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Katzenleckerlis im Test: Gesunde Snacks vs. Zuckerbomben

Welche Katzenleckerlis sind gesund? Wir vergleichen Inhaltsstoffe, Zucker, Getreide und Fleischanteil. Mit Empfehlungen und Warnungen.

Katzenleckerlis im Test: Gesunde Snacks vs. Zuckerbomben

Leckerlis gehören für die meisten Katzenhalter zum Alltag. Als Belohnung, zum Training oder einfach als kleiner Snack zwischendurch. Das Problem: Viele Leckerlis bestehen zu großen Teilen aus Getreide, Zucker und Zusatzstoffen. Was als Belohnung gemeint ist, wird zur ungesunden Gewohnheit.

Ich habe mir die Zutatenlisten der beliebtesten Katzensnacks angesehen und verglichen, was wirklich drinsteckt. Die Unterschiede sind enorm.

Auf einen Blick

  • Gute Leckerlis bestehen aus Fleisch und sonst fast nichts
  • Zucker, Getreide und künstliche Farb- oder Aromastoffe haben in Katzensnacks nichts verloren
  • Leckerlis sollten maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen
  • Gefriergetrocknetes Fleisch ist die einfachste und gesündeste Option
  • Milchdrops und zuckerhaltige Snacks sind die schlechteste Wahl
  • Selbstgemachte Leckerlis aus Hühnchen oder Thunfisch sind eine günstige Alternative

Worauf es bei Leckerlis wirklich ankommt

Die Kriterien für gute Leckerlis sind dieselben wie für gutes Katzenfutter: hoher Fleischanteil, kein Zucker, kein Getreide, möglichst wenige Zusatzstoffe. Bei Leckerlis wird das aber deutlich häufiger ignoriert als beim Hauptfutter. Viele Katzenhalter achten beim Nassfutter auf die Zutatenliste, greifen dann aber zu Leckerlis, deren Zusammensetzung sie nie überprüft haben.

Fleischanteil: Ein gutes Leckerli besteht zu mindestens 90% aus Fleisch. Idealerweise aus einer einzigen Proteinquelle, das ist auch für Allergiker-Katzen relevant. Gefriergetrocknete Snacks kommen oft auf 100%, weil dem rohen Fleisch lediglich Wasser entzogen wird.

Kein Zucker: Zucker hat in Katzensnacks genauso wenig verloren wie im Hauptfutter. Katzen können süß nicht schmecken, und der Zucker dient einzig dazu, das Produkt für den Menschen ansprechender zu machen. In Leckerlis findet man ihn als Dextrose, Maltose oder versteckt unter "Zucker und Nebenerzeugnisse".

Kein Getreide: Katzen sind obligate Karnivoren. Weizen, Mais und Reis dienen in Leckerlis als günstige Füllstoffe. Sie liefern Kalorien, aber keinen relevanten Nährwert für die Katze. Bei Dreamies und ähnlichen Produkten macht Getreide einen erheblichen Anteil der Zusammensetzung aus.

Wenig Zusatzstoffe: Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Aromen: je kürzer die Zutatenliste, desto besser. Ein gefriergetrocknetes Stück Hühnerbrust braucht keine E-Nummern.

Die besten Katzenleckerlis: empfehlenswert

Diese Leckerlis bestehen fast ausschließlich aus Fleisch. Die Zutatenlisten sind kurz, transparent und frei von Zucker und Getreide.

ProduktFleischanteilZuckerGetreidePreis ca.
Thrive PremiumPlus Snacks100%NeinNein12-15 EUR/100g
Cosma Snackies100%NeinNein8-10 EUR/100g
Purizon Snacks92-97%NeinNein6-9 EUR/100g
GranataPet FeiniSnack90%+NeinNein7-10 EUR/100g

Thrive PremiumPlus Snacks

100% gefriergetrocknetes Fleisch, eine einzige Zutat. Erhältlich in Huhn, Ente, Lachs und weiteren Sorten. Die Textur ist trocken und leicht krümelig, was die meisten Katzen mögen. Milo, der sonst bei Leckerlis wählerisch ist, frisst die Hühnchen-Variante sofort. Kein Zucker, kein Getreide, keine Zusatzstoffe.

Cosma Snackies

Ebenfalls gefriergetrocknetes Fleisch mit einer Zutat. Cosma bietet Huhn, Ente, Thunfisch und Lachs an. Die Stücke sind etwas größer als bei Thrive, was für manche Katzen angenehmer ist. Preislich etwas günstiger und über zooplus gut verfügbar. Polly bevorzugt die Thunfisch-Variante.

Purizon Snacks

Hoher Fleischanteil mit kleinem Anteil pflanzlicher Zutaten (Kartoffel, Erbse). Nicht ganz 100%, aber getreidefrei und ohne Zucker. Die Konsistenz ist fester, eher wie ein kleines Krokettenstück. Gute Option für Katzen, die die krümelige Textur von Gefriergetrocknetem nicht mögen.

Gefriergetrocknetes Fleisch (diverse Anbieter)

Im Grunde die einfachste und sicherste Wahl. Ob von Thrive, Cosma oder einem anderen Anbieter: Gefriergetrocknetes Fleisch enthält per Definition nur Fleisch. Die Gefriertrocknung entzieht Wasser bei niedrigen Temperaturen, wodurch Nährstoffe und Geschmack erhalten bleiben. Im Zoofachhandel und online sind Varianten von Huhn, Rind, Lachs und Garnele erhältlich.

Mittelfeld: mit Vorbehalt

Diese Leckerlis sind extrem beliebt, aber die Zusammensetzung ist nicht überzeugend.

Dreamies

Dreamies sind der meistverkaufte Katzensnack in Deutschland. Katzen reagieren auf Dreamies oft geradezu süchtig. Ein Blick auf die Zutatenliste erklärt, warum: Getreide steht an erster Stelle, gefolgt von Ölen und Fetten. Der Fleischanteil liegt bei nur 4% (in der Huhn-Variante). Dazu kommen "pflanzliche Eiweißextrakte" und diverse Zusatzstoffe. Kein Zucker, das ist positiv. Aber ein Leckerli, das zu über 90% aus Nicht-Fleisch besteht, ist für einen Fleischfresser fragwürdig.

Polly frisst Dreamies wie besessen. Das ändert nichts an der schlechten Zusammensetzung. Katzen mögen vieles, was nicht gut für sie ist.

Felix Knabber Mix

Ähnliches Bild wie bei Dreamies. Getreide als Hauptzutat, niedriger Fleischanteil (4%), diverse Zusatzstoffe. Die knusprige Textur spricht Katzen an, der Inhalt weniger. Kein Zucker, aber viel Getreide und eine geschlossene Deklaration, die wenig Einblick gibt.

Beide Produkte sind nicht giftig und in kleinen Mengen unbedenklich. Wer sie gelegentlich gibt, schadet seiner Katze nicht akut. Als tägliche Belohnung gibt es aber deutlich bessere Alternativen.

Nicht empfehlenswert

Von diesen Snacks rate ich ab. Die Zusammensetzung ist aus Ernährungssicht schlecht.

Milchdrops und Joghurt-Snacks

Viele Katzen sind laktoseintolerant. Milchdrops enthalten Milchzucker (Laktose), Zucker und oft auch Getreide. Die Kombination aus Zucker und Laktose kann zu Verdauungsproblemen führen. Milo reagiert auf Milchdrops innerhalb von Stunden mit weichem Stuhl. Dass diese Produkte als "Belohnung" vermarktet werden, ist irreführend.

Zuckerhaltige Snacks und Pasten

Malzpaste, Lachscreme und ähnliche Tuben-Snacks enthalten oft Zucker oder Maltose. Die Zutatenlisten lesen sich wie bei einem Dessert, nicht wie bei einem Fleischfresser-Snack. Einige Hersteller verwenden "Zucker und Nebenerzeugnisse" als Sammelkategorie. Was genau drinsteckt, bleibt unklar. Anti-Hairball-Pasten sind hier eine Ausnahme, sofern sie vom Tierarzt empfohlen wurden, sie haben einen medizinischen Zweck.

Snacks mit Farbstoffen und Aromen

Bunte Leckerlis in Rot, Grün und Gelb sind ein sicheres Zeichen für künstliche Farbstoffe. Katzen sehen Farben anders als Menschen und profitieren nicht davon. Die Farbstoffe dienen dem Marketing, nicht der Katze. In Kombination mit Zucker und Getreide entsteht ein Produkt, das mit artgerechter Ernährung nichts zu tun hat.

Wie viel Leckerlis pro Tag?

Die Faustregel: Leckerlis sollten maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Bei einer durchschnittlichen Hauskatze (4 kg, Wohnungshaltung) sind das ungefähr 25-30 kcal pro Tag für Leckerlis. Das entspricht je nach Produkt 5-10 kleinen Snackstücken.

Wer hochwertige gefriergetrocknete Leckerlis gibt, hat etwas mehr Spielraum, weil diese hauptsächlich aus Protein bestehen und kaum Kohlenhydrate liefern. Bei Dreamies oder Milchdrops ist die 10%-Grenze schneller erreicht, weil der Getreide- und Zuckeranteil zusätzliche Kalorien liefert.

Wichtig: Leckerlis ersetzen keine Mahlzeit. Auch die besten Snacks liefern nicht das vollständige Nährstoffprofil eines Alleinfuttermittels. Wenn du viele Leckerlis gibst, reduziere die Hauptfutter-Menge entsprechend, damit deine Katze nicht zunimmt.

Polly hat innerhalb von drei Monaten 300 Gramm zugenommen, als ich die Leckerli-Menge nicht an die Futtermenge angepasst hatte. Seitdem zähle ich die Snacks pro Tag und halte mich an die Obergrenze.

DIY-Leckerlis: Selbstgemachte Snacks

Selbstgemachte Leckerlis sind günstig, gesund und du weißt genau, was drinsteckt. Zwei einfache Rezepte, die bei meinen Katzen gut ankommen.

Getrocknetes Hühnchen

Hühnerbrust in dünne Streifen schneiden (ca. 3-5 mm). Im Backofen bei 70°C Umluft für 3-4 Stunden trocknen, bis die Streifen fest und biegsam sind. Kein Salz, keine Gewürze. In einem luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahren, hält sich ca. 5-7 Tage. Im Tiefkühler bis zu 3 Monate.

Thunfisch-Treats

Eine Dose Thunfisch im eigenen Saft (ohne Öl, ohne Salzzusatz) abtropfen lassen. Mit einem Ei vermengen und in kleine Kleckse auf ein Backblech setzen. Bei 180°C ca. 12-15 Minuten backen, bis die Treats fest sind. Im Kühlschrank 3-4 Tage haltbar.

Beide Rezepte kommen mit einer oder zwei Zutaten aus. Das ist mehr, als man von den meisten Supermarkt-Leckerlis sagen kann.

Häufige Fragen

Sind Dreamies schädlich für Katzen?

Nicht akut schädlich. Dreamies enthalten keinen Zucker und keine giftigen Inhaltsstoffe. Der Fleischanteil ist mit 4% sehr niedrig und Getreide die Hauptzutat, was bei einem reinen Fleischfresser nicht ideal ist. Als gelegentlicher Snack (2-3 Stück pro Tag) unbedenklich. Als tägliche Hauptbelohnung gibt es deutlich bessere Alternativen mit höherem Fleischanteil.

Wie viele Leckerlis darf eine Katze pro Tag bekommen?

Maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr. Für eine durchschnittliche Wohnungskatze mit 4 kg sind das ca. 25-30 kcal aus Leckerlis. Je nach Produkt entspricht das 5-10 Stücken pro Tag. Die genaue Menge hängt vom Kaloriengehalt des Snacks und dem Aktivitätslevel deiner Katze ab.

Können Katzen von Leckerlis abhängig werden?

Katzen entwickeln keine Sucht im medizinischen Sinn. Was passiert: Sie gewöhnen sich an den intensiven Geschmack von stark aromatisierten Snacks und verweigern dann blander schmeckendes Futter. Das Verhalten ähnelt einer Gewöhnung, nicht einer Abhängigkeit. Die Lösung ist einfach: Leckerli-Menge reduzieren, auf weniger aromatisierte Snacks (z.B. gefriergetrocknetes Fleisch) umsteigen.

Dürfen Kitten Leckerlis bekommen?

Ab einem Alter von ca. 12 Wochen, ja. In kleinen Mengen und mit angepasster Größe. Gefriergetrocknete Fleischstücke eignen sich gut, weil sie leicht zu zerkleinern sind. Bei Kitten ist die 10%-Regel besonders wichtig, weil der Nährstoffbedarf im Wachstum hoch ist und Leckerlis kein Alleinfutter ersetzen. Auf Milchdrops und zuckerhaltige Snacks bei Kitten komplett verzichten.

Nächster Schritt

Welches Futter passt zu deiner Katze?

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