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Kittenfutter: Ab wann, wie lange und welches?

Kittenfutter ab wann nötig? Umstellung von Muttermilch, richtige Portionen und Futterempfehlungen vom Kitten bis zum Jungtier.

Kittenfutter: Ab wann, wie lange und welches?

Kitten brauchen ab der 3. bis 4. Lebenswoche erstes festes Futter, zusätzlich zur Muttermilch. Ab der 8. Woche fressen die meisten Kitten vollständig feste Nahrung. Spezielles Kittenfutter liefert mehr Protein, Fett und Kalorien als Adult-Futter und sollte bis zum 12. Lebensmonat gefüttert werden.

Ab wann brauchen Kitten festes Futter?

Die ersten drei Lebenswochen ernähren sich Kitten ausschließlich von Muttermilch. Sie enthält alles, was die Kleinen in dieser Phase brauchen: Antikörper, Energie, Flüssigkeit. Ab der 3. bis 4. Woche beginnt die Entwöhnung. Die Kitten zeigen Interesse am Futter der Mutter, schnuppern am Napf, lecken vorsichtig. Das ist der richtige Zeitpunkt, um erstmals weiches Nassfutter anzubieten.

Am Anfang reicht ein Teelöffel Kitten-Nassfutter, leicht mit warmem Wasser verrührt, damit die Konsistenz breiig ist. Die meisten Kitten lecken anfangs nur daran und laufen durch den Rest. Das ist normal. Die Muttermilch bleibt in dieser Übergangsphase die Hauptnahrungsquelle.

Zwischen Woche 6 und 8 fressen Kitten zunehmend mehr festes Futter und trinken weniger bei der Mutter. Ab der 8. Woche sind die meisten Kitten vollständig auf feste Nahrung umgestellt. Wer ein Kitten mit 10 oder 12 Wochen übernimmt (wie ich damals Polly), bekommt es in der Regel bereits voll entwöhnt.

Zeitlicher Überblick:

  • Woche 1 bis 3: ausschließlich Muttermilch
  • Woche 3 bis 4: erste Kontakte mit breiigem Nassfutter
  • Woche 4 bis 6: steigende Mengen festes Futter, weniger Muttermilch
  • Woche 6 bis 8: Übergang fast abgeschlossen, Muttermilch nur noch ergänzend
  • Ab Woche 8: vollständig auf Kitten-Nassfutter umgestellt

Kitten vs. Adult Futter: Was ist der Unterschied?

Kittenfutter ist kein Marketing-Trick. Die Zusammensetzung unterscheidet sich messbar von Adult-Futter, weil Kitten in den ersten 12 Monaten ihr Geburtsgewicht etwa verzwanzigfachen. Dieser enorme Wachstumsschub erfordert eine andere Nährstoffverteilung.

Protein: Kittenfutter enthält mindestens 35 bis 40% Protein (bezogen auf die Trockenmasse), Adult-Futter liegt bei 25 bis 30%. Das zusätzliche Protein wird für den Muskelaufbau, die Organentwicklung und das Immunsystem gebraucht.

Fett und Kalorien: Der Fettanteil liegt bei Kittenfutter bei 18 bis 22%, bei Adult-Futter bei 10 bis 15%. Fett ist der wichtigste Energielieferant. Kitten haben pro Kilogramm Körpergewicht einen doppelt so hohen Kalorienbedarf wie erwachsene Katzen.

Taurin: Für Kitten besonders kritisch. Taurin ist essenziell für die Entwicklung von Herz, Augen und Gehirn. Kittenfutter ist entsprechend höher dosiert als Adult-Varianten.

Calcium und Phosphor: Das Verhältnis muss bei Kitten stimmen (idealerweise 1,1:1 bis 1,3:1), weil sich das Skelett noch entwickelt. Ein falsches Verhältnis kann zu Wachstumsstörungen führen. Gutes Kittenfutter hat dieses Verhältnis bereits eingestellt.

Adult-Futter an Kitten zu verfüttern ist keine Katastrophe, wenn es mal einen Tag passiert. Als Dauerernährung fehlen aber Kalorien und Nährstoffe. Umgekehrt ist Kittenfutter für erwachsene Katzen zu kalorienreich und führt auf Dauer zu Übergewicht.

Nassfutter oder Trockenfutter für Kitten?

Nassfutter ist für Kitten die bessere Wahl. Die weiche Konsistenz ist leichter zu kauen, besonders wenn die Milchzähne gerade erst durchbrechen. Der Feuchtigkeitsgehalt von 75 bis 80% unterstützt die Nierenfunktion und sorgt für eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Kitten trinken von Natur aus wenig und holen sich den Großteil ihrer Flüssigkeit über die Nahrung.

Trockenfutter kann ab dem 3. bis 4. Monat ergänzend angeboten werden. Die Kitten haben dann ihre bleibenden Zähne und können die Kroketten zerkauen. Als alleinige Nahrungsquelle ist Trockenfutter für Kitten nicht ideal, weil der Feuchtigkeitsgehalt bei nur 8 bis 10% liegt. Wer Trockenfutter gibt, sollte sicherstellen, dass das Kitten genug trinkt (was erfahrungsgemäß selten der Fall ist).

Eine Kombination aus Nassfutter als Hauptnahrung und kleinen Mengen Trockenfutter als Snack funktioniert gut. Polly hat mit 4 Monaten angefangen, Trockenfutter-Kroketten als Beschäftigung zu jagen, die ich über den Boden gerollt habe. Das war Spielzeug und Snack in einem. Mehr zur Abwägung zwischen nass und trocken findest du im Vergleich Nassfutter vs. Trockenfutter.

Wie oft und wie viel füttern?

Kitten brauchen kleine, häufige Mahlzeiten. Ihr Magen fasst nur wenig, der Energiebedarf ist aber hoch. Die Fütterungsfrequenz sinkt mit dem Alter, die Portionsgröße steigt.

AlterMahlzeiten pro TagPortion (Nassfutter)Tagesmenge gesamt
8 bis 12 Wochen4 bis 520 bis 30 g100 bis 150 g
3 bis 6 Monate440 bis 60 g160 bis 240 g
6 bis 9 Monate360 bis 80 g180 bis 240 g
9 bis 12 Monate2 bis 370 bis 100 g200 bis 280 g

Diese Werte sind Richtwerte für normalgewichtige Kitten. Größere Rassen wie Maine Coon brauchen mehr, zierliche Rassen wie Singapura weniger. Die Rippen sollten leicht tastbar sein, aber nicht sichtbar. Wenn du das Kitten von oben betrachtest, sollte eine Taille erkennbar sein.

Als Polly mit 12 Wochen bei mir einzog, habe ich mit vier Mahlzeiten am Tag gestartet: morgens, mittags, nachmittags, abends. Ab dem 6. Monat bin ich auf drei Mahlzeiten runtergegangen. Das hat gut funktioniert, weil sie zwischen den Mahlzeiten nicht gebettelt hat. Einen ausführlichen Leitfaden zur Fütterungshäufigkeit (auch für erwachsene Katzen) gibt es unter Katze: Wie oft füttern?.

Wann auf Adult-Futter umstellen?

Die meisten Katzenrassen sind mit 12 Monaten ausgewachsen und können dann auf Adult-Futter umgestellt werden. Große Rassen wie Maine Coon, Norwegische Waldkatze oder Ragdoll wachsen langsamer und profitieren von Kittenfutter bis zum 15. bis 18. Monat.

Die Umstellung sollte schrittweise über 7 bis 10 Tage erfolgen. Ein abrupter Futterwechsel kann zu Durchfall, Erbrechen oder Futterverweigerung führen. Das gilt für Kitten genauso wie für erwachsene Katzen.

So sieht ein bewährter Umstellungsplan aus:

  • Tag 1 bis 3: 75% Kittenfutter, 25% Adult-Futter
  • Tag 4 bis 6: 50% Kittenfutter, 50% Adult-Futter
  • Tag 7 bis 9: 25% Kittenfutter, 75% Adult-Futter
  • Ab Tag 10: 100% Adult-Futter

Bei Polly lief die Umstellung problemlos. Sie frisst generell alles, was im Napf landet. Milo war als Kitten deutlich wählerischer. Bei wählerischen Kitten kann die Umstellung auch 14 Tage dauern. Solange der Stuhl fest bleibt und das Kitten normal frisst, ist das Tempo zweitrangig.

Nach der Umstellung auf Adult-Futter lohnt es sich, auf Katzenfutter mit hohem Fleischanteil zu achten. Die Qualitätskriterien, die für Kittenfutter gelten (offene Deklaration, hoher Fleischanteil, kein Zucker), bleiben auch im Erwachsenenalter relevant.

Meine Futterempfehlungen für Kitten

Ich habe in den letzten Jahren viele Kittenfutter getestet, sowohl bei Polly als auch bei Kitten von Freunden und Beratungskunden. Drei Marken stechen heraus.

MAC's Kitten ist mein Favorit für den Einstieg. Hoher Fleischanteil (über 70%), offene Deklaration, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Konsistenz ist weich genug für junge Kitten und wird von den meisten gut angenommen. Mehr Details dazu im MAC's Katzenfutter Test.

MjAMjAM Kitten überzeugt mit einem Fleischanteil von 96% und verzichtet komplett auf Getreide, Zucker und pflanzliche Nebenerzeugnisse. Die Sorten sind abwechslungsreich. Einziger Nachteil: der Preis liegt etwas höher als bei MAC's.

Leonardo Kitten ist eine solide Wahl, besonders als Trockenfutter-Ergänzung ab dem 4. Monat. Der Fleischanteil im Nassfutter liegt bei 70 bis 90% je nach Sorte. Die Kroketten sind klein genug für Kitten-Gebisse.

Anifit produziert hochwertiges Katzenfutter mit sehr hohem Fleischanteil (93 bis 99%), hat aber keine eigene Kitten-Linie. Die Sorten eignen sich grundsätzlich auch für Kitten, weil der Nährstoffgehalt hoch ist. Ich würde Anifit ab dem 4. bis 5. Monat als Option einplanen, nicht für ganz junge Kitten.

Wenn du unsicher bist, welches Futter am besten passt, hilft der Futter-Finder bei der Auswahl.

FAQ

Kann ich meinem Kitten normales Katzenfutter geben?

Kurzfristig ja, langfristig nein. Adult-Futter enthält zu wenig Kalorien und Nährstoffe für das Wachstum. Ein paar Tage sind kein Problem, aber über Wochen fehlen dem Kitten wichtige Bausteine für die Entwicklung von Knochen, Muskeln und Organen. Kittenfutter bis zum 12. Monat ist die sicherere Wahl.

Wie erkenne ich, dass mein Kitten zu wenig frisst?

Gewichtsverlust oder ausbleibende Gewichtszunahme über mehr als drei Tage ist das deutlichste Zeichen. Kitten sollten in den ersten Monaten täglich 10 bis 15 g zunehmen. Eine Küchenwaage hilft: Kitten morgens wiegen, Gewicht notieren, Trend über die Woche beobachten. Fällt das Gewicht oder stagniert es, zum Tierarzt gehen.

Brauchen Kitten Milch?

Kuhmilch verursacht bei den meisten Katzen Durchfall, weil sie laktoseintolerant sind. Das gilt auch für Kitten ab der Entwöhnung. Spezielle Katzenmilch (laktosefrei) ist als gelegentlicher Snack in Ordnung, aber kein Ersatz für Wasser oder Nassfutter. Kitten, die festes Futter fressen, brauchen frisches Wasser, keine Milch.

Darf ich Kitten-Trockenfutter dauerhaft füttern?

Trockenfutter als alleinige Nahrung ist für Kitten nicht empfehlenswert. Der geringe Feuchtigkeitsgehalt (8 bis 10%) belastet die Nieren und kann langfristig zu Harnwegsproblemen führen. Als Ergänzung zum Nassfutter (maximal 20 bis 30% der Tagesration) ist Trockenfutter ab dem 4. Monat akzeptabel.

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