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So testen wir Katzenfutter

Wie katzii.de Katzenfutter testet: 4 Wochen Praxistest mit unseren Katzen Milo und Polly, Deklarationsanalyse und datenbasierte Bewertung.

So testen wir Katzenfutter

Ich bekomme regelmäßig die Frage, wie unsere Katzenfutter-Tests eigentlich ablaufen. Hier erkläre ich den gesamten Prozess: vom Einkauf über die Analyse bis zur Bewertung. Jeder Test folgt dem gleichen Schema, egal ob Premium-Marke oder Supermarkt-Futter.

1. Auswahl und Bestellung

Wir kaufen jedes Futter selbst, zum regulären Verkaufspreis. Kein Hersteller schickt uns kostenlose Proben, kein Hersteller bezahlt für einen Test. Das ist nicht verhandelbar.

Pro Marke bestelle ich mindestens zwei bis drei Sorten, wenn verfügbar auch mehr. Verschiedene Geschmacksrichtungen einer Marke können sich in der Zusammensetzung deutlich unterscheiden. Eine Sorte allein reicht für eine Bewertung nicht aus.

Die Bestellungen laufen über die regulären Kanäle: Online-Shops der Hersteller, Fressnapf, Zooplus oder den Supermarkt um die Ecke.

2. Deklarationsanalyse

Bevor das Futter in den Napf kommt, schaue ich mir die Verpackung an. Die Zutatenliste, die analytischen Bestandteile und die Zusatzstoffe sagen mehr über die Qualität aus als jede Werbung.

Der wichtigste Punkt: Ist die Deklaration offen oder geschlossen? Eine offene Deklaration listet jede Zutat einzeln mit Prozentangabe auf, zum Beispiel "Hühnerfleisch 60%, Hühnerleber 15%, Hühnerherz 10%". Eine geschlossene Deklaration versteckt sich hinter Sammelbegriffen wie "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 4% Huhn)". Was in den restlichen 96% steckt, bleibt unklar.

Geschlossene Deklarationen sind für mich ein klares Warnsignal. Sie sind zwar legal, aber intransparent.

3. Zusammensetzung prüfen

Die analytischen Bestandteile auf der Dose vergleiche ich mit Referenzwerten für hochwertiges Nassfutter:

  • Rohprotein: mindestens 8%, ideal ab 10%
  • Rohfett: zwischen 5% und 8%
  • Rohasche: maximal 2,5%
  • Rohfaser: maximal 1%
  • Feuchtigkeit: zwischen 75% und 82%

Aus diesen Werten berechne ich den Proteingehalt in der Trockenmasse. Das ist der ehrlichere Vergleichswert, weil er den Wassergehalt herausrechnet. Ein Futter mit 10% Rohprotein und 80% Feuchtigkeit hat einen Trockenmasseproteingehalt von 50%. Das ist ein guter Wert.

Ich prüfe auch, ob Zucker, Getreide oder künstliche Farbstoffe enthalten sind. Taurin sollte als Zusatz deklariert sein, Omega-3-Quellen wie Lachsöl sind ein Pluspunkt.

4. Praxistest: 4 Wochen pro Marke

Jede Marke wird mindestens vier Wochen lang gefüttert. Das ist lang genug, um Veränderungen bei Fell, Verdauung und Verhalten zu beobachten. Kürzere Tests taugen dafür nicht.

Meine zwei Testkatzen sind bewusst unterschiedlich:

Milo (10 Jahre, Europäisch Kurzhaar, grau-getigert) ist wählerisch und hat einen empfindlichen Magen. Er riecht am Futter, dreht sich weg, kommt vielleicht nochmal zurück. Oder eben nicht. Wenn Milo ein Futter über vier Wochen akzeptiert und gut verträgt, ist das ein starkes Signal. Bei vielen Marken im unteren Preissegment war nach zwei Tagen Schluss.

Polly (4 Jahre, Britisch Kurzhaar) frisst praktisch alles. Das macht sie weniger aussagekräftig für die Akzeptanz, aber umso wertvoller für Verdauungsbeobachtungen. Wenn selbst Polly mit Durchfall oder weichem Stuhl reagiert, stimmt etwas nicht.

Während der vier Wochen dokumentiere ich:

  • Akzeptanz: Frisst die Katze freiwillig? Sofort oder erst nach Umgewöhnung?
  • Verdauung: Stuhlkonsistenz, Erbrechen, Blähungen
  • Fellqualität: Glanz, Schuppen, Haarausfall
  • Energielevel: Aktivität, Spielverhalten

Ein wichtiger Hinweis: Die praktischen Beobachtungen fließen ausschließlich in die Bewertung der Akzeptanz ein. Die anderen vier Kriterien (Fleischanteil, Deklaration, Zusammensetzung, Preis-Leistung) basieren rein auf Daten. Zwei Katzen sind kein repräsentatives Sample für Verdaulichkeit oder Fellwirkung. Aber sie zeigen, ob ein Futter im Alltag funktioniert.

5. Bewertung und Testbericht

Jedes Futter wird in fünf Kategorien bewertet, jeweils mit 1 bis 5 Punkten:

  1. Fleischanteil
  2. Deklaration
  3. Zusammensetzung
  4. Akzeptanz
  5. Preis-Leistung

Die Gesamtnote ist der einfache Durchschnitt aller fünf Kategorien. Was genau in jede Kategorie einfließt und wie ich die Punkte vergebe, steht im Detail auf der Seite Testkriterien.

Nach Abschluss des Tests schreibe ich den Testbericht. Jeder Bericht folgt der gleichen Struktur: Kurzfazit, Deklarationsanalyse, Zusammensetzungsbewertung, Praxiserfahrung, Gesamtbewertung.

Was wir NICHT tun

  • Wir nehmen kein Geld von Herstellern an.
  • Kein Hersteller sieht unsere Artikel vor Veröffentlichung.
  • Affiliate-Partnerschaften beeinflussen die Bewertung nicht. Anifit ist mein persönlicher Favorit, und ja, wir haben dort eine Partnerschaft. Trotzdem durchläuft Anifit exakt dieselben Testkriterien wie jede andere Marke. Die 4,6 von 5 Punkten stehen, weil die Daten sie stützen.
  • Wir passen keine Bewertungen nachträglich an, weil ein Hersteller sich meldet.

Wer steckt hinter den Tests?

Ich bin Lisa Berger, zertifizierte Ernährungsberaterin für Katzen. Katzen begleiten mich seit meiner Kindheit. Milo und Polly leben seit Jahren bei mir und sind die ehrlichsten Produkttester, die ich kenne. Milo, weil er schlechtes Futter einfach stehen lässt. Polly, weil ihr Magen zuverlässig zeigt, wenn etwas nicht stimmt.

Alle Tests auf katzii.de folgen dem hier beschriebenen Verfahren. Wenn du die konkreten Bewertungskriterien im Detail sehen willst, findest du sie unter Testkriterien. Die aktuellen Testergebnisse stehen im Katzenfutter Test 2026.

Häufige Fragen

Sind eure Tests unabhängig?

Ja. Wir kaufen die meisten Futter auf eigene Kosten. In Fällen, wo Hersteller kostenlose Muster schicken, wird das transparent gekennzeichnet. Unsere Bewertungen richten sich ausschließlich nach unseren Testkriterien – nicht nach Werbebudgets oder Provisionen.

Wie viele Katzen testen das Futter?

Wir testen mit zwei Katzen: Milo (10, Europäisch Kurzhaar, wählerisch, empfindlicher Magen) und Polly (4, Britisch Kurzhaar, frisst fast alles). Diese Kombination gibt uns einen guten Überblick: Wenn Milo frisst, ist es gut. Wenn Polly ablehnt, ist es wirklich schlecht.

Wie lange testet ihr ein Futter?

Mindestens 7 Tage mit täglich mindestens einer Mahlzeit. Bei Sortimentstests testen wir mehrere Varianten. Wir beobachten Akzeptanz, Fressverhalten, Verdauung und Fellbild. Kurzzeittests spiegeln keine Langzeitwirkung wider, daher sind unsere Bewertungen auf die Zusammensetzung fokussiert.

Werden die Tests regelmäßig aktualisiert?

Ja, wir überprüfen Rezepturen und Preise regelmäßig. Hersteller ändern Zusammensetzungen ohne Ankündigung – wir versuchen, Änderungen zu erfassen und Bewertungen entsprechend anzupassen. Das Datum der letzten Überprüfung steht im jeweiligen Artikel.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

5 Fragen, 1 Minute. Wir empfehlen dir das passende Futter basierend auf Alter, Gewicht und Lebensweise.