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Erkältung bei Katzen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Niesen, tränende Augen, Nasenausfluss: Auch Katzen können sich erkälten. Woran du eine Erkältung erkennst und wann der Tierarzt nötig ist.

Katze mit Erkältungssymptomen

Deine Katze niest, hat tränende Augen und wirkt schlapp? Leichte Atemwegsinfektionen kommen bei Katzen vor, besonders in der kalten Jahreszeit. Die meisten Fälle heilen innerhalb weniger Tage von allein. Das Problem: Hinter den Symptomen kann auch ein ernsthafter Katzenschnupfen stecken, der tierärztlich behandelt werden muss. Hier erfährst du, wie du beides unterscheidest und wann du handeln solltest.

Erkältung oder Katzenschnupfen?

Der Begriff "Erkältung" wird umgangssprachlich für viele Atemwegsprobleme bei Katzen verwendet. Streng genommen gibt es bei Katzen keine Erkältung im menschlichen Sinn. Was Katzenhalter als Erkältung wahrnehmen, ist entweder eine milde, selbstlimitierende Reizung der oberen Atemwege oder der Beginn eines infektiösen Katzenschnupfens.

Leichte Atemwegsreizung

Eine vorübergehende Reizung der Atemwege entsteht zum Beispiel durch Zugluft, trockene Heizungsluft, Staub oder Temperaturwechsel. Die Katze niest gelegentlich, hat vielleicht leicht tränende Augen und ist etwas ruhiger als sonst. Der Nasenausfluss bleibt klar und wässrig. Diese Symptome verschwinden nach ein bis drei Tagen ohne Behandlung.

Infektiöser Katzenschnupfen

Katzenschnupfen wird durch Viren (Felines Herpesvirus, Felines Calicivirus) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellen) ausgelöst. Die Symptome sind deutlich schwerer: häufiges Niesen in Serien, eitriger oder farbiger Nasenausfluss, geschwollene Augen, Fieber und Appetitlosigkeit. Unbehandelt kann Katzenschnupfen chronisch werden und bleibende Schäden verursachen. Alles Wichtige dazu findest du im Artikel Katzenschnupfen: Symptome, Behandlung und wann zum Tierarzt.

Die Unterscheidung ist nicht immer sofort möglich. Ein infektiöser Katzenschnupfen beginnt oft mit denselben milden Symptomen wie eine harmlose Reizung. Die Faustregel: Werden die Beschwerden innerhalb von zwei bis drei Tagen schlimmer statt besser, ist wahrscheinlich eine Infektion im Spiel.

Symptome einer erkälteten Katze

Die typischen Anzeichen einer leichten Atemwegsinfektion bei Katzen:

  • Gelegentliches Niesen (nicht in anhaltenden Serien)
  • Klarer, wässriger Nasenausfluss
  • Leicht tränende Augen
  • Vermehrtes Schlafen und weniger Spieltrieb
  • Leicht verminderter Appetit

Was auffällt: Die Katze frisst weiterhin, trinkt normal und reagiert auf Ansprache. Sie ist ruhiger als sonst, zieht sich aber nicht vollständig zurück. Der Nasenausfluss bleibt klar und die Augen sind nicht verklebt oder geschwollen.

Wann zum Tierarzt?

Bestimmte Symptome erfordern einen Tierarztbesuch, weil sie auf eine ernsthafte Infektion hindeuten:

Farbiger Nasenausfluss. Sobald der Ausfluss gelblich, grünlich oder blutig wird, sind Bakterien beteiligt. Klarer Ausfluss kann harmlos sein, verfärbter Ausfluss ist es nie.

Fieber. Die normale Körpertemperatur einer Katze liegt zwischen 38,0 und 39,2 °C. Rektal messen ist am zuverlässigsten. Werte über 39,5 °C deuten auf eine Infektion hin. Ohne Fieberthermometer erkennst du Fieber an heißen Ohren, trockener und warmer Nase und allgemeiner Schlappheit.

Futterverweigerung über 24 Stunden. Wenn deine Katze nicht mehr frisst, ist das bei Katzen immer ein ernstes Warnsignal. Katzen, die länger als 24 bis 48 Stunden nichts fressen, riskieren eine hepatische Lipidose (Fettleber). Gerade bei einer verstopften Nase fällt das Fressen schwer, weil Katzen fast ausschließlich über den Geruch entscheiden, ob etwas Futter ist.

Atembeschwerden. Maulatmung, rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Atmen und sichtbar angestrengtes Einatmen zeigen, dass die unteren Atemwege betroffen sind. Das ist ein Notfall.

Verklebte oder geschwollene Augen. Eitriger Augenausfluss weist auf eine bakterielle Beteiligung hin und kann unbehandelt zu Hornhautschäden führen.

Symptome länger als drei Tage. Eine harmlose Reizung klingt nach spätestens drei Tagen ab. Bleibt die Katze länger verschnupft, liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Infektion vor, die behandelt werden muss.

Bei Kitten, Senioren und immungeschwächten Katzen gilt: Lieber einen Tag zu früh zum Tierarzt als einen zu spät. Ihr Immunsystem kompensiert weniger, und eine milde Infektion kann bei ihnen schnell eskalieren.

Was du zu Hause tun kannst

Bei milden Symptomen ohne Fieber, ohne farbigen Ausfluss und mit erhaltenem Appetit kannst du deine Katze unterstützend versorgen.

Ruhe und Wärme. Stelle sicher, dass deine Katze einen zugfreien, warmen Schlafplatz hat. Erkältete Katzen schlafen mehr und brauchen Rückzugsmöglichkeiten. Vermeide Stress durch laute Geräusche, Besucher oder Veränderungen im Tagesablauf.

Luftfeuchtigkeit erhöhen. Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute. Ein feuchtes Handtuch über der Heizung oder ein Luftbefeuchter im Raum helfen. Alternativ: Lass die Katze ins Badezimmer, während du heiß duschst. Die feuchte, warme Luft löst Schleim in den Atemwegen.

Nase und Augen reinigen. Wische verkrusteten Ausfluss vorsichtig mit einem warmen, feuchten Tuch ab. Für jedes Auge ein separates Tuch verwenden, um keine Keime zu verschleppen. Eine freie Nase ist entscheidend, weil die Katze sonst das Futter nicht riecht und aufhört zu fressen.

Futter anwärmen. Stelle das Nassfutter für 10 Sekunden in die Mikrowelle oder gib etwas warmes Wasser dazu. Warmes Futter riecht intensiver und regt den Appetit an, selbst wenn die Nase teilweise verstopft ist.

Flüssigkeitszufuhr sichern. Stelle mehrere Wassernäpfe auf oder biete einen Trinkbrunnen an. Wenn deine Katze wenig trinkt, kannst du ungesalzene Hühnerbrühe oder etwas Thunfischwasser anbieten.

Verzichte auf Medikamente aus der menschlichen Hausapotheke. Paracetamol ist für Katzen tödlich, schon eine Tablette kann zum Tod führen. Ibuprofen und Aspirin sind ebenfalls giftig. Nasensprays, Hustensaft und ätherische Öle (Eukalyptus, Teebaumöl) haben bei Katzen nichts zu suchen.

Wer ist besonders gefährdet?

Kitten

Das Immunsystem von Kitten ist in den ersten Lebensmonaten noch nicht ausgereift. Der Nestschutz durch die Antikörper der Mutter lässt ab der sechsten bis achten Lebenswoche nach. In dieser Phase sind Kitten besonders anfällig für Atemwegsinfektionen. Was bei einer erwachsenen Katze nach drei Tagen vorbei ist, kann bei einem Kitten schnell in eine Lungenentzündung übergehen.

Seniorkatzen

Ab einem Alter von etwa zehn Jahren arbeitet das Immunsystem weniger effizient. Chronische Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion schwächen die Abwehr weiter. Ältere Katzen zeigen Symptome oft weniger deutlich, sind aber stärker gefährdet für Komplikationen.

Freigänger

Katzen mit Freigang sind Temperaturschwankungen, Nässe und anderen Katzen ausgesetzt. Der Kontakt zu Artgenossen erhöht das Risiko für Virusinfektionen erheblich, weil Katzenschnupfen-Erreger über Tröpfcheninfektion und direkten Kontakt übertragen werden. Ein aktueller Impfschutz ist für Freigänger besonders wichtig.

Katzen in Mehrkatzenhaushalten

In Haushalten mit mehreren Katzen verbreiten sich Atemwegserreger schnell. Gemeinsam genutzte Näpfe, Katzentoiletten und Schlafplätze sind Übertragungswege. Wenn eine Katze niest, solltest du sie nach Möglichkeit vorübergehend von den anderen trennen, bis klar ist, ob eine Infektion vorliegt.

Vorbeugung

Impfung. Die Impfung gegen Katzenschnupfen gehört zu den Core-Impfungen und wird für alle Katzen empfohlen. Sie verhindert nicht jede Infektion, schützt aber zuverlässig vor schweren Verläufen. Kitten werden ab der achten Lebenswoche grundimmunisiert.

Zugluft vermeiden. Schlafplätze sollten nicht an Fenstern stehen, die regelmäßig gekippt werden. Feuchte Katzen nach dem Freigang abtrocknen, falls sie es zulassen.

Stressreduktion. Stress schwächt das Immunsystem und begünstigt Infektionen. Feste Routinen bei Fütterung und Spielzeiten, ausreichend Rückzugsorte und ein stabiles Umfeld helfen, den Stresspegel niedrig zu halten.

Gute Ernährung. Eine ausgewogene, proteinreiche Ernährung mit hochwertigem Nassfutter unterstützt das Immunsystem. Mangelernährung macht anfälliger für Infektionen jeder Art.

Hygiene im Mehrkatzenhaushalt. Futternäpfe und Katzentoiletten regelmäßig reinigen. Neu aufgenommene Katzen zunächst separieren und tierärztlich untersuchen lassen, bevor sie Kontakt zu den anderen bekommen.

Häufige Fragen

Können sich Katzen bei Menschen anstecken?

Nein. Menschliche Erkältungsviren (Rhinoviren, Coronaviren) sind nicht auf Katzen übertragbar. Umgekehrt sind die Erreger, die Katzen befallen, für Menschen ungefährlich. Wenn du erkältet bist, brauchst du dir um deine Katze keine Sorgen zu machen.

Wie lange dauert eine Erkältung bei Katzen?

Eine leichte Atemwegsreizung klingt nach ein bis drei Tagen ab. Ein infektiöser Katzenschnupfen dauert bei Behandlung ein bis drei Wochen. Wenn die Symptome nach drei Tagen nicht besser werden, geh zum Tierarzt.

Darf meine erkältete Katze nach draußen?

Nein. Halte sie drinnen, bis die Symptome vollständig abgeklungen sind. Draußen ist sie Kälte, Nässe und dem Kontakt mit anderen Katzen ausgesetzt, was die Genesung verzögert und andere Katzen anstecken kann.

Nächster Schritt

Das richtige Futter kann Beschwerden lindern

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