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RagaMuffin: Die sanfte Teddybär-Katze

Die RagaMuffin ist groß, sanft und verschmust. Erfahre alles über Charakter, Haltung und den Unterschied zur Ragdoll.

RagaMuffin: Die sanfte Teddybär-Katze

Die RagaMuffin ist eine der größten und sanftmütigsten Katzenrassen überhaupt. Mit ihrem dichten, seidigen Fell, den runden Augen und dem massiven Körperbau erinnert sie an einen lebenden Teddybären. Wer eine Katze sucht, die am liebsten den ganzen Tag auf dem Schoß liegt und sich mit Kindern, Hunden und anderen Katzen versteht, findet in der RagaMuffin eine ideale Begleiterin.

Steckbrief

MerkmalDetails
Gewicht5-7 kg (Katze), 7-9 kg (Kater)
GrößeGroß, kräftiger Körperbau
FellLang bis halblang, seidig, dichte Unterwolle
FarbenAlle Farben und Muster erlaubt
AugenAlle Farben möglich (grün, gold, blau, odd-eyed)
Lebenserwartung12-16 Jahre
HerkunftUSA, 1990er-Jahre
AnerkennungCFA, ACFA, TICA (als eigene Rasse seit 2003)
CharakterSanft, anhänglich, geduldig, verschmust
HaltungWohnungskatze, braucht Gesellschaft

Herkunft: Aus der Ragdoll-Zucht entstanden

Die Geschichte der RagaMuffin beginnt mit Ann Baker, der Begründerin der Ragdoll-Zucht in Riverside, Kalifornien. Baker hielt in den 1960er-Jahren strenge Patente auf den Ragdoll-Namen und kontrollierte die Zucht über ein eigenes Franchise-System. Einige Züchter empfanden diese Einschränkungen als zu restriktiv und spalteten sich Anfang der 1990er-Jahre von Bakers Organisation ab.

Diese Gruppe wollte die ursprünglichen Zuchtlinien weiterentwickeln, durfte aber den Namen "Ragdoll" nicht mehr verwenden. So entstand 1994 die Bezeichnung "RagaMuffin". Die neuen Züchter kreuzten Perser, Himalayans und weitere Langhaarkatzen ein, um den Genpool zu erweitern und gesundheitlich stabilere Tiere zu züchten. Die CFA erkannte die RagaMuffin 2003 offiziell als eigenständige Rasse an.

Aussehen: Massiv, rund und plüschig

RagaMuffin-Kater bringen 7 bis 9 kg auf die Waage, Katzen liegen bei 5 bis 7 kg. Der Körperbau ist breit und muskulös, mit einem langen, buschigen Schwanz. Bis zur vollen Größe dauert es bei dieser Rasse vier bis fünf Jahre.

Das Fell ist eines der auffälligsten Merkmale. Es fühlt sich seidig an, fast wie Kaninchenfell, und steht leicht vom Körper ab. Trotz der Länge neigt es weniger zur Verfilzung als das Fell vieler anderer Langhaarkatzen. Die Halskrause ist bei ausgewachsenen Tieren deutlich sichtbar und verstärkt den Teddybär-Eindruck.

Ein markantes Detail sind die sogenannten "walrossartigen Wangen": Die RagaMuffin hat ein breites, rundes Gesicht mit vollen Wangenpolstern, die dem Kopf eine weiche, fast kindliche Form geben. Die Augen sind groß, rund und walnussförmig.

Der größte optische Unterschied zur Ragdoll: Bei der RagaMuffin sind alle Farben und Muster erlaubt. Schwarz, Rot, Schildpatt, Tabby, Smoke, Bicolor, einfarbig. Die Ragdoll ist auf Pointed-Muster beschränkt. Auch bei den Augenfarben gibt es keine Einschränkung. Ragdolls haben immer blaue Augen, RagaMuffins können grüne, goldene, blaue oder sogar verschiedenfarbige Augen haben.

Charakter: Der lebende Therapiehund unter den Katzen

Die RagaMuffin gehört zu den gutmütigsten Katzenrassen, die es gibt. Ihr Temperament liegt irgendwo zwischen entspannter Hauskatze und gelassenem Golden Retriever. Sie folgt ihrem Lieblingsmenschen von Raum zu Raum, wartet geduldig vor geschlossenen Türen und begrüßt ihn an der Wohnungstür.

Aggression ist dieser Rasse praktisch fremd. RagaMuffins kratzen selten, fauchen kaum und reagieren selbst auf Stress eher mit Rückzug als mit Gegenwehr. Diese Eigenschaft macht sie zu hervorragenden Familienkatzen, gerade für Haushalte mit Kindern. Kleine Kinder, die noch lernen, vorsichtig mit Tieren umzugehen, erleben mit einer RagaMuffin eine geduldige Lehrerin. Trotzdem solltest du natürlich darauf achten, dass die Katze sich jederzeit zurückziehen kann.

Im Spiel zeigt die RagaMuffin sich interessiert, aber nicht überdreht. Sie jagt gern Federspielzeug, apportiert manchmal sogar und lernt einfache Tricks. Intelligenzspielzeug kommt gut an. Den Großteil des Tages verbringt sie aber am liebsten in der Nähe ihrer Menschen: auf dem Sofa, auf dem Schoß, neben dem Schreibtisch.

Haltung: Wohnungskatze mit Gesellschaftsbedarf

Ungesicherter Freigang ist für RagaMuffins nicht geeignet. Ihr extrem freundliches Wesen macht sie draußen verletzlich. Sie gehen auf Fremde zu, wehren sich kaum gegen andere Katzen und unterschätzen Gefahren. Ein gesicherter Balkon oder ein eingezäunter Garten sind gute Alternativen.

Allein solltest du eine RagaMuffin nicht halten. Die Rasse braucht Gesellschaft, sei es durch einen Menschen, der den Großteil des Tages zu Hause ist, oder durch eine Zweitkatze. Einzeln gehaltene RagaMuffins, die viele Stunden allein verbringen, entwickeln häufig Verhaltensauffälligkeiten wie übermäßiges Miauen oder Apathie.

Als Zweitkatze eignen sich ruhige Rassen: eine zweite RagaMuffin, eine Ragdoll, eine Maine Coon oder eine Britisch Kurzhaar. Der Kratzbaum sollte stabil und mit breiten Liegeflächen ausgestattet sein. Bei einem 8-kg-Kater kippt ein günstiger Kratzbaum schnell um.

Pflege: Weniger Aufwand als gedacht

Trotz des langen Fells ist die RagaMuffin vergleichsweise pflegeleicht. Die seidige Fellstruktur verfilzt seltener als bei Persern oder Norwegischen Waldkatzen, weil die einzelnen Haare weniger ineinander verhaken. Zwei- bis dreimal pro Woche bürsten genügt im Normalfall.

Während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst steigt der Aufwand. Dann ist tägliches Bürsten sinnvoll, um lose Haare zu entfernen und die Bildung von Haarballen zu reduzieren. Die Augen, Ohren und Zähne solltest du wie bei jeder Katze regelmäßig kontrollieren. Eingetrockneter Tränenfluss lässt sich mit einem feuchten Tuch entfernen, die Ohren bei Bedarf mit einem speziellen Ohrreiniger säubern.

Gesundheit: Robuster als die Ragdoll, aber nicht ohne Risiko

Die gezielte Erweiterung des Genpools hat der RagaMuffin im Vergleich zur Ragdoll eine breitere genetische Basis gegeben. Trotzdem gibt es rassetypische Gesundheitsrisiken.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)

Wie bei vielen großen Katzenrassen tritt HCM auch bei RagaMuffins auf. Das Herz verdickt sich, die Pumpfunktion lässt nach. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere per Herzultraschall und Gentest untersuchen. Frag beim Kauf immer nach den Ergebnissen.

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

PKD kommt bei der RagaMuffin seltener vor als bei Perserkatzen, ist aber durch die Einkreuzung von Persern im Genpool vorhanden. Zysten bilden sich in den Nieren und beeinträchtigen langfristig die Nierenfunktion. Auch hier helfen Gentests und Ultraschalluntersuchungen bei der Früherkennung.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12 bis 16 Jahren. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, hochwertiges Futter und ein stressarmes Umfeld tragen dazu bei, dass deine RagaMuffin das obere Ende dieser Spanne erreicht.

RagaMuffin vs. Ragdoll: Die wichtigsten Unterschiede

Beide Rassen teilen gemeinsame Vorfahren und wirken auf den ersten Blick ähnlich. Im Detail gibt es aber klare Unterschiede.

MerkmalRagaMuffinRagdoll
FarbenAlle Farben und MusterNur Pointed (Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream)
AugenfarbeAlle Farben möglichImmer blau
GesichtBreiter, rundere WangenKeilförmiger, weniger rund
KörperbauEtwas kompakter, breiterEtwas länglicher
FellSeidig, steht leicht abSeidig, liegt flacher an
GenpoolBreiter (Perser, Himalayan eingekreuzt)Enger

Im Charakter sind die Unterschiede gering. Beide Rassen sind extrem sanft, menschenbezogen und gut für Familien geeignet. Die RagaMuffin gilt bei manchen Haltern als noch etwas anhänglicher, aber das ist individuell verschieden.

Für wen ist die RagaMuffin geeignet?

Die RagaMuffin passt zu dir, wenn du eine ruhige, verschmuste Katze suchst, die gern in deiner Nähe ist. Familien mit Kindern profitieren von der Geduld und Sanftmut dieser Rasse. Auch ältere Menschen und Erstkatzenhalter kommen mit der RagaMuffin gut zurecht, weil sie unkompliziert im Umgang ist.

Weniger geeignet ist die Rasse, wenn du eine unabhängige, eigenständige Katze willst oder den ganzen Tag außer Haus bist, ohne eine Zweitkatze zu halten. Auch wer eine aktive, sportliche Katze sucht, wird mit einer RagaMuffin nicht glücklich. Für Abenteuer im Garten gibt es bessere Rassen.

Häufige Fragen zur RagaMuffin

Ist die RagaMuffin eine gute Anfängerkatze?

Ja. Durch ihre Gelassenheit und Anpassungsfähigkeit eignet sich die RagaMuffin auch für Menschen ohne Katzenerfahrung. Wichtig ist nur, dass du genug Zeit für die Katze mitbringst und idealerweise eine Zweitkatze als Gesellschaft hältst.

Wie unterscheidet sich die RagaMuffin von der Ragdoll?

Die auffälligsten Unterschiede: RagaMuffins gibt es in allen Farben und Mustern, Ragdolls nur in Pointed. RagaMuffins können jede Augenfarbe haben, Ragdolls haben immer blaue Augen. Das Gesicht der RagaMuffin ist runder und voller.

Haaren RagaMuffins stark?

Moderat. Das seidige Fell verfilzt selten, haart aber vor allem während des Fellwechsels spürbar. Regelmäßiges Bürsten (zwei- bis dreimal pro Woche) hält die Haarmenge in der Wohnung in Grenzen.

Können RagaMuffins mit Hunden zusammenleben?

In den meisten Fällen ja. Die Rasse ist so gelassen, dass sie katzenfreundliche Hunde in der Regel problemlos akzeptiert. Eine langsame Zusammenführung ist trotzdem wichtig, damit beide Tiere sich in Ruhe aneinander gewöhnen können.

Nächster Schritt

Rassengerechte Ernährung für deine Katze

Manche Rassen haben besondere Ernährungsbedürfnisse. Unser Futter-Finder berücksichtigt das.