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Burmilla: Die silberne Schönheit

Die Burmilla entstand aus einer zufälligen Kreuzung von Burma und Chinchilla-Perser. Alles zu ihrem sanften Charakter und der unkomplizierten Haltung.

Burmilla Katze mit silbernem Fell

Die Burmilla verdankt ihre Existenz einem Zufall. 1981 kreuzten sich in einem britischen Haushalt eine lilacfarbene Burma-Katze und ein Chinchilla-Perser, weil jemand eine Tür offen gelassen hatte. Das Ergebnis: vier Kitten mit silbrig schimmerndem Fell und einem Charakter, der das Beste beider Rassen vereint. Sanfter als die temperamentvolle Burma, aktiver als der gemütliche Perser. Eine Katze, die in jede Lücke dazwischen passt.

Steckbrief

MerkmalDetails
Gewicht3-4 kg (Katze), 4-5,5 kg (Kater)
GrößeMittelgroß, elegant und muskulös
FellKurzhaar oder Halblanghaar, seidig, mit silbernem Tipping
FarbenSilber-Schattiert, Silber-Shell in Schwarz, Blau, Braun, Chocolate, Lilac, Rot, Creme
AugenGroß, grün (von hellem Stachelbeerton bis tiefem Smaragd)
Lebenserwartung12-15 Jahre
HerkunftGroßbritannien
AnerkennungFIFé, GCCF, WCF
CharakterSanft, verspielt, sozial, ausgeglichen
HaltungWohnungskatze, verträglich mit anderen Tieren

Herkunft: Ein glücklicher Unfall

Die Geschichte der Burmilla beginnt 1981 im Haushalt der Baronin Miranda von Kirchberg in London. Ihre lilacfarbene Burma-Katze Fabergé und der Chinchilla-Perserkater Sanquist sollten nie zusammentreffen. Beide warteten getrennt auf ihre jeweiligen Zuchtpartner. Doch eine Reinigungskraft ließ eine Tür offen, und die Natur nahm ihren Lauf.

Der Wurf, der daraus entstand, überraschte alle: vier weibliche Kitten mit kurzem, silbrig getipptem Fell, dunkler Umrandung um Augen und Nase und einem auffallend sanften Wesen. Die Baronin erkannte das Potenzial und begann zusammen mit der Züchterin Therese Clarke ein gezieltes Zuchtprogramm. 1984 gründeten sie den Burmilla Cat Club, 1997 erkannte die FIFé die Burmilla als eigenständige Rasse an.

Der Name setzt sich aus den beiden Elternrassen zusammen: Burma + Chinchilla = Burmilla. Bis heute wird die Rasse außerhalb Europas relativ selten gezüchtet. In Deutschland gibt es nur wenige spezialisierte Züchter.

Aussehen: Silber mit Eyeliner

Die Burmilla ist eine mittelgroße Katze mit einem eleganten, gut proportionierten Körper. Schlanker als ein Perser, aber nicht so drahtig wie eine Orientalin. Die Beine sind mittellang, die Pfoten oval, der Schwanz mittellang und verjüngt sich zur Spitze.

Das auffälligste Merkmal ist das Fell. Jedes einzelne Haar hat eine helle, silberne Basis und eine farbige Spitze. Dieser Effekt heißt "Tipping" und erzeugt den charakteristischen Silberschimmer, der im Licht besonders zur Geltung kommt. Je nach Farbintensität unterscheidet man zwischen "Shell" (nur die äußerste Haarspitze ist gefärbt, der Gesamteindruck ist fast weiß) und "Shaded" (etwa ein Drittel des Haares ist gefärbt, deutlicherer Farbeffekt). Die häufigsten Farbvarianten sind Schwarz-Silber-Schattiert und Schwarz-Silber-Shell.

Die Augen verdienen besondere Erwähnung. Sie sind groß, weit auseinander stehend und leicht schräg gestellt. Die Farbe reicht von hellem Grün bis zu tiefem Smaragdgrün. Was der Burmilla ihren unverwechselbaren Gesichtsausdruck gibt, ist die natürliche dunkle Umrandung der Augen, als hätte jemand einen feinen Eyeliner aufgetragen. Auch die Nase und die Lippen sind dunkel umrandet.

Die Burmilla gibt es in einer Kurzhaar- und einer Halblanghaar-Variante. Die Kurzhaarversion hat ein feines, seidiges Fell mit leichter Unterwolle. Die Halblanghaar-Variante, manchmal als "Tiffanie" bezeichnet, trägt ein etwas längeres, fließendes Fell mit fedrigem Schwanz.

Charakter: Entspannt, aber dabei

Die Burmilla hat von beiden Elternrassen etwas mitbekommen, wobei die Mischung ausgesprochen angenehm ausgefallen ist. Von der Burma hat sie die Verspieltheit und Neugier geerbt, vom Chinchilla-Perser die Gelassenheit und das ruhigere Gemüt.

Im Vergleich zur Burma ist die Burmilla deutlich weniger fordernd. Sie will nicht ständig im Mittelpunkt stehen, folgt ihrem Menschen aber gern durch die Wohnung und ist da, wenn man sie ruft. Auf dem Sofa sitzt sie lieber neben dir als auf dir. Sie beobachtet, was du tust, ohne sich aufzudrängen.

Verspielt ohne Übertreibung

Burmilla-Katzen spielen gern, aber nicht mit der unermüdlichen Intensität einer Burma oder Abessinier. Eine Spielsession mit der Federangel am Abend, ein paar Bälle zum Jagen und gelegentlich ein Intelligenzspielzeug reichen, um sie zufriedenzustellen. Der Spieltrieb bleibt bis ins Alter erhalten, wird aber mit den Jahren gemäßigter.

Sozial und verträglich

Ein großer Pluspunkt der Burmilla ist ihre Verträglichkeit. Sie kommt in der Regel gut mit anderen Katzen und sogar mit Hunden zurecht, sofern die Eingewöhnung behutsam verläuft. Aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen ist bei dieser Rasse selten. In Mehrkatzenhaushalten fügt sie sich meistens unkompliziert ein.

Gegenüber Menschen, auch gegenüber Fremden, zeigt die Burmilla freundliches Interesse. Sie ist weniger scheu als eine Russisch Blau und weniger aufdringlich als eine Burma. Eine gute Balance.

Leise Kommunikation

Die Burmilla ist keine laute Katze. Sie maunzt gelegentlich, wenn sie Hunger hat oder Aufmerksamkeit möchte, aber sie führt keine endlosen Monologe. In einer Mietwohnung mit hellhörigen Nachbarn wird sie keine Beschwerden auslösen.

Gesundheit: Weitgehend robust

Die Burmilla ist eine vergleichsweise gesunde Rasse. Die genetische Mischung aus Burma und Perser hat den Vorteil, dass der Genpool breiter ist als bei vielen reinrassigen Linien, die über Jahrzehnte eng gezüchtet wurden.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Das Risiko stammt aus der Perser-Linie. Bei PKD bilden sich Zysten in den Nieren, die im Laufe der Jahre wachsen und die Nierenfunktion beeinträchtigen. Ein Gentest existiert und sollte bei allen Zuchttieren durchgeführt werden. Seriöse Züchter testen ihre Katzen und schließen PKD-positive Tiere aus der Zucht aus. Beim Kauf eines Kitten immer nach dem PKD-Status der Eltern fragen.

Allergische Dermatitis

Einige Burmilla-Katzen neigen zu Hautempfindlichkeiten. Symptome wie übermäßiges Kratzen, Haarausfall an bestimmten Stellen oder gerötete Haut können auf Futtermittelunverträglichkeiten oder Umweltallergien hinweisen. In den meisten Fällen lässt sich das über eine Ausschlussdiät oder eine Anpassung der Umgebung in den Griff bekommen.

Vorsorge

Jährliche Routineuntersuchung beim Tierarzt. Ab dem zehnten Lebensjahr ein Blutbild inklusive Nierenwerte. Bei Katzen aus Linien ohne PKD-Test: Ultraschalluntersuchung der Nieren.

Pflege: Unkompliziert

Das kurze, seidige Fell der Burmilla braucht wenig Pflege. Einmal pro Woche mit einer weichen Bürste durchkämmen reicht aus, um loses Haar zu entfernen und den Glanz zu erhalten. Die Unterwolle ist nicht so dicht wie bei einer Britisch Kurzhaar, Verfilzungen kommen praktisch nicht vor.

Bei der Halblanghaar-Variante empfiehlt sich zweimal wöchentliches Bürsten, besonders im Bereich des Schwanzes und hinter den Ohren, wo das Fell am längsten ist.

Die dunkle Augenumrandung kann dazu führen, dass Tränenspuren sichtbarer sind als bei anderen Rassen. Ein weiches Tuch und lauwarmes Wasser reichen für die Reinigung. Ohren wöchentlich kontrollieren, Zahnpflege wie bei jeder Katze nicht vernachlässigen.

Für wen ist die Burmilla geeignet?

Die Burmilla ist eine der anpassungsfähigsten Rassekatzen. Sie fühlt sich in unterschiedlichen Lebenssituationen wohl, solange sie Gesellschaft hat und nicht dauerhaft allein gelassen wird.

Familien mit Kindern profitieren von der Geduld und Gelassenheit der Burmilla. Sie reagiert auf laute Geräusche und hektisches Spielen gelassener als viele andere Rassen und zieht sich eher zurück, als aggressiv zu werden.

Berufstätige kommen mit einer Burmilla besser zurecht als mit einer Burma, weil sie Alleinsein besser verträgt. Eine Zweitkatze ist trotzdem empfehlenswert, wenn du regelmäßig acht Stunden oder mehr außer Haus bist.

Wohnungshaltung ist gut machbar. Die Burmilla hat keinen ausgeprägten Freigang-Drang. Ein Kratzbaum, Fensterplätze und regelmäßige Spielzeit decken ihren Bewegungsbedarf. Ein gesicherter Balkon ist ein schöner Bonus.

Erstbesitzer finden in der Burmilla eine unkomplizierte Rasse. Die Pflegeansprüche sind gering, der Charakter ausgeglichen, gesundheitliche Risiken überschaubar. Eine gute Wahl für Menschen, die ihre erste Rassekatze halten möchten.

Häufige Fragen zur Burmilla

Was kostet eine Burmilla vom Züchter?

In Deutschland liegt der Preis bei 700 bis 1.200 Euro. Die Rasse ist selten, Wartezeiten von mehreren Monaten sind normal. Im Preis sollten Gentests (mindestens PKD), Impfungen und ein Stammbaum enthalten sein.

Ist die Burmilla eine Langhaar- oder Kurzhaarkatze?

Es gibt beide Varianten. Die Kurzhaar-Burmilla ist häufiger und die bekanntere Form. Die Halblanghaar-Variante (Tiffanie) trägt ein mittellanges, seidiges Fell. Beide teilen denselben Charakter und dasselbe silberne Tipping.

Versteht sich die Burmilla mit anderen Haustieren?

Ja, in der Regel sehr gut. Burmilla-Katzen sind sozial und wenig territorial. Die Vergesellschaftung mit anderen Katzen, auch mit Hunden, gelingt meistens problemlos, wenn man den Tieren genug Zeit für die Eingewöhnung gibt.

Wie unterscheidet sich die Burmilla von der Burma?

Die Burmilla ist ruhiger, weniger anhänglich und deutlich weniger fordernd als die Burma. Sie braucht weniger Aufmerksamkeit und kommt besser mit gelegentlichem Alleinsein zurecht. Optisch fällt vor allem das silberne Tipping auf, das die Burma nicht hat. Beide Rassen sind verspielt und menschenbezogen, aber die Burmilla dreht das Energielevel ein paar Stufen herunter.

Nächster Schritt

Rassengerechte Ernährung für deine Katze

Manche Rassen haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Unser Futter-Finder berücksichtigt das.