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Kitten-Ernährung: Wie du deine Babykatze richtig fütterst

Kitten-Ernährung nach Alter: Fütterungsplan, Tagesmengen berechnen, Nährstoffbedarf und die besten Kitten-Nassfutter im Überblick.

Kitten-Ernährung: Wie du deine Babykatze richtig fütterst

Kitten wachsen in den ersten zwölf Monaten vom 100-Gramm-Winzling zur ausgewachsenen Katze. Das Geburtsgewicht verzwanzigfacht sich in dieser Zeit. Knochen, Muskeln, Organe, Immunsystem: Alles entwickelt sich gleichzeitig, und alles braucht Energie und Nährstoffe. Wer ein Kitten aufzieht, übernimmt die Verantwortung für diese Wachstumsphase. Was in den Napf kommt, entscheidet mit darüber, wie gesund die Katze als Erwachsene sein wird.

Erwachsene Katzen brauchen Erhaltungsfutter. Kitten brauchen Aufbaufutter. Der Unterschied ist nicht marginal: Kitten benötigen pro Kilogramm Körpergewicht etwa doppelt so viele Kalorien wie adulte Katzen, mehr Protein, mehr Fett und bestimmte Nährstoffe in höherer Konzentration. Wer Adult-Futter an ein Kitten verfüttert, riskiert Mangelerscheinungen. Wer Kittenfutter an eine erwachsene Katze gibt, riskiert Übergewicht. Die Details zur Umstellung findest du im Artikel Kittenfutter: Ab wann, wie lange und welches?.

Von der Muttermilch zum festen Futter

Die Ernährung eines Kittens verläuft in klar abgrenzbaren Phasen. Jede Phase hat andere Anforderungen.

Woche 0 bis 4: Nur Muttermilch. In den ersten vier Lebenswochen ist Muttermilch die einzige Nahrungsquelle. Sie liefert Antikörper (besonders das Kolostrum in den ersten 24 Stunden), Energie und Flüssigkeit. Kitten, die keine Muttermilch bekommen können (Flaschenkinder, verwaiste Kitten), brauchen spezielle Aufzuchtmilch aus der Zoohandlung oder vom Tierarzt. Kuhmilch ist kein Ersatz. Sie enthält zu wenig Fett und Protein und verursacht Durchfall.

Woche 4 bis 6: Erste Beikost. Die Kitten beginnen, sich für festes Futter zu interessieren. Ein Teelöffel weiches Kitten-Nassfutter, mit warmem Wasser zu einem Brei verrührt, ist der erste Schritt. Die Muttermilch bleibt die Hauptnahrung. Die meisten Kitten laufen anfangs durch den Brei, lecken sich die Pfoten ab und fressen dabei eher zufällig. Das gehört dazu.

Woche 6 bis 8: Übergangsphase. Der Anteil fester Nahrung steigt, die Muttermilch nimmt ab. Die Kitten fressen inzwischen aktiv aus dem Napf, auch wenn die Konsistenz noch breiig sein sollte. Trockenes Futter ist in dieser Phase zu hart für die Milchzähne.

Ab Woche 8: Feste Nahrung. Die Entwöhnung ist abgeschlossen. Kitten fressen vollständig Kitten-Nassfutter und brauchen frisches Wasser als Getränk. Keine Milch, kein Milchersatz. Die meisten Kitten werden mit 10 bis 12 Wochen abgegeben und sind dann bereits vollständig auf feste Nahrung umgestellt.

Was brauchen Kitten? Der Nährstoffbedarf

Kitten brauchen nicht einfach "mehr Futter", sondern Futter mit einer anderen Zusammensetzung als Adult-Nahrung. Die wichtigsten Unterschiede:

Protein: mindestens 35% (Trockenmasse). Protein ist der Baustoff für Muskeln, Organe und Immunzellen. Erwachsene Katzen kommen mit 25 bis 30% aus. Kitten brauchen 35 bis 40%, idealerweise aus tierischen Quellen (Fleisch, Innereien), nicht aus pflanzlichen Eiweißquellen wie Soja oder Mais.

Fett: mindestens 20% (Trockenmasse). Fett liefert die meiste Energie pro Gramm. Kitten verbrennen enorme Mengen Kalorien durch Wachstum und Spielen. Der Fettanteil im Kittenfutter liegt typischerweise bei 18 bis 22%, bei Adult-Futter bei 10 bis 15%.

Taurin. Diese Aminosäure ist für Katzen essenziell, weil sie sie nicht selbst herstellen können. Bei Kitten ist Taurin besonders kritisch: Es wird für die Entwicklung von Herz, Augen und Gehirn gebraucht. Ein Mangel in der Wachstumsphase kann zu Herzproblemen und Sehstörungen führen, die sich später nicht mehr korrigieren lassen. Hochwertiges Kittenfutter enthält ausreichend Taurin, bei BARF muss es supplementiert werden.

Calcium und Phosphor. Das Verhältnis ist entscheidend, nicht die absolute Menge. Ideal ist ein Calcium-Phosphor-Verhältnis von 1,1:1 bis 1,3:1. Ein falsches Verhältnis stört die Knochenentwicklung und kann zu Wachstumsstörungen führen. Gutes Kittenfutter hat dieses Verhältnis bereits eingestellt. Bei selbst zusammengestelltem Futter (BARF) ist die Berechnung komplex und fehleranfällig.

Energiedichte. Kitten haben einen kleinen Magen und einen hohen Energiebedarf. Das Futter muss pro Gramm mehr Energie liefern als Adult-Futter, damit das Kitten nicht unrealistisch große Mengen fressen muss, um seinen Bedarf zu decken. Kittenfutter ist deshalb kalorienreicher als Adult-Futter: etwa 100 bis 120 kcal pro 100 g Nassfutter gegenüber 70 bis 90 kcal bei Adult-Produkten.

Wie oft füttern?

Der Magen eines Kittens ist winzig. Ein 8 Wochen altes Kitten wiegt rund 800 Gramm und hat einen Magen, der kaum 20 bis 30 ml fasst. Gleichzeitig ist der Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht doppelt so hoch wie bei einer ausgewachsenen Katze. Die Lösung: viele kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.

AlterMahlzeiten pro TagWarum
8 bis 16 Wochen4 bis 5Kleiner Magen, hoher Energiebedarf, schnelles Wachstum
4 bis 6 Monate3 bis 4Magen wächst, Portionen können größer werden
6 bis 12 Monate3Wachstum verlangsamt sich, Fütterung nähert sich dem Adult-Rhythmus
Ab 12 Monate2 bis 3Ausgewachsen, Adult-Fütterung

Als Polly mit 12 Wochen bei mir eingezogen ist, habe ich vier Mahlzeiten am Tag gegeben: morgens um 7, mittags um 12, nachmittags um 17 und abends um 21 Uhr. Ab dem 5. Monat bin ich auf drei Mahlzeiten umgestiegen, weil sie die Mittagsportion sowieso nur noch halbherzig gefressen hat.

Ein fester Fütterungsrhythmus hilft Kitten, sich einzugewöhnen. Die Mahlzeiten sollten ungefähr zur gleichen Zeit stattfinden. Futterreste nach 30 Minuten wegräumen, besonders bei Nassfutter, das bei Zimmertemperatur schnell verdirbt. Einen ausführlichen Leitfaden zur Fütterungshäufigkeit gibt es unter Katze: Wie oft füttern?.

Futtermenge: Wie viel braucht ein Kitten?

Die richtige Futtermenge hängt vom Alter, Gewicht und Aktivitätslevel ab. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für Nassfutter mit durchschnittlicher Kaloriendichte (ca. 100 kcal/100 g):

AlterGewicht ca.Tagesbedarf (Nassfutter)Kalorien ca.
8 bis 12 Wochen0,8 bis 1,5 kg100 bis 150 g100 bis 150 kcal
3 bis 4 Monate1,5 bis 2,5 kg150 bis 200 g150 bis 200 kcal
5 bis 6 Monate2,5 bis 3,5 kg200 bis 250 g200 bis 250 kcal
7 bis 9 Monate3,0 bis 4,0 kg200 bis 280 g200 bis 280 kcal
10 bis 12 Monate3,5 bis 5,0 kg200 bis 300 g200 bis 300 kcal

Große Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze brauchen deutlich mehr, weil sie langsamer wachsen und ein höheres Endgewicht erreichen. Ein Maine Coon Kitten frisst mit 6 Monaten oft schon 300 g pro Tag.

Wie kontrollierst du die Menge? Wiege dein Kitten einmal pro Woche auf einer Küchenwaage. In den ersten 4 Monaten sollte es täglich 10 bis 15 g zunehmen. Eine gleichmäßige Gewichtszunahme ist ein gutes Zeichen. Stagnation oder Gewichtsverlust über mehr als drei Tage ist ein Grund, zum Tierarzt zu gehen.

Die Rippen sollten leicht tastbar sein, aber nicht sichtbar hervorstehen. Von oben betrachtet hat ein normalgewichtiges Kitten eine erkennbare Taille. Wenn die Rippen unter einer Fettschicht verschwinden, bekommt das Kitten zu viel.

Die besten Kitten-Futter im Vergleich

Nicht jedes Futter mit "Kitten" auf der Verpackung ist automatisch gut. Entscheidend sind Fleischanteil, Deklaration und Nährstoffprofil. Diese Marken haben sich in der Praxis bewährt:

MarkeFleischanteilKitten-LinieBesonderheitPreis/kg ca.
Anifit93-99%Nein (ab 4. Monat geeignet)Höchster Fleischanteil, offene Deklaration17-20 EUR
MjAMjAM Kitten93-96%JaGetreidefrei, offene Deklaration8-12 EUR
Leonardo Kitten70-90%Ja (Nass + Trocken)Gute Trockenfutter-Ergänzung ab 4. Monat7-10 EUR
Animonda Carny Kitten60-70%JaGünstig, überall erhältlich5-7 EUR
Catz Finefood Kitten70-80%JaGute Konsistenz für junge Kitten9-12 EUR

MjAMjAM Kitten ist meine erste Wahl für den Start. 93 bis 96% Fleisch, komplett getreidefrei, offene Deklaration mit Prozentangaben und ein fairer Preis. Die Konsistenz ist weich genug für junge Kitten ab der 6. Woche, wenn man es mit etwas Wasser anrührt.

Anifit hat zwar keine eigene Kitten-Linie, aber die Sorten eignen sich ab dem 4. bis 5. Monat dank des hohen Nährstoffgehalts auch für Kitten. Der Fleischanteil von bis zu 99% ist der höchste im Vergleich. Anifit ist nur über den eigenen Online-Shop erhältlich. Mit dem Rabattcode katzii10 sparst du 10% auf deine Erstbestellung.

Animonda Carny Kitten ist der beste Einstieg für kleines Budget. Die Qualität ist ordentlich, der Fleischanteil mit 60 bis 70% solide und die Verfügbarkeit im Einzelhandel ein Vorteil. Für Kitten ab der Entwöhnung bis zum 4. Monat eine gute Wahl, bevor man auf höherwertiges Futter umsteigt.

Trockenfutter für Kitten?

Die kurze Antwort: möglich als Ergänzung, nicht als Alleinfutter.

Trockenfutter enthält nur 8 bis 10% Feuchtigkeit, Nassfutter 75 bis 80%. Kitten trinken von Natur aus wenig und decken ihren Flüssigkeitsbedarf hauptsächlich über die Nahrung. Eine reine Trockenfutter-Ernährung führt bei den meisten Kitten zu chronischer Dehydrierung, was langfristig die Nieren belastet.

Ab dem 4. Monat kann Trockenfutter als Ergänzung zum Nassfutter angeboten werden. Die bleibenden Zähne sind dann da und die Kitten können die Kroketten zerkauen. Maximal 20 bis 30% der Tagesration sollten aus Trockenfutter bestehen. Wer Trockenfutter gibt, muss die Wasseraufnahme im Auge behalten. Ein Trinkbrunnen kann helfen, die Katze zum Trinken zu animieren.

Trockenfutter hat einen praktischen Vorteil: Es lässt sich als Beschäftigungsfutter verwenden. Kroketten über den Boden rollen, in einem Fummelboard verstecken oder in einen Snackball füllen. So wird aus Futter ein Spielzeug. Eine ausführliche Gegenüberstellung findest du im Vergleich Nassfutter vs. Trockenfutter.

Häufige Fehler bei der Kitten-Ernährung

Kuhmilch geben. Einer der häufigsten Fehler. Katzen sind ab der Entwöhnung laktoseintolerant. Kuhmilch verursacht Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen. Auch "laktosefreie" Kuhmilch ist nicht optimal, weil das Nährstoffprofil nicht stimmt. Wenn du Milch als Leckerli geben willst, verwende spezielle Katzenmilch in kleinen Mengen.

Menschliches Essen verfüttern. Gekochtes Hühnchen ohne Gewürze ist in Ordnung. Aber viele Lebensmittel, die für Menschen harmlos sind, sind für Katzen giftig: Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade, Weintrauben, Avocado. Gewürztes Fleisch, Wurstwaren und Käse sind ebenfalls tabu. Kitten lernen schnell, am Tisch zu betteln, wenn sie einmal etwas bekommen haben.

Zu schneller Futterwechsel. Kitten haben einen empfindlichen Magen. Ein abrupter Wechsel von einer Marke auf eine andere führt häufig zu Durchfall oder Erbrechen. Jeder Futterwechsel sollte über 7 bis 10 Tage schrittweise erfolgen: Neues Futter in steigenden Anteilen unter das gewohnte Futter mischen.

Überfütterung. "Es wächst ja noch" ist kein Freibrief für unbegrenzte Futtermengen. Übergewichtige Kitten werden mit hoher Wahrscheinlichkeit übergewichtige Katzen. Freie Fütterung (Napf steht immer voll) funktioniert bei manchen Kitten, führt bei anderen aber zu Überfressen. Gewichtskontrolle per Küchenwaage ist verlässlicher als Augenmaß.

Kein frisches Wasser bereitstellen. Sobald Kitten festes Futter fressen, brauchen sie Zugang zu frischem Wasser. Der Wassernapf sollte nicht direkt neben dem Futternapf stehen. Katzen bevorzugen es instinktiv, nicht neben ihrer Nahrungsquelle zu trinken. Ein separater Standort oder ein Trinkbrunnen erhöht die Wasseraufnahme.

Häufige Fragen

Ab wann darf ein Kitten festes Futter fressen?

Ab der 4. Lebenswoche können Kitten ersten Kontakt mit breiigem Nassfutter haben, parallel zur Muttermilch. Ab der 8. Woche fressen die meisten Kitten vollständig feste Nahrung. Wenn du ein Kitten mit 10 bis 12 Wochen übernimmst, ist die Entwöhnung normalerweise abgeschlossen. Alle Details zur Umstellung findest du im Artikel Kittenfutter: Ab wann, wie lange und welches?.

Wie lange soll ich Kittenfutter geben?

Bis zum 12. Lebensmonat bei normalen Rassen. Große Rassen wie Maine Coon oder Ragdoll profitieren von Kittenfutter bis zum 15. oder 18. Monat, weil sie langsamer wachsen. Danach schrittweise auf Adult-Futter umstellen, über einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen.

Mein Kitten frisst nicht. Was tun?

Prüfe zuerst die Temperatur: Futter direkt aus dem Kühlschrank wird von vielen Kitten abgelehnt. Zimmertemperatur oder leicht angewärmt (kurz in die Mikrowelle, dann gut umrühren) macht das Futter attraktiver. Wenn das Kitten länger als 24 Stunden nichts frisst, geh zum Tierarzt. Bei sehr jungen Kitten unter 12 Wochen ist eine Nahrungsverweigerung von mehr als 12 Stunden bereits ein Notfall.

Brauchen Kitten Nahrungsergänzungsmittel?

Nein, wenn du ein hochwertiges Kitten-Alleinfuttermittel verwendest. Es enthält alle nötigen Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren in der richtigen Dosierung. Supplemente auf eigene Faust zu geben kann sogar schaden: Eine Überdosierung von Vitamin A oder D ist bei Katzen toxisch. Bei BARF ist professionelle Beratung zur Supplementierung Pflicht, weil selbst zusammengestelltes Rohfutter ohne Zusätze fast immer Nährstofflücken hat.

Darf ich meinem Kitten Leckerlis geben?

Ja, aber maximal 5 bis 10% der Tagesration. Leckerlis sind Belohnung, kein Nahrungsbestandteil. Gefriergetrocknetes Fleisch (pures Huhn oder Pute, ohne Zusätze) ist die gesündeste Option. Handelsübliche Katzensnacks enthalten oft Zucker und Getreide, lies die Zutatenliste. Die Leckerlimenge von der regulären Futtermenge abziehen, sonst stimmt die Kalorienbilanz nicht mehr.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

5 Fragen, 1 Minute. Wir empfehlen dir das passende Futter basierend auf Alter, Gewicht und Lebensweise.