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Kitten-Futter: Die beste Ernährung für junge Katzen

Kitten haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Welches Futter sich eignet, wie oft du füttern solltest und wann der Umstieg auf Erwachsenenfutter kommt.

Kitten beim Fressen

Kitten sind keine kleinen Katzen. Zumindest nicht, was ihre Ernährung betrifft. In den ersten zwölf Monaten verzwanzigfacht sich das Körpergewicht, Knochen und Organe entwickeln sich in einem Tempo, das bei erwachsenen Tieren nicht mehr vorkommt. Was dabei in den Napf kommt, beeinflusst die Gesundheit für den Rest des Katzenlebens. Adult-Futter reicht dafür nicht aus.

Warum Kitten-Futter nicht einfach Marketing ist

Der Unterschied zwischen Kitten- und Adult-Futter lässt sich in Zahlen messen. Kitten brauchen pro Kilogramm Körpergewicht etwa die doppelte Kalorienmenge einer ausgewachsenen Katze. Ihr Futter muss deshalb anders zusammengesetzt sein.

Protein: Kittenfutter enthält 35 bis 40% Protein (Trockenmasse), Adult-Futter 25 bis 30%. Das zusätzliche Eiweiß wird für den Aufbau von Muskeln, Organen und Immunzellen gebraucht. Pflanzliches Protein aus Soja oder Mais zählt hier nicht, weil Katzen als obligate Karnivoren ein tierisches Aminosäurenprofil brauchen.

Fett und Kalorien: Der Fettgehalt liegt bei 18 bis 22% statt der üblichen 10 bis 15% im Adult-Futter. Fett ist der effizienteste Energielieferant und für Kitten, die ständig in Bewegung sind und gleichzeitig wachsen, unverzichtbar. Ein typisches Kitten-Nassfutter liefert 100 bis 120 kcal pro 100 g, während Adult-Produkte bei 70 bis 90 kcal liegen.

Calcium und Phosphor: Bei erwachsenen Katzen spielt das Verhältnis eine untergeordnete Rolle. Bei Kitten ist es kritisch. Das Skelett wächst, die Knochen mineralisieren. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis muss bei 1,1:1 bis 1,3:1 liegen, sonst drohen Wachstumsstörungen. Gutes Kittenfutter hat das Verhältnis bereits korrekt eingestellt. Wer selbst kocht oder barft, muss es berechnen, und das ist fehleranfällig.

Taurin: Diese Aminosäure können Katzen nicht selbst herstellen. Bei Kitten ist ein Mangel besonders folgenschwer, weil Taurin für die Entwicklung von Herz, Augen und Gehirn gebraucht wird. Schäden aus der Wachstumsphase lassen sich später nicht korrigieren.

Wer Adult-Futter an ein Kitten verfüttert, erzeugt keinen akuten Notfall, aber eine schleichende Unterversorgung. Umgekehrt macht Kittenfutter erwachsene Katzen dick.

Fütterungsplan nach Alter

Kitten haben einen winzigen Magen und einen riesigen Energiebedarf. Die Lösung: viele kleine Mahlzeiten, deren Frequenz mit dem Alter sinkt.

4 bis 12 Wochen

In den ersten vier Wochen trinken Kitten ausschließlich Muttermilch. Ab der 4. Woche beginnt die Beikost: ein Teelöffel Kitten-Nassfutter, mit warmem Wasser zu einem Brei verrührt. Ab der 8. Woche sind die meisten Kitten auf feste Nahrung umgestellt.

In dieser Phase brauchen Kitten 4 bis 5 Mahlzeiten am Tag, jeweils 20 bis 30 g Nassfutter. Futterreste nach 30 Minuten wegräumen, Nassfutter verdirbt bei Zimmertemperatur schnell.

3 bis 6 Monate

Der Magen wächst, die Portionen können größer werden. 3 bis 4 Mahlzeiten pro Tag reichen jetzt aus. Die Tagesmenge liegt je nach Gewicht bei 160 bis 240 g Nassfutter. Feste Fütterungszeiten helfen dem Kitten, sich an einen Rhythmus zu gewöhnen. Wenn es eine Mahlzeit nur noch halbherzig anrührt, ist das ein Zeichen, dass du auf drei Portionen reduzieren kannst.

6 bis 12 Monate

Das Wachstum verlangsamt sich. 2 bis 3 Mahlzeiten pro Tag sind ausreichend. Die Tagesmenge liegt bei 200 bis 280 g, wobei große Rassen wie Maine Coon oder Ragdoll deutlich mehr brauchen. In dieser Phase nähert sich die Fütterung dem Adult-Rhythmus an. Einen detaillierten Leitfaden zur Fütterungshäufigkeit findest du unter Katze: Wie oft füttern?.

Welches Futter sich bewährt hat

Nicht jedes Futter mit "Kitten" auf der Verpackung verdient den Namen. Manche Produkte enthalten mehr Getreide als Fleisch und kompensieren das mit synthetischen Nährstoffen. Drei Marken stechen positiv heraus.

Anifit: Spitzenreiter beim Fleischanteil

Anifit bietet zwar keine eigene Kitten-Linie, die Sorten eignen sich aber ab dem 4. bis 5. Monat dank ihres hohen Nährstoffgehalts auch für heranwachsende Katzen. Mit bis zu 99% Fleischanteil und offener Deklaration liegt Anifit qualitativ an der Spitze. Hergestellt in Schweden, ohne Getreide, ohne Zucker. Der Preis von 17 bis 20 Euro pro Kilogramm ist hoch, relativiert sich aber bei der geringen Futtermenge, die Kitten benötigen. Anifit ist nur über den eigenen Online-Shop erhältlich. Mit dem Rabattcode katzii10 sparst du 10% auf deine Erstbestellung.

MjAMjAM Kitten: Die beste Kitten-Linie

MjAMjAM hat eine eigene Kitten-Variante mit 93 bis 96% Fleischanteil. Komplett getreidefrei, offene Deklaration mit Prozentangaben. Die Konsistenz ist weich genug, um sie bereits ab der 6. Woche mit etwas Wasser anzurühren. Preislich liegt MjAMjAM bei 8 bis 12 Euro pro Kilogramm, was für die gebotene Qualität fair ist. Für junge Kitten vor dem 4. Monat ist MjAMjAM die erste Wahl.

Catz Finefood: Solide Alternative

Catz Finefood bietet gute Zusammensetzung zu einem etwas günstigeren Preis. Der Fleischanteil liegt bei 70 bis 80%, die Sorten sind abwechslungsreich und getreidefrei. Als dritte Option im Rotationsprinzip funktioniert Catz Finefood gut, auch wenn der Fleischanteil nicht ganz an die beiden anderen heranreicht.

Nassfutter oder Trockenfutter für Kitten?

Nassfutter ist für Kitten die klar bessere Wahl. Drei Gründe:

Erstens die Konsistenz. Kitten haben anfangs Milchzähne, die harte Kroketten nicht zerkleinern können. Nassfutter lässt sich leichter fressen, besonders wenn es mit warmem Wasser etwas breiiger gemacht wird.

Zweitens die Flüssigkeit. Nassfutter enthält 75 bis 80% Wasser, Trockenfutter nur 8 bis 10%. Kitten trinken von Natur aus wenig und decken ihren Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich über die Nahrung. Chronische Dehydrierung belastet die Nieren und ist bei reiner Trockenfutter-Ernährung ein reales Risiko.

Drittens die Energiedichte. Trockenfutter liefert 300 bis 400 kcal pro 100 g. Das klingt praktisch, führt aber leicht zu Überfütterung, weil die Portionen optisch winzig sind und das Sättigungsgefühl geringer ausfällt.

Ab dem 4. Monat kann Trockenfutter als Ergänzung dienen: ein paar Kroketten im Fummelboard oder über den Boden gerollt. So wird das Trockenfutter zum Spielzeug und Snack gleichzeitig. Als Hauptnahrung sollte es aber nicht fungieren. Mehr dazu im Vergleich Nassfutter vs. Trockenfutter.

Umstieg auf Adult-Futter

Die meisten Katzen sind mit 12 Monaten ausgewachsen und bereit für den Wechsel auf Adult-Futter. Ausnahme: Große Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze wachsen bis zum 18. oder sogar 24. Monat. Hier kann Kittenfutter länger sinnvoll sein.

Der Umstieg sollte über 7 bis 10 Tage schrittweise erfolgen. Am ersten Tag mischst du 80% Kittenfutter mit 20% Adult-Futter. Jeden zweiten Tag erhöhst du den Adult-Anteil um 15 bis 20%, bis das Kitten komplett auf die neue Nahrung umgestellt ist. Durchfall oder Erbrechen sind Zeichen, dass die Umstellung zu schnell geht. In dem Fall einen Schritt zurück und langsamer vorgehen. Einen detaillierten Umstellungsplan findest du unter Futterumstellung Katze.

Häufige Fehler bei der Kitten-Fütterung

Kuhmilch geben. Kitten sind nach der Entwöhnung laktoseintolerant. Kuhmilch verursacht Durchfall und Bauchschmerzen. Auch laktosefreie Kuhmilch hat das falsche Nährstoffprofil. Wer Milch als Leckerli anbieten will, nimmt spezielle Katzenmilch in kleinen Mengen.

Ad libitum füttern ohne Kontrolle. "Es wächst ja noch" rechtfertigt keinen dauerhaft gefüllten Napf. Manche Kitten regulieren sich selbst, andere fressen, bis nichts mehr da ist. Übergewichtige Kitten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit übergewichtige erwachsene Katzen. Wöchentliches Wiegen auf einer Küchenwaage ist verlässlicher als Augenmaß.

Futter abrupt wechseln. Ein plötzlicher Wechsel von einer Marke auf eine andere endet oft mit Durchfall. Jeder Futterwechsel braucht eine Übergangsphase von mindestens einer Woche, in der du altes und neues Futter schrittweise mischst.

Kein frisches Wasser bereitstellen. Sobald Kitten festes Futter fressen, brauchen sie Zugang zu Wasser. Der Napf sollte nicht direkt neben dem Futternapf stehen. Katzen trennen instinktiv Nahrungs- und Wasserquelle. Ein separater Standort oder ein Trinkbrunnen erhöht die Aufnahme.

Leckerlis nicht einrechnen. Drei Trockenfutter-Leckerlis klingen harmlos, liefern aber schnell 20 bis 30 Extra-Kalorien. Bei einer Tagesration von 150 kcal sind das 15 bis 20% Überschuss. Leckerlis immer von der regulären Futtermenge abziehen.

Häufige Fragen

Ab wann brauchen Kitten kein spezielles Kittenfutter mehr?

Mit etwa 12 Monaten wechselst du auf Erwachsenenfutter. Maine Coon und andere Großrassen dürfen gerne bis 18 Monate auf Kittenfutter bleiben, da sie länger wachsen. Der Wechsel sollte schrittweise über 7 bis 10 Tage erfolgen.

Was ist der Unterschied zwischen Kittenfutter und Erwachsenenfutter?

Kittenfutter hat höheren Protein- und Fettgehalt (für das schnelle Wachstum), mehr Kalzium und Phosphor (für die Knochenentwicklung) und mehr Kalorien pro 100 g. Erwachsenenfutter ist für den Erhaltungsstoffwechsel ausgelegt, nicht für Wachstum.

Wie oft am Tag sollte ich mein Kitten füttern?

Kitten unter 6 Monaten: 4 bis 5 Mahlzeiten täglich. Kitten von 6 bis 12 Monaten: 3 bis 4 Mahlzeiten täglich. Häufiges Füttern unterstützt den schnellen Stoffwechsel und verhindert Unterzuckerung. Nach dem 12. Monat kann auf 2 bis 3 Mahlzeiten reduziert werden.

Darf ich dem Kitten Nassfutter und Trockenfutter geben?

Ja, eine Kombination ist möglich. Achte aber darauf, dass das Kitten ausreichend Nassfutter (für die Flüssigkeitsversorgung) bekommt und das Trockenfutter nicht die Hauptfutterquelle ist. Beim Umstieg auf Trockenfutter immer frisches Wasser anbieten.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

5 Fragen, 1 Minute. Wir empfehlen dir das passende Futter basierend auf Alter, Gewicht und Lebensweise.