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LaPerm: Die Katze mit den Locken

Die LaPerm fällt durch ihr gelocktes Fell auf: eine seltene, freundliche Rasse mit unkompliziertem Wesen. Alles zu Charakter, Pflege und Haltung.

LaPerm Katze mit lockigem Fell

Ein Kitten ohne Fell, das nach wenigen Wochen mit weichen Locken bedeckt ist: Die LaPerm gehört zu den ungewöhnlichsten Katzenrassen der Welt. Sie entstand durch einen genetischen Zufall auf einer Farm in Oregon und hat sich seitdem eine kleine, treue Fangemeinde aufgebaut. Wer eine LaPerm kennenlernt, vergisst schnell die Optik und erinnert sich vor allem an den Charakter: ruhig, verschmust, dabei wacher als die meisten Katzen.

Steckbrief LaPerm

MerkmalDetails
GewichtKätzinnen 2,5–4 kg, Kater 3,5–5,5 kg
FelltypKurz- oder Langhaar, lockig bis gewellt, weich
KörperbauMittelgroß, sportlich, mittelschwer
FarbenAlle Farben und Muster anerkannt
Lebenserwartung12–15 Jahre
HerkunftOregon, USA (1982)
AktivitätslevelMittel bis hoch
HaltungWohnungshaltung oder gesicherter Freigang

Herkunft: Ein kahles Kitten auf einer Kirschfarm

Die LaPerm verdankt ihre Existenz einem einzigen Kitten. 1982 brachte eine Farmkatze namens Speedy auf der Cherry Farm von Linda Koehl in The Dalles, Oregon, einen Wurf zur Welt. Eines der Kitten war völlig kahl, hatte große Ohren und einen längeren Körper als seine Geschwister. Linda dachte zunächst, es sei krank. Nach etwa acht Wochen begann das Kitten, weiches, lockiges Fell zu entwickeln. Sie nannte es Curly.

Curly wuchs zu einer gesunden Katze heran und gab die Lockenmutation an ihre Nachkommen weiter. Über mehrere Jahre vermehrten sich die Lockenkatzen auf der Farm, ohne dass Linda gezielt züchtete. Erst Mitte der 1990er Jahre begann sie, sich mit Genetikern und Zuchtverbänden auseinanderzusetzen. Die Mutation stellte sich als dominant heraus, was die LaPerm von anderen Rex-Rassen unterscheidet: Dort sind die Lockengene rezessiv. Bei der LaPerm reicht ein Elternteil mit dem Gen, damit Kitten mit gelocktem Fell geboren werden.

2002 erkannte die TICA (The International Cat Association) die LaPerm als eigenständige Rasse an. In Europa ist sie nach wie vor selten. Die meisten Züchter sitzen in den USA, Großbritannien und den Niederlanden.

Aussehen: Locken in allen Varianten

Das Fell ist das offensichtlichste Merkmal. Die LaPerm gibt es in einer Kurzhaar- und einer Langhaarversion. Bei beiden Varianten ist das Fell gelockt, wobei die Intensität stark variiert: von weichen Wellen bis zu engen Ringellocken. Das Langhaarfell bildet am Hals oft eine üppige Krause, der Schwanz erinnert an eine Flaschenbürste. Die Kurzhaarversion wirkt sportlicher, die Locken liegen dichter am Körper an.

Alle Farben und Zeichnungen sind erlaubt. Es gibt einfarbige LaPerms in Schwarz, Weiß, Rot oder Blau, Tabby-Muster, Schildpatt, Point-Zeichnungen und praktisch jede Kombination dazwischen.

LaPerm-Kitten können mit vollem Lockenfell, mit glattem Fell oder komplett kahl geboren werden. Kahle Kitten entwickeln ihr Fell innerhalb der ersten Wochen bis Monate. Manche LaPerms verlieren ihr Fell als Jungtiere vorübergehend und wachsen mit neuen, dichteren Locken nach. Dieser Fellwechsel kann auch bei erwachsenen Katzen vorkommen, etwa nach einer Trächtigkeit.

Der Körperbau ist mittelschwer und athletisch, weder zierlich noch massig. Der Kopf hat eine leicht keilförmige Form mit gerundeten Konturen, die Augen sind mandelförmig und ausdrucksstark. Im Vergleich zu Devon Rex oder Cornish Rex wirkt die LaPerm weniger exotisch und eher wie eine "normale" Katze mit einem außergewöhnlichen Fell.

Charakter: Verschmust und trotzdem eigenständig

Die LaPerm ist eine Katze, die gern auf dem Schoß liegt, aber nicht den ganzen Tag Unterhaltung einfordert. Sie ist anhänglich, ohne aufdringlich zu sein. Wenn du am Schreibtisch sitzt, liegt sie daneben oder auf deiner Schulter. Wenn du beschäftigt bist, findet sie selbst etwas zu tun.

Neugier ist eine ihrer stärksten Eigenschaften. Die LaPerm will wissen, was im Haus passiert, und inspiziert neue Gegenstände, Einkaufstüten und Besucher gründlich. Dabei geht sie ruhiger vor als etwa eine Devon Rex. Sie beobachtet erst, nähert sich dann.

Ihr Spieltrieb bleibt bis ins Alter bestehen. LaPerms apportieren gern kleine Bälle und Stoffmäuse, reagieren gut auf Clickertraining und lassen sich Tricks beibringen. Gegenüber fremden Menschen zeigen sie selten Scheu, was sie zu angenehmen Katzen in Haushalten mit häufigem Besuch macht. Auch mit Kindern kommen sie gut zurecht, solange der Umgang respektvoll ist.

Lautstarke Katzen sind LaPerms nicht. Sie miauen gelegentlich, um Aufmerksamkeit zu bekommen, aber eher leise und mit einem weichen, fast schnurrenden Ton. Im Vergleich zu Siam oder Orientalisch Kurzhaar sind sie ausgesprochen zurückhaltend.

Fellpflege: Weniger Aufwand als erwartet

Das Lockenfell sieht pflegeintensiv aus, ist es aber nicht. Die Textur der LaPerm-Locken ist so, dass sich das Fell kaum verfilzt. Ein- bis zweimal pro Woche mit den Fingern oder einem grobzinkigen Kamm durchfahren reicht in der Regel aus. Bei der Langhaarversion lohnt sich besondere Aufmerksamkeit hinter den Ohren und unter den Achseln, wo sich bei allen Langhaarkatzen leichter Knoten bilden.

Ein weiterer Vorteil: LaPerms verlieren vergleichsweise wenig Haare. Das lockige Fell hält ausgefallene Haare fest, statt sie in der Wohnung zu verteilen. Wer von einer Britisch Kurzhaar oder einem Maine Coon auf eine LaPerm umsteigt, wird den Unterschied auf Polstermöbeln und Kleidung bemerken.

Baden ist normalerweise nicht nötig. Wenn doch, trocknet das Fell an der Luft am besten. Föhnen kann die Lockenstruktur verändern. Nach dem Trocknen die Locken kurz mit den Fingern auflockern, dann fallen sie wieder natürlich.

Gesundheit: Robuste Rasse ohne bekannte Erbkrankheiten

Die LaPerm gilt als eine der gesündesten Katzenrassen. Es sind keine rassetypischen Erbkrankheiten bekannt. Das liegt zum Teil an der breiten genetischen Basis: Die Rasse wurde über viele Jahre mit verschiedenen Haus- und Rassekatzen ausgekreuzt, was den Genpool diverser hält als bei vielen anderen Zuchtkatzen.

Wie bei jeder Katze gelten die allgemeinen Gesundheitsempfehlungen: regelmäßige Impfungen, jährliche Tierarztbesuche, Zahnkontrolle und altersgerechte Ernährung. Über- oder Untergewicht lässt sich bei der LaPerm gut am Körperbau erkennen, weil das Lockenfell weniger kaschiert als bei Katzen mit dichtem, plüschigem Fell.

Seriöse Züchter testen ihre Zuchttiere auf Standarderkrankungen wie HCM (Hypertrophe Kardiomyopathie) und PKD (Polyzystische Nierenerkrankung), auch wenn diese bei der LaPerm nicht häufiger auftreten als in der allgemeinen Katzenpopulation.

Haltung: Unkompliziert und anpassungsfähig

Wohnung oder Freigang

Die LaPerm kommt in einer Wohnung gut zurecht, solange sie genügend Beschäftigung und Klettermöglichkeiten hat. Anders als Devon Rex oder Cornish Rex hat sie ein normales Fell, das vor Kälte schützt. Gesicherter Freigang oder ein Catio sind willkommen, aber kein Muss.

Gesellschaft

LaPerms sind soziale Katzen und profitieren von einem Artgenossen, besonders wenn du tagsüber oft außer Haus bist. Einzelhaltung funktioniert, wenn du viel Zeit mit der Katze verbringst. In Mehrkatzenhaushalten fügen sie sich problemlos ein, weil sie weder dominant noch schüchtern auftreten.

Für Familien

Das geduldige, freundliche Wesen macht die LaPerm zu einer guten Familienkatze. Kinder ab dem Schulalter können sie gut in den Alltag einbinden. Auch mit Hunden verstehen sich LaPerms in der Regel, wenn die Zusammenführung langsam erfolgt.

Allergikerfreundlich?

Die LaPerm wird manchmal als allergikerfreundlich bezeichnet. Das ist nur halb richtig: Sie verliert weniger Haare, wodurch weniger Allergene in der Luft landen. Das Protein Fel d 1, der eigentliche Auslöser von Katzenallergien, wird aber genauso produziert wie bei jeder anderen Katze. Manche Allergiker vertragen LaPerms besser, eine Garantie gibt es nicht. Vor dem Kauf mehrere Stunden bei einem Züchter verbringen und die eigene Reaktion beobachten.

FAQ

Sind LaPerm-Kitten wirklich kahl bei der Geburt?

Nicht alle. Manche werden kahl geboren, andere mit glattem oder bereits gelocktem Fell. Kahle Kitten entwickeln ihre Locken in den ersten Wochen bis Monaten. Der endgültige Felltyp zeigt sich oft erst im Alter von zwei bis drei Jahren.

Wie teuer ist eine LaPerm vom Züchter?

Bei einem seriösen Züchter mit Stammbaum, Gesundheitstests und Grundimmunisierung liegt der Preis zwischen 800 und 1.500 Euro. In Deutschland gibt es nur wenige LaPerm-Züchter, was die Suche schwieriger macht. Wartezeiten von mehreren Monaten sind normal.

Ist die LaPerm mit Devon Rex oder Cornish Rex verwandt?

Nein. Die Lockenmutation der LaPerm ist genetisch unabhängig von den Rex-Mutationen. Während Devon Rex und Cornish Rex ein rezessives Locken-Gen tragen, ist das LaPerm-Gen dominant. Die drei Rassen sehen sich auf den ersten Blick ähnlich, haben aber unterschiedliche Fellstrukturen, Körpertypen und Charaktere.

Braucht die LaPerm spezielles Futter?

Nein. Die LaPerm hat keine besonderen Ernährungsanforderungen. Hochwertiges Katzenfutter mit hohem Fleischanteil, angepasst an Alter und Aktivitätslevel, ist ausreichend. Wie bei jeder Katze gilt: Nassfutter als Hauptmahlzeit, Trockenfutter wenn überhaupt nur als Ergänzung.

Nächster Schritt

Rassengerechte Ernährung für deine Katze

Manche Rassen haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Unser Futter-Finder berücksichtigt das.