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Giftige Pflanzen für Katzen: Diese 20 Pflanzen sind gefährlich

Lilien, Weihnachtssterne, Efeu: Viele beliebte Pflanzen sind giftig für Katzen. Erfahre, welche Pflanzen gefährlich sind und welche Alternativen es gibt.

Giftige Pflanzen für Katzen: Diese 20 Pflanzen sind gefährlich

Viele Pflanzen, die auf der Fensterbank oder im Garten stehen, sind für Katzen gefährlich. Manche verursachen Magenreizungen, andere können Organe schädigen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen. Lilien sind das bekannteste Beispiel: Schon der Kontakt mit Pollen reicht für ein tödliches Nierenversagen. Dieser Artikel zeigt dir die 20 gefährlichsten Pflanzen und welche sicheren Alternativen du stattdessen wählen kannst.

Warum Katzen Pflanzen anknabbern

Katzen sind keine reinen Fleischfresser in dem Sinne, dass sie Grünzeug komplett ignorieren. In der Natur fressen sie gelegentlich Gras, um Haarballen auszuwürgen oder ihren Verdauungstrakt zu reinigen. Dieses Verhalten ist angeboren und verschwindet auch in der Wohnung nicht.

Besonders junge Katzen knabbern aus Neugier an allem, was in Reichweite wächst. Raschelnde Blätter und hängende Ranken sind für sie Spielzeug. Ältere Katzen greifen oft zu Pflanzen, wenn kein Katzengras zur Verfügung steht oder wenn ihnen langweilig ist. Wer seiner Katze sichere Pflanzen anbietet, kann das Risiko deutlich senken.

Die 10 gefährlichsten Zimmerpflanzen

1. Lilien (Lilium, Hemerocallis): tödlich!

Lilien sind die mit Abstand gefährlichste Pflanze für Katzen. Alle Teile der Pflanze sind hochgiftig: Blüten, Blätter, Stängel, Wurzeln, Pollen und sogar das Wasser in der Vase. Es reicht, wenn deine Katze an einer Blüte schnuppert und anschließend Pollen vom Fell leckt. Schon diese geringe Menge kann ein akutes Nierenversagen auslösen, das ohne Behandlung innerhalb von 24 bis 72 Stunden tödlich endet.

Die Symptome beginnen mit Erbrechen und Appetitlosigkeit. Nach einigen Stunden lässt das Erbrechen nach, was fälschlicherweise als Besserung gedeutet wird. In Wirklichkeit versagen in dieser Phase die Nieren. Wenn du eine Katze hast, gehören Lilien nicht ins Haus und nicht in den Garten. Keine Ausnahme, auch nicht als Schnittblumen in der Vase.

2. Einblatt (Spathiphyllum)

Das Einblatt enthält Calciumoxalatkristalle, die beim Kauen freigesetzt werden. Sie durchdringen die Schleimhäute in Maul und Rachen und verursachen starke Schwellungen, Brennen und übermäßigen Speichelfluss. Bei stärkerer Aufnahme kann es zu Schluckbeschwerden und Atemnot kommen.

3. Dieffenbachie (Dieffenbachia)

Wie das Einblatt enthält die Dieffenbachie Calciumoxalatkristalle. Die Wirkung ist vergleichbar, aber oft heftiger. Der Pflanzensaft reizt Haut und Schleimhäute massiv. Katzen, die hineinbeißen, zeigen sofort starken Speichelfluss und verweigern Futter, weil das Maul schmerzt.

4. Efeutute (Epipremnum aureum)

Die beliebte Hängepflanze ist in vielen Wohnungen zu finden. Ihre herabhängenden Ranken laden Katzen zum Spielen ein. Efeututen enthalten ebenfalls Calciumoxalate und reizende Stoffe, die Schleimhautschwellungen, Erbrechen und Durchfall auslösen.

5. Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima)

Der Weihnachtsstern galt lange als hochgiftig. Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Giftigkeit moderner Zuchtformen geringer ist als angenommen. Trotzdem enthält der milchige Pflanzensaft Stoffe, die Schleimhautreizungen, Speichelfluss, Erbrechen und Durchfall verursachen. Für Katzen mit Vorerkrankungen oder Kitten kann das problematisch werden.

6. Alpenveilchen (Cyclamen)

Die höchste Giftkonzentration steckt in der Knolle. Alpenveilchen enthalten Saponine (vor allem Cyclamin), die bei Katzen heftiges Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen auslösen können. Da Katzen manchmal in der Erde buddeln, besteht ein reales Risiko, dass sie an die Knolle gelangen.

7. Philodendron

Philodendren gehören zu den beliebtesten Zimmerpflanzen. Sie enthalten Calciumoxalatkristalle und weitere toxische Verbindungen. Die Symptome reichen von Schleimhautreizungen und starkem Speichelfluss bis zu Schwellungen im Rachenbereich.

8. Drachenbaum (Dracaena)

Der pflegeleichte Drachenbaum enthält Saponine, die bei Katzen Erbrechen, Durchfall und erweiterte Pupillen hervorrufen. Besonders die Blätter werden gern angeknabbert, weil sie an Grashalme erinnern.

9. Gummibaum (Ficus elastica)

Der Milchsaft des Gummibaums reizt Haut und Schleimhäute. Bei Katzen führt der Kontakt zu Erbrechen, Durchfall und Hautreizungen. Auch andere Ficus-Arten (Birkenfeige, Geigenfeige) enthalten diesen reizenden Milchsaft.

10. Aloe Vera

Aloe Vera enthält Aloin und Saponine. Während das Gel im Inneren der Blätter für Menschen als Heilmittel gilt, ist die äußere Blattschicht für Katzen giftig. Symptome sind Erbrechen, Durchfall, Lethargie und in seltenen Fällen Zittern. Die dicken, fleischigen Blätter werden von manchen Katzen gern angebissen.

Gefährliche Gartenpflanzen

Nicht nur Zimmerpflanzen sind ein Risiko. Freigänger-Katzen begegnen im Garten weiteren giftigen Pflanzen, die schwere Vergiftungen verursachen können.

Oleander (Nerium oleander) ist eine der giftigsten Gartenpflanzen überhaupt. Alle Teile enthalten Herzglykoside, die schon in kleinen Mengen Herzrhythmusstörungen, Krämpfe und Herzstillstand auslösen können. Auch getrocknete Blätter bleiben giftig.

Eibe (Taxus) enthält das Alkaloid Taxin, das direkt auf das Herz wirkt. Bei Katzen kann die Aufnahme weniger Nadeln zum plötzlichen Herztod führen. Die roten Früchte sehen harmlos aus, aber der Kern ist hochgiftig.

Maiglöckchen (Convallaria majalis) enthalten wie Oleander Herzglykoside. Alle Pflanzenteile sind giftig, einschließlich des Blumenwassers. Symptome sind Erbrechen, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufversagen.

Rhododendron und Azaleen enthalten Grayanotoxine. Schon das Kauen an wenigen Blättern kann Erbrechen, Durchfall, Speichelfluss und in schweren Fällen Herz-Kreislauf-Probleme verursachen.

Tulpen sind vor allem in der Zwiebel giftig. Tulipanin und Tuliposide reizen die Schleimhäute und verursachen Erbrechen, Durchfall und Apathie. Katzen, die in Beeten buddeln, sind besonders gefährdet.

Narzissen enthalten das Alkaloid Lycorin, konzentriert in der Zwiebel. Symptome sind starkes Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen. Auch das Wasser, in dem Narzissen standen, ist giftig.

Vergiftungssymptome erkennen

Je nach Pflanze und aufgenommener Menge variieren die Symptome. Folgende Anzeichen deuten auf eine Pflanzenvergiftung hin:

  • Übermäßiges Speicheln und Schaumbildung vor dem Maul
  • Erbrechen, oft wiederholt und innerhalb kurzer Zeit
  • Durchfall, unter Umständen blutig
  • Krämpfe und Muskelzuckungen
  • Apathie und Lethargie: Die Katze zieht sich zurück, reagiert kaum auf Ansprache, frisst nicht mehr

Bei Pflanzen mit Calciumoxalaten (Dieffenbachie, Einblatt, Philodendron) treten die Symptome sofort auf: Schwellung im Maul, starkes Speicheln, Würgen. Bei Lilien hingegen können die ersten Anzeichen mild wirken, während im Hintergrund die Nieren geschädigt werden. Genau das macht Lilienvergiftungen so tückisch.

Wenn du siehst, dass deine Katze an einer giftigen Pflanze geknabbert hat, warte nicht ab, ob sich Symptome zeigen. Handle sofort.

Erste Hilfe bei Pflanzenvergiftung

Sofort zum Tierarzt

Bei Verdacht auf eine Pflanzenvergiftung gilt: Sofort den Tierarzt oder die nächste Tierklinik kontaktieren. Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser die Prognose. Bei Lilien zählt buchstäblich jede Stunde.

Pflanze mitnehmen

Nimm einen Teil der Pflanze oder ein Foto mit zum Tierarzt. Das erleichtert die Identifikation und damit die gezielte Behandlung. Wenn deine Katze erbrochen hat, nimm eine Probe des Erbrochenen mit.

Was du nicht tun solltest

Löse kein Erbrechen aus. Manche Pflanzengifte (besonders Calciumoxalate) richten beim Erbrechen erneut Schäden in Speiseröhre und Maul an. Ob Erbrechen sinnvoll ist, entscheidet der Tierarzt. Gib auch keine Milch oder Hausmittel. Die Giftzentrale Bonn (0228 19240) kann dir telefonisch eine erste Einschätzung geben.

Ungiftige Alternativen

Du musst nicht auf Pflanzen verzichten, nur weil du eine Katze hast. Es gibt genug ungiftige Arten, die sich gut als Zimmerpflanzen eignen.

Katzengras (Weizen, Gerste, Hafer) ist die klassische Alternative. Es befriedigt den natürlichen Kaudrang und hilft beim Auswürgen von Haarballen. Stell immer eine frische Schale bereit, dann lässt deine Katze andere Pflanzen eher in Ruhe.

Grünlilie (Chlorophytum comosum) ist ungiftig und robust. Die herabhängenden Triebe sind für Katzen zwar verlockend zum Spielen, aber selbst wenn sie hineinbeißen, passiert nichts.

Zyperngras (Cyperus) wird von vielen Katzen als Katzengras-Alternative akzeptiert. Achte darauf, dass die Halme nicht zu scharfkantig sind, weil sich Katzen daran die Schleimhäute verletzen können.

Baldrian (Valeriana) wirkt auf viele Katzen ähnlich euphorisierend wie Katzenminze. Die Pflanze ist ungiftig und kann im Garten oder als Topfpflanze gehalten werden.

Katzenminze (Nepeta cataria) ist der Klassiker unter den katzenfreundlichen Pflanzen. Sie ist ungiftig, und etwa zwei Drittel aller Katzen reagieren auf den Duftstoff Nepetalacton mit Rollen, Reiben und Spielfreude.

Weitere sichere Optionen sind Korbmarante (Calathea), Zwergbanane (Musa), Hibiskus und Pantoffelblume (Calceolaria). Prüfe bei jeder neuen Pflanze vor dem Kauf, ob sie für Katzen unbedenklich ist.

FAQ

Sind alle Lilien-Arten giftig für Katzen?

Nicht alle Pflanzen mit "Lilie" im Namen sind gleich gefährlich. Die tödliche Gefahr geht vor allem von Echten Lilien (Lilium) und Taglilien (Hemerocallis) aus. Friedenslilien (Einblatt/Spathiphyllum) enthalten Calciumoxalate und verursachen Schleimhautreizungen, sind aber in der Regel nicht tödlich. Zur Sicherheit solltest du auf alle Pflanzen mit dem Wort "Lilie" im Namen verzichten.

Kann ich giftige Pflanzen außer Reichweite stellen?

Theoretisch ja, praktisch nein. Katzen sind exzellente Kletterer und erreichen so gut wie jedes Regal, jede Fensterbank und jedes Hängeregal. Eine giftige Pflanze auf den Schrank zu stellen, bietet keinen zuverlässigen Schutz. Die sicherste Lösung ist, giftige Pflanzen komplett aus dem Haushalt zu entfernen.

Woran erkenne ich, ob meine Katze eine Pflanze gefressen hat?

Achte auf abgeknabberte Blätter, Bissspuren oder herumliegende Pflanzenteile. Erde auf dem Boden kann darauf hindeuten, dass deine Katze im Topf gebuddelt hat. Zeigt deine Katze plötzlich Symptome wie Speicheln, Erbrechen oder Apathie und du findest beschädigte Pflanzen, besteht Vergiftungsverdacht. Bring die Katze und die Pflanze zum Tierarzt.

Schützt Katzengras vor dem Anknabbern anderer Pflanzen?

Katzengras reduziert das Risiko, weil es den natürlichen Kaudrang befriedigt. Eine Garantie ist es aber nicht. Manche Katzen bevorzugen bestimmte Pflanzenarten oder knabbern aus Langeweile an allem, was grün ist. Katzengras ist eine wichtige Maßnahme, ersetzt aber nicht das Entfernen giftiger Pflanzen aus der Wohnung.

Nächster Schritt

Das richtige Futter kann Beschwerden lindern

Gerade bei Gesundheitsproblemen lohnt ein Blick auf die Ernährung. Unser Futter-Finder hilft dir, die passende Wahl zu treffen.