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Cornish Rex: Die Windhund-Katze mit dem Lockenfell

Die Cornish Rex besticht durch ihr gewelltes Fell und ihren schlanken Körper. Erfahre alles über Charakter, Haltung und Pflege dieser besonderen Rasse.

Cornish Rex: Die Windhund-Katze mit dem Lockenfell

Schmal wie ein Windhund, weich wie Samt, schnell wie ein Sprinter: Die Cornish Rex gehört zu den elegantesten Katzenrassen überhaupt. Ihr gewelltes Fell besteht ausschließlich aus Unterwolle, der schlanke Körper erinnert an einen Windhund im Miniaturformat. Dazu kommt ein Charakter, der jeden Tag in ein kleines Abenteuer verwandelt. Diese Katze springt, rennt, apportiert und fordert deine volle Aufmerksamkeit ein.

Steckbrief Cornish Rex

MerkmalDetails
GewichtKätzinnen 2,5–3,5 kg, Kater 3,5–4,5 kg
FelltypKurz, gewellt, seidig (nur Unterwolle, kein Deckhaar)
KörperbauSchlank, gewölbter Rücken, lang und muskulös
FarbenAlle Farben und Muster anerkannt
Lebenserwartung12–16 Jahre
HerkunftCornwall, England (1950)
AktivitätslevelSehr hoch
HaltungWohnungshaltung empfohlen

Herkunft: Kallibunker und das erste Lockenkitten

Die Cornish Rex ist die älteste Rex-Katzenrasse. Ihre Geschichte beginnt 1950 auf einer Farm in Bodmin Moor, Cornwall. Nina Ennismore fand unter den Kitten ihrer Hauskatze Serena einen Kater mit auffällig gelocktem Fell. Sie nannte ihn Kallibunker. Statt das ungewöhnliche Tier als Laune der Natur abzutun, wandte sich Ennismore an den Genetiker A. C. Jude. Dessen Empfehlung: den Kater mit seiner Mutter rückkreuzen, um die Mutation zu erhalten.

Das Experiment funktionierte. Aus der Rückkreuzung entstanden weitere Lockenkitten. Die Mutation erwies sich als rezessiv, das heißt: Beide Elternteile müssen das Gen tragen, damit Kitten mit gewelltem Fell geboren werden. Durch gezielte Zucht wurde die genetische Basis über die folgenden Jahrzehnte verbreitert. 1967 erkannte die britische GCCF die Cornish Rex als eigenständige Rasse an. Der Name "Rex" stammt übrigens von Rex-Kaninchen, die eine ähnlich gewellte Fellstruktur haben.

Aussehen: Windhund im Katzenkörper

Die Cornish Rex ist auf den ersten Blick von jeder anderen Katze zu unterscheiden. Ihr Körper ist lang, schlank und muskulös. Der Rücken bildet einen charakteristischen Bogen, die Brust ist tief und der Bauch straff eingezogen. Im Profil erinnert die Silhouette an einen Windhund oder Whippet. Die langen, feinen Beine tragen zu diesem athletischen Erscheinungsbild bei.

Der Kopf ist schmal und eiförmig mit hohen Wangenknochen und einer geraden, langen Nase. Die Ohren sind auffallend groß und hoch angesetzt. Die ovalen Augen stehen leicht schräg und können jede Farbe haben.

Das Fell ist das Markenzeichen der Rasse. Es besteht ausschließlich aus Unterwolle, komplett ohne Deck- und Grannenhaar. Die kurzen Haare liegen in gleichmäßigen, engen Wellen am Körper an und fühlen sich an wie Seide oder Samt. Sogar die Tasthaare sind gelockt. Der lange, dünne Schwanz verjüngt sich zur Spitze hin und ist ebenfalls gewellt.

Charakter: Akrobat mit Anhänglichkeitsfaktor

Die Cornish Rex ist eine der aktivsten Katzenrassen. Sie springt auf Regale, balanciert auf Türkanten und dreht sich beim Laufen in engen Kurven durch die Wohnung. Ihre langen Zehen ermöglichen es ihr, kleine Gegenstände zu greifen und zu werfen. Manche Halter beschreiben sie als eine Mischung aus Katze und Affe.

Hinter der Energie steckt ein scharfer Verstand. Die Cornish Rex lernt schnell, reagiert auf Clickertraining und lässt sich Tricks wie Apportieren oder Pfötchengeben beibringen. Sie öffnet Türklinken, erforscht Schubladen und findet verstecktes Futter mit einer Ausdauer, die beeindruckend und gelegentlich anstrengend ist.

Gleichzeitig ist sie extrem anhänglich. Die Cornish Rex folgt dir von Raum zu Raum, sitzt auf deinem Schoß, sobald du dich hinsetzt, und schläft nachts unter der Decke. Gegenüber Fremden zeigt sie kaum Scheu. Besuch wird neugierig begrüßt und oft sofort zum Spielen aufgefordert. Mit Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden versteht sie sich in der Regel gut.

Haltung: Wärme, Gesellschaft und Beschäftigung

Wärmeliebend

Durch das fehlende Deckhaar friert die Cornish Rex schneller als andere Katzen. Sie sucht aktiv warme Plätze: Heizkörper, Sonnenstrahlen, dein Schoß. Die Raumtemperatur sollte nicht dauerhaft unter 20 Grad liegen. Viele Cornish Rex akzeptieren Katzenpullover, besonders im Winter. Freigang ist wegen der Kälteempfindlichkeit und des fehlenden Wetterschutzes nicht empfohlen. Wohnungshaltung mit gesicherten Balkonen oder einem Catio ist die bessere Wahl.

Gesellschaft

Eine Cornish Rex allein zu lassen, funktioniert nur für kurze Zeiträume. Ihr Sozialbedürfnis ist ausgeprägt. Wenn du regelmäßig mehrere Stunden außer Haus bist, braucht sie einen Spielpartner. Eine zweite Cornish Rex oder eine ähnlich aktive Rasse (Devon Rex, Abessinier, Siam) ist ideal. Mit phlegmatischen Katzen kann es Spannungen geben, weil die Cornish Rex ständig Interaktion einfordert.

Beschäftigung

Hohe Kratzbäume, Catwalks an den Wänden und Intelligenzspielzeug gehören zur Grundausstattung. Die Cornish Rex braucht vertikale Klettermöglichkeiten und geistige Herausforderung. Fummelbretter, Futterlabyrinthe und regelmäßige Spielsessions mit Federwedeln oder Laserpointer halten sie zufrieden.

Pflege: Unkompliziert mit Ausnahmen

Die Fellpflege der Cornish Rex ist minimal. Das feine, gewellte Fell sollte nicht mit einer Bürste bearbeitet werden, weil die empfindlichen Haare leicht brechen. Streicheln mit leicht feuchten Händen reicht aus, um lose Haare zu entfernen.

Da das dünne Fell Hautfett schlechter aufnimmt als normales Katzenfell, kann die Haut fettig werden. Ein gelegentliches Bad mit mildem Katzenshampoo (alle paar Wochen, je nach Bedarf) hält Haut und Fell sauber. Danach die Katze gründlich abtrocknen und warmhalten.

Die großen Ohren produzieren mehr Ohrenschmalz als bei vielen anderen Rassen. Eine wöchentliche Kontrolle und sanfte Reinigung mit einem weichen Tuch beugt Entzündungen vor.

Gesundheit: Bekannte Risiken

Die Cornish Rex ist grundsätzlich eine gesunde Rasse mit einer Lebenserwartung von 12 bis 16 Jahren. Zwei erbliche Erkrankungen solltest du kennen.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Eine Verdickung des Herzmuskels, die bei vielen Katzenrassen vorkommt, bei der Cornish Rex aber etwas häufiger beobachtet wird. Betroffene Katzen zeigen anfangs oft keine Symptome. Regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen beim Tierarzt können die Erkrankung frühzeitig erkennen. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere regelmäßig per Echokardiographie untersuchen.

Patellaluxation

Die Kniescheibe rutscht aus ihrer normalen Position. Leichte Fälle zeigen sich durch gelegentliches Hinken, schwere Fälle erfordern eine Operation. Bei der Züchterwahl nachfragen, ob die Elterntiere darauf untersucht wurden.

Cornish Rex vs. Devon Rex: Die Unterschiede

Beide Rassen stammen aus dem Südwesten Englands, haben lockiges Fell und ähnliche Temperamente. Trotzdem sind sie genetisch nicht verwandt. Die Rex-Mutation der Cornish Rex entstand unabhängig von der Devon-Rex-Mutation. Kreuzungen zwischen beiden Rassen erzeugen Kitten mit glattem Fell, weil die Gene auf unterschiedlichen Loci liegen.

Optisch gibt es klare Unterschiede. Die Cornish Rex hat einen schmaleren, eleganteren Körperbau mit gewölbtem Rücken und längerer Nase. Die Devon Rex wirkt gedrungener, hat einen breiteren Kopf mit kürzerer Nase und tiefer angesetzten Ohren. Das Fell der Cornish Rex liegt in engeren, gleichmäßigeren Wellen an, während das Devon-Rex-Fell lockerer und unregelmäßiger gelockt ist. Im Charakter ähneln sich beide Rassen: aktiv, verspielt, menschenbezogen.

Für wen ist die Cornish Rex geeignet?

Die Cornish Rex passt zu Menschen, die eine aktive, anhängliche Katze suchen und bereit sind, ihr Beschäftigung und Gesellschaft zu bieten. Familien mit Kindern profitieren von ihrem geduldigen, verspielten Wesen. Paare und Singles, die viel zuhause arbeiten, finden in ihr eine treue Begleiterin.

Nicht geeignet ist die Rasse für Menschen, die eine ruhige, unabhängige Katze wollen. Wer selten zuhause ist und keine zweite Katze halten möchte, sollte sich eine andere Rasse ansehen. Die Cornish Rex verzeiht keine Langeweile.

FAQ

Ist die Cornish Rex hypoallergen?

Nein. Obwohl sie weniger Haare verliert als die meisten Katzen, produziert sie das Allergen Fel d 1 in Speichel und Hautschuppen wie jede andere Katze. Manche Allergiker berichten von geringeren Symptomen. Eine Garantie gibt es nicht. Vor dem Kauf solltest du mehrere Stunden bei einem Züchter verbringen und deine Reaktion testen.

Wie viel kostet eine Cornish Rex vom Züchter?

Bei einem seriösen Züchter mit Stammbaum, Gesundheitstests und Grundimmunisierung liegt der Preis zwischen 900 und 1.600 Euro. Die Preisspanne hängt von Farbe, Zuchtlinie und Region ab. Angebote ohne Papiere deutlich unter diesem Bereich sind ein Warnsignal.

Kann die Cornish Rex nach draußen?

Freigang ist nicht empfohlen. Das fehlende Deckhaar bietet keinen ausreichenden Schutz gegen Kälte, Nässe und UV-Strahlung. Ein gesicherter Balkon oder ein Catio ermöglichen Frischluft und Sonnenbäder ohne Risiko.

Versteht sich die Cornish Rex mit anderen Haustieren?

Ja, in der Regel sehr gut. Ihr geselliges Wesen macht sie zu einer guten Partnerin für andere Katzen und katzenfreundliche Hunde. Besonders mit aktiven Rassen wie Devon Rex, Siam oder Abessinier harmoniert sie. Einzelhaltung sollte vermieden werden, wenn du regelmäßig lange außer Haus bist.

Nächster Schritt

Rassengerechte Ernährung für deine Katze

Manche Rassen haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Unser Futter-Finder berücksichtigt das.