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Katze chippen lassen: Kosten, Ablauf und Registrierung

Ein Mikrochip ist der sicherste Weg, deine Katze zu identifizieren. Was das Chippen kostet, wie es abläuft und wo du den Chip registrieren solltest.

Katze bekommt Mikrochip beim Tierarzt

Jedes Jahr entlaufen in Deutschland hunderttausende Katzen. Ohne eindeutige Kennzeichnung finden viele von ihnen nie zurück nach Hause. Ein Mikrochip löst dieses Problem: Er ist kleiner als ein Reiskorn, wird in Sekunden eingesetzt und hält ein ganzes Katzenleben lang. Die Kosten liegen zwischen 30 und 50 Euro, die Registrierung bei TASSO ist kostenlos.

Wie funktioniert ein Mikrochip?

Der Mikrochip ist ein passiver Transponder, etwa 12 mm lang und 2 mm dick. Er wird unter die Haut implantiert und enthält eine 15-stellige Nummer nach den internationalen Standards ISO 11784 und ISO 11785. Diese Nummer ist weltweit einmalig.

Der Chip hat keine Batterie und sendet kein dauerhaftes Signal. Erst wenn ein Lesegerät in die Nähe kommt, aktiviert das elektromagnetische Feld den Transponder. Er überträgt dann seine gespeicherte Nummer. Tierärzte, Tierheime und Polizeidienststellen verfügen über solche Lesegeräte und scannen jedes Fundtier routinemäßig.

Ein häufiges Missverständnis: Der Chip ist kein GPS-Tracker. Du kannst deine Katze damit nicht orten. Seine einzige Funktion besteht darin, die gespeicherte Nummer auszugeben, wenn ein Lesegerät sie abfragt. Der Nutzen entsteht durch die Verknüpfung dieser Nummer mit deinen Kontaktdaten in einer Registrierungsdatenbank.

Ablauf beim Tierarzt

Das Chippen dauert wenige Sekunden und erfordert keine Narkose. Der Tierarzt setzt den Transponder mit einer speziellen Injektionsnadel unter die Haut, üblicherweise zwischen den Schulterblättern. Die Nadel ist etwas dicker als bei einer Standardimpfung, aber der Vorgang ist vergleichbar: ein kurzer Piks, fertig.

Die meisten Katzen reagieren mit einem kurzen Zucken. Komplikationen wie Entzündungen an der Einstichstelle treten extrem selten auf. Kitten können ab einem Alter von etwa acht Wochen gechipt werden. Viele Tierärzte kombinieren den Eingriff mit der ersten Impfung oder der Erstuntersuchung, sodass kein zusätzlicher Termin nötig ist.

Nach dem Einsetzen prüft der Tierarzt sofort mit dem Lesegerät, ob der Chip korrekt funktioniert. Lass dir die 15-stellige Chipnummer geben und notiere sie. Du brauchst sie für die Registrierung.

Was kostet das Chippen?

In deutschen Tierarztpraxen liegt der Preis für das Chippen zwischen 30 und 50 Euro. Die genauen Kosten hängen von der Praxis, der Region und davon ab, ob eine separate Untersuchungspauschale anfällt. In Kombination mit einer Impfung oder Kastration wird das Chippen oft günstiger angeboten.

Tierheime und Tierschutzvereine chippen ihre Katzen in der Regel vor der Vermittlung. Die Kosten sind dann in der Schutzgebühr enthalten. Wer eine Katze aus dem Tierheim adoptiert, bekommt sie meistens bereits gechipt und registriert.

Die Registrierung selbst verursacht bei TASSO keine Kosten. Bei Findefix fällt eine einmalige Gebühr von etwa 20 Euro an. Gerechnet auf ein ganzes Katzenleben ist das Chippen eine der günstigsten Vorsorgemaßnahmen.

Registrierung bei TASSO und Findefix

Ein Chip ohne Registrierung ist nutzlos. Die Nummer allein verrät niemandem, wem die Katze gehört. Erst die Verknüpfung mit deinem Namen, deiner Adresse und Telefonnummer in einer Datenbank macht den Chip wirksam.

TASSO e.V.

TASSO ist mit über 10 Millionen registrierten Tieren das größte Haustierregister Europas. Die Registrierung ist kostenlos und in wenigen Minuten online erledigt. TASSO betreibt eine 24-Stunden-Notrufzentrale und arbeitet mit Tierärzten, Tierheimen und Behörden zusammen. Die meisten Fundtiere in Deutschland werden gegen die TASSO-Datenbank abgeglichen.

Findefix

Findefix ist das Register des Deutschen Tierschutzbundes (früher unter dem Namen IFTA bekannt). Die einmalige Registrierungsgebühr liegt bei rund 20 Euro. Findefix ist ebenfalls bei Tierheimen und Behörden angebunden.

Du kannst deine Katze bei beiden Registern gleichzeitig eintragen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fundtier zugeordnet wird.

Kontaktdaten aktuell halten

Dieser Punkt wird oft vergessen und ist trotzdem entscheidend. Nach einem Umzug, einem Wechsel der Handynummer oder wenn die Katze den Besitzer wechselt, müssen die Daten im Register aktualisiert werden. Bei TASSO geht das online über das persönliche Konto. Veraltete Kontaktdaten machen den Chip im Ernstfall wertlos, weil die Rückverfolgung ins Leere läuft.

Prüfe deine hinterlegten Daten mindestens einmal im Jahr. Wer umzieht, sollte die Aktualisierung direkt zusammen mit der Ummeldung erledigen.

Chip oder Tätowierung?

Vor der Einführung von Mikrochips wurden Katzen per Tätowierung in der Ohrmuschel gekennzeichnet. Diese Methode hat mehrere Nachteile: Die Tätowierung verblasst mit der Zeit und wird unleserlich. Der Vorgang erfordert eine Narkose, was ein zusätzliches Risiko darstellt. Für den EU-Heimtierausweis wird seit 2011 ausschließlich der Mikrochip als Identifikation akzeptiert.

Der Chip ist schmerzärmer, haltbarer und international kompatibel. Katzen mit einer alten Tätowierung sollten zusätzlich gechipt werden, da die Tätowierung allein keine zuverlässige Identifikation mehr garantiert.

Chip-Pflicht in Deutschland

Eine bundesweite Pflicht zum Chippen von Katzen gibt es in Deutschland nicht. Allerdings haben zahlreiche Städte und Gemeinden eigene Katzenschutzverordnungen erlassen, die eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen vorschreiben. Dazu gehören unter anderem Paderborn, Köln, Bonn und viele weitere Kommunen. Die Regelungen unterscheiden sich von Ort zu Ort, deshalb lohnt sich ein Blick in die lokale Verordnung.

Für Reisen innerhalb der EU ist der Mikrochip seit 2011 verpflichtend. Die Chipnummer wird im EU-Heimtierausweis eingetragen und mit dem Impfstatus (vor allem Tollwut) verknüpft. Ohne gültigen Chip und Ausweis ist keine legale Grenzüberquerung möglich.

Auch für reine Wohnungskatzen ergibt ein Chip Sinn. Ein gekipptes Fenster, eine offen gelassene Balkontür oder ein unachtsamer Handwerker: Auch Katzen ohne Freigang entwischen gelegentlich. Ohne Chip und Registrierung gibt es im Tierheim keinen Weg, sie ihrem Besitzer zuzuordnen.

Fundkatze: Was tun?

Wer eine fremde Katze findet, sollte sie zum nächsten Tierarzt oder ins Tierheim bringen. Dort wird sie auf einen Mikrochip gescannt. Ist ein Chip vorhanden und registriert, kann der Besitzer innerhalb von Minuten ermittelt werden. TASSO kontaktiert den Halter direkt über die hinterlegte Telefonnummer oder Adresse.

Hat die Katze keinen Chip, wird es schwieriger. Dann bleibt nur die Hoffnung auf Suchmeldungen, soziale Medien oder dass jemand die Katze anhand eines Fotos erkennt. Ein registrierter Chip macht diesen Aufwand überflüssig und bringt Katze und Mensch schnell wieder zusammen.

Häufige Fragen

Ist das Chippen einer Katze Pflicht?

In Deutschland gibt es keine bundesweite Chipppflicht für Katzen. Manche Bundesländer und Gemeinden haben lokale Regelungen. Für Auslandsreisen in EU-Länder ist ein Mikrochip Pflicht. Das Chippen wird von Tierärzten und Tierschutzorganisationen generell empfohlen.

Tut das Chippen weh?

Das Einsetzen des Mikrochips ist vergleichbar mit einer normalen Impfinjektionsnadel und dauert nur Sekunden. Die meisten Katzen reagieren kaum. Eine Betäubung ist nicht erforderlich. Viele Tierärzte chippen gleichzeitig mit Impfungen oder Kastration.

Was kostet das Chippen einer Katze?

Zwischen 20 und 50 EUR, je nach Tierarztpraxis. Das Chippen bei der Kastration oder einer anderen Narkose ist oft günstiger. Hinzu kommen ggf. Registrierungsgebühren bei Datenbanken wie TASSO (kostenlos) oder Findefix (kostenpflichtig).

Was passiert, wenn eine gechipte Katze gefunden wird?

Der Finder bringt die Katze zum Tierarzt oder Tierheim, wo der Chip mit einem Scanner ausgelesen wird. Die 15-stellige Chipnummer wird gegen Datenbanken (TASSO, IFETH, Petcard) abgeglichen. Deshalb ist es wichtig, den Chip nach dem Einsetzen auch zu registrieren und die Kontaktdaten aktuell zu halten.

Nächster Schritt

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