega-3-Quellen sind ein Pluspunkt.
- Akzeptanz: Wird das Futter gefressen? Begeistert oder nur notgedrungen? Getestet mit zwei sehr unterschiedlichen Katzen. Milo ist der ehrlichere Indikator: Er riecht am Futter und dreht sich weg, wenn die Qualität nicht stimmt. Polly frisst nahezu alles und hilft vor allem bei der Verträglichkeitsbewertung.
- Preis-Leistung: Was bekommt man für sein Geld? Ein teures Futter mit Top-Qualität kann besser abschneiden als ein günstiges mit mittelmäßiger Zusammensetzung. Ich berechne den Kilopreis über verschiedene Dosengrößen und Bezugsquellen.
Die Gesamtnote ist der Durchschnitt aller fünf Kriterien mit gleicher Gewichtung. Jedes Kriterium wird auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Die vollständige Methodik findest du auf der Seite Testkriterien. Wie der praktische Testprozess abläuft, beschreibe ich unter So testen wir.
Die Ergebnisse im Überblick
| Marke | Fleischanteil | Bewertung | Kilopreis | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Anifit | 93-99% | 4,6/5 | 17-20 EUR | Testsieger, schwedische Produktion |
| MjAMjAM | 80-96% | 4,5/5 | 8-12 EUR | Preis-Leistungs-Sieger |
| Thrive | ca. 90% | 4,0/5 | 18-25 EUR | Britische Premium-Linie, minimale Zutaten |
| Leonardo | 70-90% | 4,0/5 | 10-14 EUR | Gute Sortenvielfalt |
| Feringa | 70-80% | 4,0/5 | 8-12 EUR | Zooplus-Eigenmarke, starkes Preis-Leistung |
| Catz Finefood | 70-85% | 4,0/5 | 12-16 EUR | Monoprotein-Sorten bei Allergien |
| Applaws | ca. 80% | 3,5/5 | 18-25 EUR | Nur Ergänzungsfutter, nicht vollständig |
| MAC's | 70-80% | 3,5/5 | 7-10 EUR | Solides Mittelfeldprodukt |
| Animonda Carny | 60-70% | 3,5/5 | 5-8 EUR | Budget-Tipp |
| Strayz | 65-70% | 3,5/5 | 10-14 EUR | Bio-Qualität, Tierschutz |
| GranataPet | 72% | 3,5/5 | 7-14 EUR | Granatapfelkerne, deutsche Produktion |
| Wildes Land | 68-70% | 3,5/5 | 8-13 EUR | Bei DM und Fressnapf erhältlich |
| Dehner Best Nature | 60-70% | 3,5/5 | 6-10 EUR | Dehner-Eigenmarke, offene Deklaration |
| Bozita | 60-70% | 3,5/5 | 4-7 EUR | Schwedische Produktion, Tetra-Packs |
| Miamor | 65% | 3,0/5 | 7-13 EUR | Feine Beute solide, Ragout Royale schwächer |
| Sanabelle | 60-70% | 3,5/5 | 10-14 EUR | All Meat Linie überzeugt |
| Select Gold | 70-72% | 3,5/5 | 5-10 EUR | Fressnapf-Eigenmarke, gutes Preis-Leistung |
| Edgard & Cooper | 64-70% | 3,5/5 | 15-20 EUR | Nachhaltige Verpackung, B-Corp |
| Kattovit | 30-50% | 3,0/5 | 10-12 EUR | Diätfutter bei Erkrankungen |
| Schmusy | 50-65% | 3,0/5 | 7-11 EUR | Nature-Linie solide, Ragout schwächer |
| Almo Nature | 55-75% | 3,0/5 | 12-18 EUR | HFC Lebensmittelqualität, oft nur Ergänzungsfutter |
| Concept for Life | 50-65% | 3,0/5 | 6-9 EUR | Zooplus-Eigenmarke, breit aufgestellt |
| Premiere | 55-65% | 3,0/5 | 3-6 EUR | Fressnapf-Eigenmarke, sehr günstig |
| Cosma | 60-75% | 3,0/5 | 10-16 EUR | Zooplus-Marke, meist nur Ergänzungsfutter |
| Josera | 60-70% | 3,0/5 | 12-16 EUR | Trockenfutter-Spezialist, Nassfutter solide |
| Real Nature | 60-75% | 3,5/5 | 6-9 EUR | Fressnapf-Eigenmarke, Wilderness-Linie gut |
| Happy Cat | 30-50% | 2,5/5 | 5-10 EUR | Geschlossene Deklaration, viel Marketing |
| Wellness CORE | 35-50% | 2,5/5 | 15-22 EUR | US-Premium-Marke, überteuert für die Qualität |
| Purina Pro Plan | ca. 8-20% | 2,5/5 | 10-14 EUR | Tierarzt-Marketing, niedrige Fleischqualität |
| IAMS | 14-26% | 2,5/5 | 8-12 EUR | Naturally-Linie etwas besser, Standard schwach |
| Vitakraft | 45-60% | 2,5/5 | 7-12 EUR | Poésie-Linie akzeptabel, Rest unterdurchschnittlich |
| Sheba | ca. 4% | 2,5/5 | 5-8 EUR | Hohe Akzeptanz, schlechte Zusammensetzung |
| Royal Canin | unklar | 2,5/5 | 10-18 EUR | Tierarzt-Marke, geschlossene Deklaration |
| Purina ONE | ca. 4% | 2,5/5 | 5-8 EUR | Stark beworbenes Mittelklasse-Futter |
| Gourmet | ca. 4% | 2,0/5 | 4-6 EUR | Nicht empfehlenswert |
| Kitekat | ca. 4% | 2,0/5 | 3-4 EUR | Mars-Marke, Whiskas-Niveau |
| Felix | ca. 4% | 2,0/5 | 3-5 EUR | Nicht empfehlenswert |
| Whiskas | ca. 4% | 2,0/5 | 3-5 EUR | Nicht empfehlenswert |
Die Tabelle zeigt den Kilopreis als Spanne, weil er je nach Sorte und Dosengröße variiert. Alle Preise basieren auf regulären Verkaufspreisen ohne Rabattaktionen (Stand: März 2026).
Testsieger: Anifit (4,6/5)
Anifit liefert das mit Abstand transparenteste Futter im Test. Bis zu 99% Fleischanteil, offene Deklaration mit exakten Prozentangaben, keine Füllstoffe. Die Produktion in Schweden unterliegt strengeren Vorschriften als in Deutschland, unter anderem beim Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung.
Milo hat jede Sorte sofort akzeptiert. Bei keiner anderen Marke war das der Fall.
Der Haken: Der Kilopreis von 17 bis 20 EUR ist der höchste im Vergleich. Dazu kommt, dass Anifit nicht im Einzelhandel erhältlich ist, sondern nur über den eigenen Online-Shop. Wer bestellt, kann den Rabattcode JETZT10 verwenden und spart 10% auf die Erstbestellung.
Bei einer 4 kg schweren Katze fallen monatlich etwa 108 bis 135 EUR an. Das ist dreimal so viel wie bei MjAMjAM. Trotz des hohen Preises: Die Futterqualität ist im Test unerreicht. Wer bereit ist, mehr auszugeben, bekommt hier die beste Zusammensetzung. Die schwedischen Tierhaltungsstandards, der konsequente Verzicht auf künstliche Zusätze und die Transparenz bei der Deklaration heben Anifit von allen anderen Marken ab.
Den vollständigen Anifit Katzenfutter Test findest du im Einzelbericht.
Preis-Leistungs-Sieger: MjAMjAM (4,5/5)
MjAMjAM liegt knapp hinter Anifit, und zwar bei etwa dem halben Kilopreis. Bis zu 96% Fleischanteil, offene Deklaration, getreidefrei, zuckerfrei. Das Futter gibt es bei Fressnapf, Amazon und in vielen Online-Shops.
Die große Sortenauswahl ist ein Vorteil bei wählerischen Katzen. Milo hat zwei von fünf getesteten Sorten verweigert, aber die anderen drei begeistert gefressen. Polly hatte mit keiner Sorte ein Problem. Besonders die Sorten mit Huhn und Lachs kamen bei beiden gut an.
Beim Kilopreis von 8 bis 12 EUR liegt MjAMjAM im Mittelfeld, bei der Qualität aber ganz oben. Für die meisten Katzenhalter ist MjAMjAM die beste Wahl, wenn Qualität und Preis gleichzeitig stimmen sollen.
Mehr dazu im MjAMjAM Katzenfutter Test.
Budget-Tipp: Animonda Carny (3,5/5)
Animonda Carny ist das beste Futter, das man im Supermarkt bekommt. Der Fleischanteil liegt bei 60 bis 70%, die Deklaration ist teilweise offen. Kein Zucker, kein Getreide. Für einen Kilopreis von 5 bis 8 EUR ist das fair.
Die Zusammensetzung ist nicht perfekt. Der Anteil an Nebenerzeugnissen wie Lunge und Leber ist höher als bei den Premium-Marken. Aber alles ist deklariert, nichts versteckt. Das unterscheidet Carny fundamental von Felix oder Whiskas.
Milo und Polly haben alle getesteten Sorten gefressen. Nicht mit der gleichen Begeisterung wie Anifit, aber ohne Probleme.
Wer ein solides Nassfutter zum kleinen Preis sucht, findet mit Carny eine gute Basis. Für Mehrkatzen-Haushalte mit begrenztem Budget ist Carny die Marke, die ich am ehesten empfehlen kann. Den vollständigen Bericht gibt es im Animonda Carny Test.
Nachhaltiger Tipp: Strayz (3,5/5)
Strayz ist die einzige Marke im Test mit Bio-Zertifizierung. Dazu fließt ein Teil des Erlöses in Tierschutzprojekte für Straßenkatzen. Das Konzept ist sympathisch und die Qualität solide: 65 bis 70% Fleischanteil, offene Deklaration, getreidefrei.
Die Zusammensetzung reicht nicht ganz an MjAMjAM oder Anifit heran. Der Fleischanteil ist niedriger, der Kilopreis mit 10 bis 14 EUR vergleichsweise hoch. Wer aber Wert auf Bio-Qualität und Tierschutz legt, bekommt hier ein Futter mit gutem Gewissen und akzeptabler Rezeptur.
Milo war bei Strayz zurückhaltend, Polly hat alle Sorten ohne Probleme akzeptiert. Die Konsistenz ist etwas fester als bei anderen Marken, was nicht jeder Katze gefällt.
Alle Details im Strayz Katzenfutter Test.
Premium-Alternative: Thrive (4,0/5)
Thrive kommt aus Großbritannien und arbeitet mit einem radikalen Minimalismus-Prinzip: Die Dose enthält Huhn (90%), Wasser und Tapiokastärke. Das war es. Keine Aromen, keine Konservierungsstoffe, kein Getreide. Die Zutatenliste ist kürzer als bei fast jeder anderen Marke.
Das Nassfutter von Thrive ist teuer. 18 bis 25 EUR pro Kilo ist mehr als bei MjAMjAM und näher an Anifit. Dafür bekommt man eine Rezeptur, die so nah wie möglich an dem ist, was eine Katze in der Natur fressen würde.
Milo hat Thrive direkt akzeptiert. Für eine Katze, die bei anderen Premium-Marken manchmal wählerisch ist, spricht das für die Qualität. Den vollständigen Thrive Katzenfutter Test findest du im Einzelbericht.
Solides Mittelfeld: GranataPet, Wildes Land, Bozita, Miamor
GranataPet (3,5/5) setzt auf 72% Fleischanteil und wirbt mit Granatapfelkernen als natürlichem Antioxidans. Die Deklaration ist offen, die Zutaten benannt. Was fehlt: eine Aufschlüsselung der einzelnen Fleischsorten innerhalb der 72%. Bei einem Kilopreis von 7 bis 14 EUR je nach Dosengröße ein faires Angebot. Beide Katzen haben GranataPet gut akzeptiert. Mehr im GranataPet Test.
Wildes Land (3,5/5) gibt es bei DM und Fressnapf, was die Verfügbarkeit einfach macht. Die PUR-Linie enthält 70% Fleisch, ist getreidefrei und zuckerfrei. Eine Bio-Linie existiert mit 76% Fleischanteil. Der Brühanteil von knapp 28% drückt den effektiven Nährstoffgehalt. Für den Kilopreis von 8 bis 13 EUR eine solide Wahl, die nicht an die Top-Marken heranreicht, aber deutlich über den Supermarkt-Produkten liegt. Wildes Land Test.
Bozita (3,5/5) kommt aus Schweden und bietet mit den Tetra Recart Packs eine günstige Option. Bei nur 4 bis 5 EUR pro Kilo in den 370g-Packs ist das Preis-Leistungs-Verhältnis stark. Die Deklaration in der Tetra-Linie ist offen, bei den 85g-Pouches dagegen geschlossen. Wer Bozita kauft, sollte zu den Tetra-Packs greifen. Bozita Test.
Miamor (3,0/5) hat mit der Feine-Beute-Linie ein ordentliches Produkt: 65% Fleisch, offene Deklaration, solide analytische Werte. Das Problem ist die Markenbreite. Ragout Royale und Pastete arbeiten mit geschlossener Deklaration und deutlich niedrigerem Fleischanteil. Wer Miamor kauft, sollte gezielt zur Feine-Beute-Linie greifen. Miamor Test.
Kattovit (3,0/5) ist ein Sonderfall: Diätfutter für Katzen mit Nierenproblemen, Diabetes oder Magen-Darm-Erkrankungen. Der niedrigere Fleischanteil ist medizinisch bedingt und kein Qualitätsmangel. Für gesunde Katzen gibt es bessere Optionen, für kranke Katzen ist Kattovit eine sinnvolle und deutlich günstigere Alternative zu Royal Canin Veterinary. Kattovit Test.
Eigenmarken im Test: Real Nature, Concept for Life, Schmusy
Real Nature (3,5/5) ist die Eigenmarke von Fressnapf. Die Wilderness-Linie überzeugt mit 65-75% Fleischanteil, offener Deklaration und Getreidefreiheit. Die Classic-Linie fällt qualitativ ab, mit teils geschlossener Deklaration und niedrigerem Fleischanteil. Wer Real Nature kauft, sollte gezielt zur Wilderness-Reihe greifen. Bei 6-9 EUR pro Kilo ein faires Angebot. Nur bei Fressnapf erhältlich. Real Nature Test.
Concept for Life (3,0/5) kommt von zooplus und deckt mit Indoor, Sterilised, Beauty und Sensitive viele Bedarfsprofile ab. Der Fleischanteil von 50-65% liegt unter dem der besseren Eigenmarken. Dafür stimmt der Preis: 6-9 EUR pro Kilo. Die Deklaration ist teilweise offen, teilweise vage bei den genauen Prozentangaben. Wer bei zooplus bestellt und ein günstiges Alltagsfutter sucht, kann Concept for Life als Basis nehmen. Concept for Life Test.
Schmusy (3,0/5) von Finnern aus Zeven ist in vielen Supermärkten erhältlich. Die Nature-Linie mit 55-65% Fleisch und offener Deklaration ist brauchbar. Das Ragout-Sortiment arbeitet mit geschlossener Deklaration und mehr Füllstoffen. Ähnliches Muster wie bei Miamor: Die bessere Linie ist empfehlenswert, der Rest nicht. Schmusy Test.
Mittelfeld mit Einschränkungen: Applaws und Josera
Applaws hat sehr hohe Fleischanteile und eine übersichtliche Zutatenliste. Das Problem: Die meisten Applaws-Produkte sind als Ergänzungsfutter deklariert, nicht als Alleinfuttermittel. Eine Katze, die ausschließlich Applaws frisst, ist langfristig nicht vollständig versorgt. Als Ergänzung zu einem Alleinfuttermittel oder als Topping kann Applaws Sinn machen, aber nicht als alleinige Futterquelle. Den vollen Test gibt es im Applaws Katzenfutter Test.
Josera ist primär ein Trockenfutterhersteller. Das Nassfutter-Sortiment ist deutlich kleiner und in der Zusammensetzung solide, aber nicht herausragend. Wer bereits Josera-Trockenfutter füttert und das Angebot ergänzen will, findet hier eine passende Option. Als eigenständige Nassfutter-Empfehlung gibt es bessere Alternativen. Mehr im Josera Katzenfutter Test.
Nicht empfehlenswert: Felix, Whiskas, Kitekat, Gourmet, Sheba, IAMS, Vitakraft, Purina ONE, Purina Pro Plan, Royal Canin
Diese zehn Marken teilen ein grundlegendes Problem: Die Zusammensetzung genügt nicht dem, was Katzen als obligate Karnivoren brauchen. Die Unterschiede zwischen ihnen sind graduell.
Felix und Whiskas (je 2/5): Der deklarierte Fleischanteil liegt bei etwa 4%. Die Zutatenliste beginnt mit "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse", ohne Aufschlüsselung. Zucker, Getreide und künstliche Farbstoffe sind enthalten. Beide nutzen geschlossene Deklaration: Der Hersteller muss nicht angeben, welche tierischen Bestandteile konkret verarbeitet werden.
Gourmet (2/5): Die Perle-Linie von Purina ist optisch ansprechend, inhaltlich aber auf dem gleichen Niveau wie Felix. Geschlossene Deklaration, niedriger Fleischanteil, Getreide. Die auffällige Verpackung täuscht über die Futterqualität hinweg. Alle Details im Gourmet Katzenfutter Test.
Sheba (2,5/5): Sheba schneidet etwas besser ab als Felix, weil einzelne Sorten etwas mehr Fleisch enthalten. Die Deklaration bleibt aber weitgehend intransparent. Hohe Akzeptanz bei Katzen durch Geschmacksverstärker und Aromen. Kein Qualitätsmerkmal. Details im Sheba Katzenfutter Test.
Kitekat (2/5): Die vierte Mars-Marke im Test. Preislich am unteren Ende mit 3-4 EUR pro Kilo, qualitativ auf dem gleichen Niveau wie Whiskas und Felix. Ca. 4% deklarierter Fleischanteil, geschlossene Deklaration, Getreide als Füller. Kitekat gibt es als günstige Multipacks im Supermarkt. Milo hat es geschafft, ein paar Bissen zu fressen. Polly hat die Soße abgeleckt und den Rest stehen lassen. Kitekat Test.
Purina ONE (2,5/5): Purina ONE wird stark vermarktet mit Begriffen wie "wissenschaftlich entwickelt" und "von Tierärzten empfohlen". In der Zutatenliste findet man dennoch geschlossene Deklaration und niedrige Fleischanteile. Der Preis liegt im Supermarkt-Segment, die Qualität auch. Der Purina ONE Test zeigt die Details.
IAMS (2,5/5): IAMS Delights enthält 14-26% Fleisch, dazu Getreide und geschlossene Deklaration. Die Naturally-Linie ist etwas besser, aber nicht gut genug, um den Preis von 8-12 EUR/kg zu rechtfertigen. Für den gleichen Preis gibt es mit Select Gold oder Real Nature deutlich mehr Fleisch. IAMS Test.
Vitakraft (2,5/5): Die Poésie-Délice-Linie von Vitakraft hat mit 45-60% Fleisch noch die beste Zusammensetzung im Sortiment. Das Standard-Nassfutter liegt aber deutlich darunter. Vitakraft ist primär als Snack-Hersteller (Cat Sticks) bekannt, das Nassfutter-Sortiment überzeugt nicht. Vitakraft Test.
Purina Pro Plan (2,5/5): Purina Pro Plan positioniert sich als Premium-Linie über Purina ONE. Höherer Preis (10-14 EUR/kg), aber die Zusammensetzung rechtfertigt das nicht. Der deklarierte Fleischanteil liegt bei 8-20% je nach Sorte. Weizengluten und tierische Nebenerzeugnisse dominieren. Die Nutrisavour-Pouches sind inhaltlich näher an Felix als an MjAMjAM. Purina Pro Plan Test.
Royal Canin (2,5/5): Royal Canin ist die Standard-Empfehlung vieler Tierarztpraxen. Das liegt an der langen Präsenz in der veterinärmedizinischen Ausbildung, nicht an überlegener Zusammensetzung. Die reguläre Linie hat einen unklaren Fleischanteil und geschlossene Deklaration. Die spezifischen Diätfutter (Niereninsuffizienz, Diabetes) haben ihre Berechtigung bei medizinischen Indikationen. Für gesunde Katzen ohne spezifische Erkrankung gibt es bessere Optionen. Mehr im Royal Canin Test.
Milo hat alle sechs Marken nach dem ersten Schnuppern weitgehend ignoriert. Polly frisst alles, aber nach zwei Wochen Felix zeigte sie weicheren Kot als gewöhnlich. Nach der Umstellung auf MjAMjAM normalisierte sich die Verdauung innerhalb weniger Tage. Futter mit hohem Fleischanteil sättigt besser und wird effizienter verwertet.
Worauf ich beim Katzenfutter achte
Vier Kriterien entscheiden darüber, ob ein Nassfutter empfehlenswert ist oder nicht.
Fleischanteil über 60%. Katzen sind obligate Karnivoren. Ihr Verdauungssystem ist auf tierisches Protein ausgelegt, nicht auf Getreide oder pflanzliche Proteine. Ein Futter mit 4% Fleisch und 96% Füllstoffen wird dem nicht gerecht. Gute Nassfutter liegen bei 65% aufwärts, Premium-Produkte bei 80% und mehr.
Offene Deklaration. Wenn auf der Dose nur "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" steht, weiß man nicht, was die Katze frisst. Eine offene Deklaration listet jede Zutat einzeln auf, idealerweise mit Prozentangabe. Das ist in Deutschland nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber ein Qualitätsmerkmal. Hersteller, die nichts zu verbergen haben, deklarieren offen.
Kein Zucker und kein Getreide. Zucker hat in Katzenfutter nichts verloren. Er dient nur dazu, die Farbe des Futters zu verändern (Karamellisierung). Katzen schmecken keine Süße. Getreide ist als Kohlenhydratquelle für Katzen unnötig und kann Allergien auslösen.
Preis ist sekundär. Ein Futter für 5 EUR pro Kilo kann besser sein als eines für 15 EUR. Entscheidend ist die Zusammensetzung, nicht das Marketing. Trotzdem gilt: Hochwertiges Fleisch kostet Geld. Unter 5 EUR pro Kilo ist eine gute Zusammensetzung schwer zu realisieren.
Wer sich unsicher ist, welches Futter zur eigenen Katze passt, findet im Futter-Finder eine Empfehlung basierend auf Alter, Rasse und Vorlieben. Die Unterschiede zwischen Nassfutter und Trockenfutter sind ebenfalls relevant bei der Entscheidung.
FAQ
Welches Katzenfutter empfehlen Tierärzte?
Tierärzte empfehlen häufig Royal Canin oder Hill's, weil diese Marken in der veterinärmedizinischen Ausbildung präsent sind und spezielle Diätfutter anbieten. Für gesunde Katzen ohne medizinische Einschränkungen gibt es bessere Optionen. In meinem Test schneiden Anifit und MjAMjAM in der Zusammensetzung deutlich besser ab als die gängigen Tierarztmarken. Bei konkreten Erkrankungen (Niereninsuffizienz, Diabetes, Allergien) ist ein veterinärmedizinisches Diätfutter aber die richtige Wahl.
Was kostet gutes Katzenfutter im Monat?
Eine durchschnittliche Katze (4 kg Körpergewicht) frisst etwa 200 bis 250g Nassfutter pro Tag. Bei MjAMjAM (Kilopreis ca. 10 EUR) sind das 60 bis 75 EUR pro Monat. Bei Animonda Carny (Kilopreis ca. 6 EUR) etwa 36 bis 45 EUR. Bei Anifit (Kilopreis ca. 18 EUR) rund 108 bis 135 EUR. Die Kosten lassen sich durch größere Dosen und Sparpakete reduzieren.
Nassfutter oder Trockenfutter?
Nassfutter ist für Katzen die bessere Wahl. Es enthält 75 bis 80% Feuchtigkeit und unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme. Katzen trinken von Natur aus wenig und sind auf Feuchtigkeit im Futter angewiesen. Trockenfutter enthält nur 8 bis 10% Feuchtigkeit und kann bei dauerhafter alleiniger Fütterung zu Nierenproblemen beitragen. Einen ausführlichen Vergleich gibt es im Artikel Nassfutter vs. Trockenfutter.
Ist teures Futter wirklich besser?
Nicht automatisch. Aber gute Zutaten kosten Geld. Ein Nassfutter mit 95% Muskelfleisch kann nicht für 3 EUR pro Kilo produziert werden. Der Kilopreis allein sagt aber nichts aus. Entscheidend ist das Verhältnis von Preis zu Zusammensetzung. MjAMjAM zeigt, dass Premium-Qualität auch für 10 EUR pro Kilo möglich ist. Umgekehrt gibt es teure Marken, die ihren Preis nicht rechtfertigen. Immer die Zutatenliste lesen, nicht den Preis.
Wie oft sollte man die Futtermarke wechseln?
Ein regelmäßiger Wechsel zwischen zwei bis drei hochwertigen Marken ist sinnvoll. Er verhindert einseitige Nährstoffversorgung und beugt Futtermittelunverträglichkeiten vor. Ich wechsle bei Milo und Polly alle zwei bis drei Wochen zwischen Anifit und MjAMjAM, gelegentlich mit Catz Finefood als dritte Option. Wichtig beim Wechsel: Neues Futter über drei bis vier Tage einschleichen, nicht von heute auf morgen umstellen. Mehr zur Fütterung allgemein gibt es im Artikel Katze: Wie oft füttern?.



