Ein Mikrochip kostet beim Tierarzt zwischen 30 und 50 Euro und wird in wenigen Sekunden unter die Haut gespritzt. Zusammen mit der kostenlosen Registrierung bei TASSO ist er die zuverlässigste Methode, um eine entlaufene Katze ihrem Besitzer zuzuordnen. Milo wurde als Kitten gechipt, Polly kam bereits gechipt aus dem Tierheim. Beide sind bei TASSO registriert, und ich würde es bei jeder Katze wieder so machen.
Was ist ein Mikrochip?
Der Mikrochip für Katzen ist ein reiskorngroßer Transponder, der unter die Haut implantiert wird. Er enthält eine 15-stellige Nummer, die weltweit einmalig vergeben wird. Diese Nummer folgt den internationalen Standards ISO 11784 und ISO 11785, damit jedes kompatible Lesegerät den Chip auslesen kann.
Der Chip funktioniert passiv, hat also keine eigene Batterie. Er sendet seine Nummer nur dann, wenn ein Lesegerät ihn aktiviert. Dadurch hält er ein ganzes Katzenleben lang, ohne gewartet oder ausgetauscht werden zu müssen.
Ein verbreiteter Irrtum: Der Mikrochip ist kein GPS-Tracker. Er sendet kein Signal, mit dem du deine Katze orten kannst. Seine Funktion beschränkt sich darauf, die gespeicherte Nummer bei Kontakt mit einem Lesegerät zu übermitteln. Findet jemand deine Katze, kann ein Tierarzt oder Tierheim den Chip auslesen und über die Registrierungsdatenbank den Besitzer ermitteln.
Was kostet das Chippen?
Beim Tierarzt kostet das Chippen einer Katze zwischen 30 und 50 Euro. Der Preis variiert je nach Praxis und Region. Manche Tierärzte berechnen zusätzlich eine Untersuchungspauschale, andere kombinieren das Chippen mit der ohnehin anstehenden Erstuntersuchung oder Impfung.
Tierheime und Tierschutzvereine chippen ihre Katzen in der Regel vor der Vermittlung. Die Kosten sind dann im Schutzvertrag enthalten. Polly war bei der Adoption bereits gechipt und registriert, das Tierheim hatte beides erledigt.
Die Registrierung bei TASSO, Europas größtem Haustierregister, ist komplett kostenlos. Du kannst deine Katze online in wenigen Minuten eintragen. Findefix, das Register des Deutschen Tierschutzbundes (ehemals IFTA), verlangt eine einmalige Gebühr von knapp 20 Euro. Beide Register arbeiten mit Tierärzten, Tierheimen und der Polizei zusammen.
Ablauf beim Tierarzt
Das Chippen selbst dauert wenige Sekunden. Der Tierarzt setzt den Transponder mit einer speziellen Injektionsnadel unter die Haut zwischen den Schulterblättern. Die Nadel ist etwas dicker als eine normale Impfnadel, aber der Vorgang ist vergleichbar mit einer Routineimpfung. Eine Narkose ist nicht nötig.
Milo hat bei seinem Chip kurz gezuckt und danach weitergeschnurrt. Die meisten Katzen reagieren mit einem kurzen Unbehagen, das sofort wieder vorbei ist. Entzündungen oder Komplikationen an der Einstichstelle sind extrem selten.
Nach dem Einsetzen prüft der Tierarzt mit einem Lesegerät, ob der Chip korrekt funktioniert und die Nummer ausgelesen werden kann. Diese Kontrolle dauert wenige Sekunden und gehört zum Standardablauf. Lass dir die Chipnummer geben und bewahre sie sicher auf, du brauchst sie für die Registrierung.
Wo registrieren?
Ein Chip ohne Registrierung ist wertlos. Erst die Verknüpfung der Chipnummer mit deinen Kontaktdaten ermöglicht die Zuordnung im Ernstfall. Zwei Register sind in Deutschland relevant.
TASSO e.V. ist mit über 10 Millionen registrierten Tieren das größte Haustierregister Europas. Die Registrierung ist kostenlos, und TASSO betreibt eine 24-Stunden-Notrufzentrale für Fundtiere. Die meisten Tierärzte und Tierheime in Deutschland arbeiten mit TASSO und gleichen Fundtiere automatisch mit deren Datenbank ab.
Findefix (Deutscher Tierschutzbund) ist das zweite große Register. Die einmalige Registrierung kostet rund 20 Euro. Findefix ist ebenfalls bei Tierheimen und Behörden angebunden.
Du kannst deine Katze bei beiden Registern gleichzeitig eintragen. Das erhöht die Chance, dass ein Fundtier zugeordnet wird. Milo und Polly sind beide bei TASSO registriert, weil ich dort die größte Abdeckung sehe.
Ganz wichtig: Halte deine Kontaktdaten aktuell. Bei einem Umzug, Nummernwechsel oder einer Weitergabe der Katze müssen die Daten im Register angepasst werden. Sonst ist der Chip im Ernstfall nutzlos, weil die hinterlegten Informationen ins Leere laufen.
Ist Chippen Pflicht?
In Deutschland gibt es keine bundesweite Chip-Pflicht für Katzen. Einige Bundesländer und Gemeinden haben allerdings eigene Regelungen eingeführt, vor allem für Freigänger. In Paderborn, Köln und einigen anderen Städten müssen Freigängerkatzen gechipt und registriert sein. Die Regeln unterscheiden sich stark je nach Gemeinde, ein Blick in die lokale Katzenschutzverordnung lohnt sich.
Für Reisen innerhalb der EU ist ein Mikrochip dagegen verpflichtend. Seit 2011 muss jede Katze, die eine EU-Grenze überquert, gechipt sein. Die Chipnummer wird im EU-Heimtierausweis eingetragen und mit dem Impfstatus verknüpft. Ohne Chip kein gültiger Ausweis, ohne Ausweis keine legale Einreise.
Auch Wohnungskatzen profitieren vom Chip. Eine offene Balkontür, ein gekipptes Fenster oder ein Handwerker, der die Haustür offen lässt: Auch reine Wohnungskatzen entwischen gelegentlich. Ohne Chip und Registrierung sinkt die Chance, sie wiederzufinden, drastisch. Tierheime scannen jedes Fundtier auf einen Chip. Ohne Treffer in der Datenbank gibt es keinen Weg zurück zum Besitzer.
FAQ
Ab welchem Alter kann eine Katze gechipt werden?
Kitten können ab einem Alter von etwa acht Wochen gechipt werden. Viele Tierärzte kombinieren das Chippen mit der ersten Impfung, die ebenfalls in diesem Zeitraum ansteht. Milo wurde mit neun Wochen gechipt, direkt bei seiner Erstuntersuchung. Es gibt keine obere Altersgrenze.
Tut das Chippen der Katze weh?
Der Einstich ist vergleichbar mit einer Impfung, also kurz unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Die meisten Katzen reagieren kurz und sind danach sofort wieder entspannt. Eine Narkose oder Betäubung ist nicht notwendig. Der gesamte Vorgang dauert wenige Sekunden.
Kann der Chip im Körper wandern?
In seltenen Fällen kann der Chip von der Einsetzstelle zwischen den Schulterblättern leicht verrutschen, etwa Richtung Schulter oder Flanke. Das ist medizinisch unbedenklich und beeinträchtigt die Funktion nicht. Moderne Chips haben eine spezielle Beschichtung, die das Einwachsen ins Gewebe fördert und ein Wandern minimiert. Lass den Chip bei der jährlichen Kontrolluntersuchung kurz auslesen, dann weißt du, ob er noch problemlos erkannt wird.
Chip oder Tätowierung?
Tätowierungen in der Ohrmuschel waren lange die Standardmethode zur Kennzeichnung. Sie verblassen aber mit der Zeit und werden unleserlich. Eine Tätowierung erfordert eine Narkose, was ein zusätzliches Risiko darstellt. Für den EU-Heimtierausweis wird seit 2011 ausschließlich der Mikrochip als Identifikation akzeptiert. Der Chip ist schmerzärmer, haltbarer und international lesbar. Katzen, die eine alte Tätowierung tragen, sollten zusätzlich gechipt werden.
Wenn du deine Katze längere Zeit alleine lässt, gibt ein Chip dir die Sicherheit, dass sie im Fall eines Ausbüxens identifiziert werden kann. Gerade in Mehrpersonenhaushalten, wo nicht jeder gleich aufmerksam auf offene Türen achtet, ist das ein relevanter Faktor.


