Zum Inhalt springen

Whiskas Katzenfutter im Test: Lohnt sich der Klassiker?

Whiskas ist das bekannteste Katzenfutter Deutschlands. Aber wie gut ist es wirklich? Deklarationsanalyse und Praxistest.

Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis nichts. Mehr Infos

Whiskas Katzenfutter Pouches mit Nassfutter auf einem Teller
Testergebnis nach 5 KriterienMethodik ansehen
Zusammensetzung
Zutatenqualität, keine Zusatzstoffe, kein Zucker
Befriedigend
Fleischanteil
Anteil tierischer Proteine, Fleischqualität
Befriedigend
Deklaration
Transparenz und Vollständigkeit der Angaben
Befriedigend
Akzeptanz
Praxistest mit Milo und Polly
Ausgezeichnet
Preis-Leistung
Preis im Verhältnis zur gebotenen Qualität
Gut
Unabhängig getestet · 4 Wochen Praxistest
2/5Befriedigend

Direkt bestellen

Affiliate-Link. Wir erhalten eine kleine Provision.

Jetzt kaufen →

Whiskas ist die bekannteste Katzenfuttermarke in Deutschland. Das lila Branding kennt jeder, der schon mal an einem Supermarktregal vorbeigelaufen ist. Die Akzeptanz bei Katzen ist hoch, der Preis niedrig. Trotzdem fällt Whiskas in meiner Bewertung mit 2 von 5 Punkten durch. Der Grund: vage Deklaration, niedriger Fleischanteil, Zucker und Getreidefüllstoffe. Es ist kein gefährliches Futter, aber ernährungsphysiologisch weit entfernt von dem, was eine Katze braucht.

Ich habe vier Wochen lang verschiedene Whiskas-Produkte mit Milo und Polly getestet und die Zusammensetzung im Detail analysiert.

Auf einen Blick

  • Hersteller: Mars Inc. (USA), einer der größten Tierfutterkonzerne weltweit
  • Fleischanteil: Nicht bezifferbar (Deklaration nennt nur "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, davon min. 4% Rind")
  • Getreide: Ja
  • Zucker: Ja
  • Künstliche Zusatzstoffe: Ja (Farbstoffe, Konservierungsstoffe je nach Produkt)
  • Deklaration: Geschlossen, mit Sammelbezeichnungen
  • Preis: ca. 3-5 EUR/kg
  • Bezugsquellen: Jeder Supermarkt, Discounter, Drogerie

Wer steckt hinter Whiskas?

Whiskas gehört zu Mars Incorporated, dem gleichen Konzern hinter Pedigree, Sheba, Kitekat und Royal Canin. Mars ist einer der weltweit größten Tierfutterhersteller mit einem geschätzten Jahresumsatz von über 20 Milliarden USD im Segment Tiernahrung. Das Unternehmen produziert für den Massenmarkt und optimiert primär auf drei Faktoren: niedrige Produktionskosten, hohe Akzeptanz und lange Haltbarkeit. Ernährungsqualität steht nicht an erster Stelle, was sich in der Zusammensetzung widerspiegelt.

Zusammensetzung und Deklaration

Die Deklaration von Whiskas ist das größte Problem. Mars nutzt sogenannte geschlossene Deklarationen mit Sammelbezeichnungen. Was das konkret heißt, zeige ich am Beispiel "Whiskas 1+ mit Rind in Sauce":

Zutaten: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon min. 4% Rind), Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Mineralstoffe, Zucker.

Vier Punkte fallen sofort auf.

Erstens: "min. 4% Rind". Die Sorte heißt "mit Rind", enthält aber garantiert nur 4% davon. Der Rest der Kategorie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" kann alles sein: Lunge, Euter, Sehnen, Karkassen. Was genau und in welchem Verhältnis, bleibt unklar. Der tatsächliche Gesamtfleischanteil lässt sich aus dieser Deklaration nicht ablesen, liegt aber erfahrungsgemäß deutlich unter 30%.

Zweitens: Getreide. Katzen sind obligate Karnivoren. Ihr Verdauungstrakt ist auf tierisches Protein ausgelegt, nicht auf Weizen oder Mais. Getreide dient hier als günstiger Füllstoff, der das Volumen erhöht, ohne die Produktionskosten nennenswert zu steigern.

Drittens: Zucker. Mars setzt mehreren Whiskas-Produkten Zucker zu. Die offizielle Begründung ist die Karamellisierung für eine ansprechende Farbe. Katzen können "süß" geschmacklich nicht wahrnehmen, der Zucker hat also keinen Akzeptanz-Vorteil. Was er hat: ein Suchtpotenzial über den Blutzuckerspiegel und langfristig ein erhöhtes Risiko für Diabetes und Zahnprobleme.

Viertens: pflanzliche Nebenerzeugnisse. Eine weitere Sammelbezeichnung, die alles von Rübenschnitzeln bis Sojaextrakt umfassen kann. Keine Transparenz, keine Möglichkeit zur Bewertung.

Analytische Bestandteile (1+ mit Rind in Sauce)

WertAngabe
Rohprotein7,5%
Rohfett4,5%
Rohasche2,5%
Rohfaser0,3%
Feuchtigkeit82%

Umgerechnet auf die Trockenmasse ergibt sich ein Proteingehalt von rund 42% und ein Fettanteil von 25%. Das klingt zunächst akzeptabel. Aber: Ein Teil dieses Proteins stammt aus pflanzlichen Quellen (Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse). Pflanzliches Protein ist für Katzen biologisch weniger verwertbar als tierisches. Der tatsächliche Anteil verwertbaren tierischen Proteins liegt also niedriger, als die Rohprotein-Angabe vermuten lässt.

Ist Whiskas gut oder schlecht?

Whiskas ist nicht giftig, nicht akut gesundheitsschädlich und erfüllt die Mindestanforderungen der FEDIAF-Richtlinien für Alleinfuttermittel. Eine Katze wird von Whiskas nicht krank. Zumindest nicht kurzfristig.

Langfristig sehe ich drei Risiken. Der hohe Getreideanteil kann bei prädisponierten Katzen zu Übergewicht beitragen. Der zugesetzte Zucker erhöht das Diabetesrisiko, besonders bei Wohnungskatzen mit wenig Bewegung. Und die vage Deklaration macht es unmöglich, Allergieauslöser zu identifizieren, falls eine Katze Unverträglichkeiten entwickelt.

Im Vergleich zu hochwertigem Nassfutter mit 60-90% deklariertem Fleischanteil, ohne Getreide und ohne Zucker, ist Whiskas qualitativ in einer anderen Liga. Es ist Fastfood. Es schmeckt (den Katzen), es macht satt, aber es ernährt nicht optimal.

Praxistest mit Milo und Polly

Milo (10, EKH, wählerisch, empfindlicher Magen)

Milo hat Whiskas akzeptiert, was mich überrascht hat. Normalerweise lehnt er Supermarkt-Futter ab. Die hohe Schmackhaftigkeit durch Geschmacksverstärker und Aromen wirkt offenbar auch bei ihm. Die Sauce-Varianten hat er bevorzugt, die Gelee-Varianten ignoriert.

Allerdings hatte Milo in der zweiten Testwoche weicheren Stuhl als üblich. Nicht Durchfall, aber deutlich weniger geformt als bei seinem normalen Futter. Nach dem Wechsel zurück zu seinem gewohnten Nassfutter hat sich das innerhalb von drei Tagen normalisiert. Für Katzen mit empfindlicher Verdauung ist Whiskas nicht ideal.

Polly (4, BKH, frisst alles, auf Diät bei 5,2 kg)

Polly war begeistert. Sie hat jede Whiskas-Sorte komplett aufgefressen und nach mehr verlangt. Genau hier liegt das Problem für Katzen auf Diät: Die Sättigungswirkung von Whiskas ist gering. Der hohe Feuchtigkeitsgehalt (82%) bei gleichzeitig niedrigem Proteingehalt bedeutet, dass eine Katze mehr fressen muss, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Bei Pollys Diät kontraproduktiv.

Die Akzeptanz von 4,5 von 5 Punkten ist der einzige Bereich, in dem Whiskas wirklich überzeugt. Katzen lieben den Geschmack. Das sagt allerdings mehr über die Rezeptur-Optimierung von Mars als über die Futterqualität.

Whiskas vs. hochwertige Alternativen

KriteriumWhiskasAnimonda Carny
Fleischanteilunklar (min. 4% Hauptsorte)60-70% (offen deklariert)
GetreideJaNein
ZuckerJaNein
DeklarationGeschlossenOffen
Kilopreis3-5 EUR7-10 EUR

Animonda Carny kostet etwa das Doppelte. Dafür bekommt man offene Deklaration, keinen Zucker, kein Getreide und einen nachvollziehbaren Fleischanteil. Wer nach Katzenfutter mit hohem Fleischanteil sucht, wird bei Whiskas nicht fündig.

Auch preislich relativiert sich der Unterschied: Weil Whiskas weniger sättigt, braucht eine Katze tendenziell mehr davon. Der tatsächliche Preisunterschied pro Tag ist geringer als der Kilopreis vermuten lässt.

Für welche Katzen eignet sich Whiskas?

Ehrlich gesagt: Ich empfehle Whiskas nicht als Hauptfutter. Als gelegentlicher Snack oder Übergangslösung, wenn das gewohnte Futter nicht verfügbar ist, schadet es nicht. Für die tägliche Ernährung gibt es in jeder Preisklasse bessere Optionen.

Wer ein Supermarkt-Futter mit besserer Zusammensetzung sucht, sollte sich Animonda Carny ansehen. Die Marke ist in vielen Supermärkten und bei Fressnapf erhältlich und bietet deutlich mehr Transparenz bei der Deklaration. Einen ausführlichen Vergleich findest du im Animonda Carny Test.

Für eine individuelle Empfehlung basierend auf Budget und Bedürfnissen deiner Katze hilft dir unser Futter-Finder.

Häufige Fragen

Ist Whiskas schädlich für Katzen?

Whiskas ist nicht akut schädlich und erfüllt die gesetzlichen Mindestanforderungen an Alleinfuttermittel. Langfristig können der zugesetzte Zucker und der hohe Getreideanteil bei empfindlichen Katzen zu Problemen beitragen, etwa Übergewicht, Zahnstein oder Verdauungsbeschwerden. Es ist kein gefährliches Futter, aber ernährungsphysiologisch gibt es deutlich bessere Optionen.

Warum mögen Katzen Whiskas so gerne?

Mars optimiert die Rezeptur gezielt auf Schmackhaftigkeit. Geschmacksverstärker, Aromen und die spezifische Textur der Sauce machen Whiskas für viele Katzen unwiderstehlich. Hohe Akzeptanz ist kein Qualitätsmerkmal. Katzen bevorzugen instinktiv fett- und proteinreiche Nahrung, und die Aromatisierung simuliert genau das.

Warum ist Zucker im Whiskas Katzenfutter?

Mars gibt an, dass Zucker bei der Herstellung für die Karamellisierung genutzt wird, also für die braune Farbe des Futters. Katzen besitzen keine Geschmacksrezeptoren für "süß" und profitieren nicht von Zucker. Ernährungsphysiologisch ist Zucker im Katzenfutter überflüssig und bei dauerhafter Fütterung potenziell problematisch (Diabetes, Zahngesundheit).

Welche Alternativen zu Whiskas gibt es im Supermarkt?

Animonda Carny ist die beste Supermarkt-Alternative mit offener Deklaration, ohne Getreide und ohne Zucker. Select Gold (Fressnapf-Eigenmarke) bietet ebenfalls eine transparentere Zusammensetzung als Whiskas. Beide Marken kosten mehr pro Kilo, liefern aber deutlich mehr verwertbare Nährstoffe pro Portion.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

5 Fragen, 1 Minute. Wir empfehlen dir das passende Futter basierend auf Alter, Gewicht und Lebensweise.