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Katzenfutter Testkriterien: So bewerten wir

Unsere 5 Bewertungskriterien für Katzenfutter im Detail: Zusammensetzung, Fleischanteil, Deklaration, Preis und Akzeptanz.

Katzenfutter Testkriterien: So bewerten wir

Jede Katzenfutter-Bewertung auf katzii.de basiert auf fünf Kriterien, die ich über Monate mit meinen beiden Katzen entwickelt habe. Milo (10 Jahre, Europäisch Kurzhaar, wählerisch, empfindlicher Magen) und Polly (4 Jahre, BKH, frisst alles) liefern dabei die praktische Perspektive. Die analytische kommt von mir als Ernährungsberaterin.

Jedes Kriterium wird auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet. Was genau hinter den Sternen steckt, erkläre ich hier.

1. Zusammensetzung

Die Zusammensetzung bewertet, was tatsächlich in der Dose steckt. Ich prüfe die Zutatenliste auf problematische Inhaltsstoffe: Zucker, Karamell, künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker, Getreide als Hauptbestandteil. Gleichzeitig schaue ich auf das, was gutes Futter ausmacht: Taurin, Mineralstoffe, hochwertige Fettquellen wie Lachsöl.

Katzen sind obligate Karnivoren. Getreide, Zucker und pflanzliche Füllstoffe haben in einem artgerechten Futter nichts verloren. Trotzdem findet man sie in vielen Supermarkt-Produkten.

SterneKriterium
5Kein Zucker, kein Getreide, keine künstlichen Zusätze. Taurin, Mineralstoffe und hochwertige Fettquellen (z.B. Lachsöl) zugesetzt. Ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe.
4Kein Zucker, kein Getreide. Taurin zugesetzt. Vereinzelt unkritische Zusätze wie Cassia Gum als Bindemittel.
3Kein Zucker, aber geringe Mengen Getreide oder Reis. Grundlegende Mineralstoffe vorhanden.
2Zucker oder Karamell in der Zutatenliste. Getreide als einer der Hauptbestandteile. Wenige zugesetzte Nährstoffe.
1Zucker, Getreide, künstliche Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Keine erkennbare artgerechte Zusammensetzung.

2. Fleischanteil

Der Fleischanteil ist für eine Katze der entscheidende Faktor. Ich bewerte sowohl die Menge als auch die Qualität: Wird Muskelfleisch verwendet oder nur "tierische Nebenerzeugnisse"? Sind die Fleischquellen einzeln benannt oder verstecken sie sich hinter Sammelbegriffen?

Den deklarierten Fleischanteil gleiche ich mit den analytischen Bestandteilen ab. Ein Futter, das 70% Fleisch bewirbt, aber nur 8% Rohprotein liefert, hat ein Problem. Der Rohproteingehalt sollte bei gutem Nassfutter über 10% liegen.

SterneKriterium
5≥90% Fleischanteil, ausschließlich benannte Fleischquellen (z.B. "Hühnerbrust 40%, Hühnerleber 25%")
470-89% Fleischanteil, überwiegend benannte Quellen. Einzelne Nebenerzeugnisse wie Leber oder Herz namentlich aufgeschlüsselt.
350-69% Fleischanteil. Mischung aus benannten Quellen und nicht näher spezifizierten Anteilen.
225-49% Fleischanteil oder überwiegend "tierische Nebenerzeugnisse" ohne Aufschlüsselung.
1Unter 25% Fleischanteil oder keine klare Angabe. Formulierungen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% Huhn)".

3. Deklaration

Die Deklaration zeigt, wie transparent ein Hersteller arbeitet. Offene Deklaration bedeutet: Jede Zutat ist einzeln aufgelistet, idealerweise mit Prozentangabe. Geschlossene Deklaration fasst Zutaten in Gruppen zusammen ("Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, pflanzliche Nebenerzeugnisse"). Das ist legal, aber intransparent.

Meine Erfahrung nach über 30 analysierten Marken: Hersteller, die etwas zu verbergen haben, deklarieren geschlossen. Wer hochwertiges Futter produziert, zeigt das gern in der Zutatenliste.

SterneKriterium
5Vollständig offene Deklaration. Jede Zutat einzeln mit Prozentangabe. Analytische Bestandteile detailliert (inkl. Kalzium, Phosphor, Tauringehalt).
4Offene Deklaration mit den meisten Prozentangaben. Analytische Bestandteile vorhanden, aber nicht vollständig detailliert.
3Teilweise offene Deklaration. Hauptzutaten benannt, aber nicht alle Anteile prozentual aufgeschlüsselt.
2Überwiegend geschlossene Deklaration. Sammelbezeichnungen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse". Einzelne Prozentangaben nur für die beworbene Sorte.
1Geschlossene Deklaration ohne verwertbare Informationen. Keine Prozentangaben. Analytische Bestandteile nur mit gesetzlichem Minimum.

4. Akzeptanz

Alle Analyse nützt nichts, wenn die Katze das Futter nicht frisst. Jede Marke wird mindestens drei Wochen lang getestet, jeweils in zwei bis vier Sorten. Milo und Polly sind dafür ein gutes Team: Was Milo akzeptiert, akzeptiert fast jede Katze. Er riecht kurz am Futter und dreht sich sofort weg, wenn ihm etwas nicht passt. Polly liefert die Verträglichkeitsdaten, weil sie nahezu alles frisst und ich so Verdauung, Stuhlkonsistenz und Fellqualität besser beurteilen kann.

Ich bewerte Geruch, Konsistenz, wie schnell der Napf leer ist und ob das Futter über den Testzeitraum hinweg konstant akzeptiert wird. Ein Futter, das am ersten Tag begeistert, aber in Woche zwei stehen gelassen wird, bekommt keine Bestnote.

SterneKriterium
5Beide Katzen fressen begeistert über den gesamten Testzeitraum. Napf wird leer gefressen. Gute Verdaulichkeit, fester Stuhl, glänzendes Fell.
4Gute Akzeptanz bei beiden Katzen. Napf wird überwiegend geleert. Vereinzelt bleibt eine Sorte stehen. Keine Verdauungsprobleme.
3Eine Katze frisst gut, die andere nur mäßig. Oder: beide fressen, aber ohne Begeisterung. Geruch und Konsistenz unauffällig.
2Milo verweigert das Futter wiederholt. Polly frisst, zeigt aber weichen Stuhl oder andere Verträglichkeitsprobleme.
1Beide Katzen verweigern das Futter oder zeigen deutliche Unverträglichkeitsreaktionen (Erbrechen, Durchfall).

Die Akzeptanz ist das subjektivste Kriterium. Jede Katze hat eigene Vorlieben. Die Bewertung spiegelt unsere Erfahrung wider, kann bei anderen Katzen aber anders ausfallen. Wie genau unser Testprozess abläuft, beschreibe ich auf der Seite So testen wir.

5. Preis-Leistung

Ein hoher Preis garantiert kein gutes Futter. Ein niedriger Preis schließt es nicht aus. Ich berechne den Kilopreis über verschiedene Dosengrößen und Bezugsquellen (Hersteller-Shop, Amazon, Fressnapf, Zooplus). Dann setze ich den Preis ins Verhältnis zur Qualität der Zusammensetzung.

Anifit kostet 17 bis 20 EUR pro Kilo und liefert bis zu 99% Fleisch. Das ist teuer, aber die Qualität rechtfertigt den Preis. Felix kostet 3 bis 5 EUR pro Kilo, enthält aber nur 4% benanntes Fleisch. Das ist kein Schnäppchen, sondern verschwendetes Geld.

SterneKriterium
5Hervorragende Qualität zu einem angemessenen Preis. Oder: Premium-Qualität, bei der der höhere Preis durch die Inhaltsstoffe klar gerechtfertigt ist.
4Gutes Verhältnis von Preis und Qualität. Leichte Abstriche bei einem der beiden Faktoren.
3Durchschnittliches Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Qualität entspricht dem Preis, ohne besonders positiv oder negativ aufzufallen.
2Überteuert für die gebotene Qualität. Oder: sehr günstiger Preis bei erkennbar schlechten Inhaltsstoffen.
1Grobe Diskrepanz zwischen Preis und Qualität. Hoher Preis bei mangelhafter Zusammensetzung oder extrem niedrige Qualität trotz Mittelklasse-Preis.

So ergibt sich die Gesamtnote

Die Gesamtnote ist der Durchschnitt aller fünf Kriterien mit gleicher Gewichtung. Jedes Kriterium fließt zu 20% in die Endnote ein. Ich runde auf halbe Punkte (z.B. 3,5 oder 4,0).

Ein Beispiel: Ein Futter erhält 5 Punkte für Fleischanteil, 4 für Deklaration, 4 für Zusammensetzung, 3 für Akzeptanz und 4 für Preis-Leistung. Der Durchschnitt liegt bei 4,0. Das wird die Gesamtnote.

Alle aktuellen Ergebnisse findest du im Katzenfutter Test 2026.

Häufige Fragen

Warum werden Katzenfutter nach diesen Kriterien bewertet?

Unsere 5 Kriterien (Zusammensetzung, Fleischanteil, Deklaration, Preis-Leistung, Akzeptanz) decken die wichtigsten Faktoren ab, die eine Katze gesund halten: ausreichend hochwertiges Protein, transparente Zutaten ohne Täuschung, Wirtschaftlichkeit und der Praxistest mit echten Katzen.

Wie wird der Fleischanteil berechnet?

Wir analysieren die Zutatenliste und errechnen aus den Angaben einen Mindestwert. Bei "Huhn 40 %" und weiteren tierischen Zutaten liegt der Gesamtfleischanteil oft höher als die Einzelposition. Versteckte pflanzliche Füllstoffe oder Wasser als erste Zutat werden negativ bewertet.

Was ist der Unterschied zwischen offener und geschlossener Deklaration?

Offene Deklaration nennt jede Zutat mit Prozentangabe: "Hühnerfleisch 45 %, Hühnerherzen 10 %...". Geschlossene Deklaration versteckt Zutaten hinter Sammelbegriffen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ohne Mengenangabe. Erstere ist transparenter und vertrauenswürdiger.

Fließt die Meinung der Katzen in die Bewertung ein?

Ja, die Akzeptanz ist eines unserer fünf Kriterien. Milo (wählerisch, empfindlicher Magen) und Polly (frisst fast alles) dienen als Testpanel. Wenn selbst Polly ein Futter ablehnt, ist das ein deutliches Signal. Milos Magen reagiert zuverlässig auf schlechte Qualität.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

5 Fragen, 1 Minute. Wir empfehlen dir das passende Futter basierend auf Alter, Gewicht und Lebensweise.