Erwachsene Katzen sollten 2 bis 3 Mahlzeiten pro Tag bekommen, verteilt auf feste Uhrzeiten. Die Tagesration für eine 4 kg schwere Katze liegt bei 200 bis 300 g Nassfutter. Kittens brauchen häufigere, kleinere Portionen, Senioren ebenfalls.
Die Kurzantwort: Wie oft sollte eine Katze fressen?
Drei Mahlzeiten am Tag sind für die meisten erwachsenen Katzen ideal. Das entspricht dem natürlichen Fressverhalten: Katzen sind keine Einmal-am-Tag-Fresser wie Schlangen und keine Dauerfresser wie Kühe. In freier Wildbahn jagen sie 8 bis 12 kleine Beutetiere pro Tag. Drei bis vier feste Mahlzeiten kommen diesem Rhythmus am nächsten.
Zwei Mahlzeiten funktionieren auch, führen aber häufiger zu Betteln und Ungeduld zwischen den Fütterungen. Eine einzige Mahlzeit am Tag ist zu wenig: Der Magen einer Katze ist klein (etwa 30 ml Fassungsvermögen pro Kilogramm Körpergewicht), und eine große Portion belastet die Verdauung unnötig.
Fütterung nach Alter
Kitten (bis 6 Monate): 4 bis 5 kleine Mahlzeiten
Kitten wachsen schnell und haben einen hohen Energiebedarf. Ihr Magen ist noch klein und kann nur kleine Mengen aufnehmen. Vier bis fünf Mahlzeiten am Tag sind in den ersten sechs Monaten sinnvoll. Die Portionsgröße steigt mit dem Alter:
- 8 bis 12 Wochen: 4 bis 5 Mahlzeiten, je 20 bis 30 g Nassfutter
- 3 bis 6 Monate: 4 Mahlzeiten, je 40 bis 60 g Nassfutter
- 6 bis 12 Monate: 3 Mahlzeiten, Portionsgröße an das aktuelle Gewicht anpassen
Ab dem 6. Monat kann die Fütterung schrittweise auf drei Mahlzeiten reduziert werden. Kitten sollten hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil bekommen. Gerade in der Wachstumsphase zählt die Qualität des Futters mehr als bei ausgewachsenen Tieren.
Erwachsene Katzen (1 bis 10 Jahre): 2 bis 3 Mahlzeiten
Drei Mahlzeiten sind optimal. Zwei funktionieren, wenn die Abstände nicht länger als 12 Stunden sind. Längere Nüchternphasen können bei empfindlichen Katzen zu Erbrechen von Gallenflüssigkeit führen (der typische gelbe Schaum morgens auf dem Teppich).
Die Fütterungszeiten sollten möglichst gleichbleibend sein. Katzen sind Gewohnheitstiere und stellen sich auf feste Zeiten ein. Ein Abstand von 5 bis 7 Stunden zwischen den Mahlzeiten ist ideal.
Senioren (ab 10 Jahre): 3 bis 4 kleinere Mahlzeiten
Ältere Katzen verdauen langsamer. Ihr Stoffwechsel verändert sich, die Nieren arbeiten weniger effizient. Drei bis vier kleinere Mahlzeiten entlasten das Verdauungssystem und sorgen für eine gleichmäßigere Nährstoffaufnahme.
Milo ist 10 und seit seinem letzten Geburtstag bekommt er vier Mahlzeiten statt drei. Sein empfindlicher Magen verträgt die kleineren Portionen besser. Die Gesamtmenge pro Tag hat sich nicht geändert, nur die Verteilung.
Wie viel Futter pro Tag?
Die richtige Tagesmenge hängt vom Gewicht, Aktivitätslevel und Futtertyp ab. Als Faustregel gilt: 20 bis 25 g hochwertiges Nassfutter pro Kilogramm Körpergewicht. Bei Trockenfutter liegt die Menge deutlich niedriger (ca. 40 bis 50 g pro Tag), weil Trockenfutter konzentrierter ist.
Tagesmengen Nassfutter nach Körpergewicht
| Körpergewicht | Tagesmenge Nassfutter | Aufteilung bei 3 Mahlzeiten |
|---|---|---|
| 3 kg | 150 bis 200 g | ca. 55 bis 65 g pro Mahlzeit |
| 4 kg | 200 bis 250 g | ca. 70 bis 85 g pro Mahlzeit |
| 5 kg | 250 bis 300 g | ca. 85 bis 100 g pro Mahlzeit |
| 6 kg | 280 bis 330 g | ca. 95 bis 110 g pro Mahlzeit |
Diese Werte gelten für normalgewichtige, mäßig aktive Wohnungskatzen. Freigänger mit viel Bewegung brauchen bis zu 30% mehr. Reine Wohnungskatzen, die viel schlafen, eher die untere Grenze.
Die Herstellerangaben auf der Verpackung sind ein Startpunkt, aber nicht das letzte Wort. Jede Katze ist anders. Das Gewicht über 2 bis 3 Wochen beobachten und die Menge entsprechend anpassen ist verlässlicher als jede Tabelle.
Wenn du unsicher bist, welches Futter das richtige ist, hilft unser Futter-Finder bei der Auswahl.
Mein Fütterungsplan für Milo und Polly
Theorie ist nützlich, Praxis aber entscheidend. Hier ist der Fütterungsplan, den ich seit über einem Jahr mit meinen beiden Katzen nutze.
Milo (10 Jahre, EKH, 4,5 kg, empfindlicher Magen): 4 Mahlzeiten, ca. 250 g Nassfutter pro Tag. Morgens um 7:00, mittags um 12:30, nachmittags um 17:00 und abends um 20:30. Jede Portion liegt bei etwa 60 g. Er bekommt ausschließlich Nassfutter mit mindestens 70% Fleischanteil, da sein Magen auf minderwertiges Futter mit Durchfall reagiert.
Polly (4 Jahre, BKH, 5,2 kg, auf Diät): 3 Mahlzeiten, ca. 200 g Nassfutter pro Tag. Morgens um 7:00, mittags um 13:00 und abends um 19:00. Jede Portion liegt bei etwa 65 g. Polly frisst alles und hat mit 5,2 kg leichtes Übergewicht (BKH-Idealgewicht liegt bei 4 bis 5 kg). Ich habe nicht die Häufigkeit reduziert, sondern die Portionsgröße. Drei Mahlzeiten halten sie zufrieden, ohne dass sie zwischen den Fütterungen bettelt.
Beide bekommen ihr Futter an festen Plätzen. Milo frisst in der Küche, Polly im Flur. Getrennte Fressplätze sind bei unterschiedlichen Portionsgrößen unverzichtbar. Polly würde sonst Milos Reste auffressen.
Warum freie Fütterung bei Nassfutter problematisch ist
Futter stehen lassen und die Katze fressen lassen, wann sie möchte: Bei Nassfutter ist das keine gute Idee. Nassfutter trocknet innerhalb von 1 bis 2 Stunden aus, verliert an Geschmack und Geruch. Bei Zimmertemperatur vermehren sich Bakterien schnell, besonders im Sommer. Fruchtfliegen sind ein zusätzliches Problem.
Was nach 30 Minuten nicht gefressen wurde, sollte entsorgt werden. Das klingt nach Verschwendung, ist aber gesünder als altes Futter stehen zu lassen. Katzen mit empfindlicher Verdauung reagieren auf angetrocknetes Futter häufig mit Erbrechen oder Durchfall.
Ein praktischer Kompromiss: Lieber kleinere Portionen geben, die komplett aufgefressen werden. Wenn regelmäßig Reste übrig bleiben, ist die Portion zu groß.
Trockenfutter als Ergänzung?
Trockenfutter zur freien Verfügung ("ad libitum") ist bei vielen Katzenhaltern beliebt, weil es praktisch ist. Es verdirbt nicht so schnell und kann den ganzen Tag stehen bleiben. Das Problem: Viele Katzen regulieren ihre Trockenfutter-Aufnahme schlecht. Trockenfutter hat eine hohe Kaloriendichte (ca. 350 kcal pro 100 g, Nassfutter nur 80 bis 100 kcal), und Katzen fressen oft aus Langeweile.
Ich gebe kein Trockenfutter ad libitum. Polly hat mit frei verfügbarem Trockenfutter innerhalb von drei Monaten 400 g zugenommen. Seitdem gibt es Trockenfutter nur noch als abgemessene Ergänzung: maximal 10 bis 15 g pro Tag, verteilt über einen Fummelbrett oder als Beschäftigung im Intelligenzspielzeug.
Dazu kommt der Wassergehalt: Nassfutter besteht zu 75 bis 80% aus Wasser und trägt zur Flüssigkeitsversorgung bei. Trockenfutter enthält nur 8 bis 10% Feuchtigkeit. Katzen, die hauptsächlich Trockenfutter fressen, trinken zwar mehr, gleichen das Defizit aber selten vollständig aus. Langfristig erhöht das die Belastung der Nieren.
Wasser nicht vergessen
Unabhängig vom Futtertyp sollte immer frisches Wasser bereitstehen. Der Napf sollte nicht direkt neben dem Futter stehen. Katzen meiden instinktiv Wasser in der Nähe ihrer Nahrungsquelle (in der Natur wäre Wasser neben einer Beute potenziell kontaminiert). Ein Meter Abstand reicht.
Manche Katzen trinken aus Trinkbrunnen deutlich mehr als aus stehenden Näpfen. Milo trinkt aus dem Brunnen im Wohnzimmer etwa doppelt so viel wie vorher aus der Schale. Polly bevorzugt nach wie vor ihre Keramikschale.
Häufige Fragen
Kann ich meine Katze nur einmal am Tag füttern?
Eine Mahlzeit am Tag ist zu wenig. Der kleine Katzenmagen ist nicht dafür ausgelegt, die gesamte Tagesration auf einmal aufzunehmen. Viele Katzen erbrechen, wenn sie zu viel auf einmal fressen. Bei einmal täglicher Fütterung steigt außerdem das Risiko, dass die Katze zu schnell frisst ("Schlingen"), was zu Verdauungsproblemen führt. Mindestens zwei Mahlzeiten sollten es sein.
Was tun, wenn die Katze ständig bettelt?
Betteln bedeutet nicht immer Hunger. Oft ist es Langeweile oder ein gelerntes Verhalten. Wenn die Tagesration angemessen ist und die Katze trotzdem bettelt: Nicht nachgeben. Stattdessen feste Fütterungszeiten einhalten, damit die Katze lernt, wann es Futter gibt. Beschäftigung zwischen den Mahlzeiten hilft ebenfalls. Ein Fummelbrett mit wenigen Trockenfutter-Stücken kann die Zeit überbrücken, ohne die Kalorienbilanz zu sprengen.
Wie merke ich, ob meine Katze zu viel frisst?
Die Rippen sind der beste Indikator. Bei einer normalgewichtigen Katze sind die Rippen leicht zu ertasten, aber nicht sichtbar. Von oben betrachtet sollte eine leichte Taille erkennbar sein. Wenn die Rippen unter einer Fettschicht verschwinden und die Taille nicht mehr sichtbar ist, bekommt die Katze zu viel. Eine Gewichtskontrolle alle 2 bis 4 Wochen auf der Küchenwaage (Katze in einen Karton setzen) gibt Sicherheit.
Soll ich meiner Katze nachts Futter hinstellen?
Nein. Katzen können problemlos 8 bis 10 Stunden ohne Futter auskommen. Nächtliches Füttern stört den Schlafrhythmus und führt häufig dazu, dass die Katze ihre Besitzer immer früher weckt, weil sie Futter erwartet. Letzte Mahlzeit am Abend, erste Mahlzeit am Morgen. Wasser sollte allerdings immer zugänglich sein.
Meine Katze frisst nicht auf. Was mache ich falsch?
Reste sind normal und kein Grund zur Sorge. Manche Katzen fressen lieber mehrere sehr kleine Portionen. Wenn regelmäßig Futter übrig bleibt, die Portionsgröße reduzieren und dafür eine zusätzliche Mahlzeit einplanen. Frisst die Katze plötzlich deutlich weniger als gewohnt, kann das ein Zeichen für Zahnprobleme, Stress oder eine Erkrankung sein. Bei Appetitlosigkeit über mehr als 24 Stunden sollte ein Tierarzt aufgesucht werden. Katzen entwickeln bei längerem Fasten (ab ca. 48 Stunden) eine hepatische Lipidose, eine potenziell lebensbedrohliche Leberverfettung.



