Zum Inhalt springen
·Zuletzt aktualisiert:

Giftige Lebensmittel für Katzen: Was deine Katze nicht fressen darf

Schokolade, Zwiebeln, Trauben: Viele Lebensmittel, die für uns harmlos sind, können für Katzen giftig sein. Eine Übersicht der gefährlichsten Lebensmittel.

Lebensmittel die für Katzen giftig sind

Ein Stückchen Schokolade vom Tisch, ein Rest Zwiebelsoße am Teller, eine vergessene Rosine auf dem Küchenboden. Was für dich harmlos ist, kann für deine Katze lebensbedrohlich sein. Katzen wiegen im Schnitt 4 bis 5 Kilogramm. Selbst winzige Mengen bestimmter Lebensmittel reichen aus, um schwere Vergiftungen auszulösen.

Die gute Nachricht: Wenn du weißt, welche Lebensmittel gefährlich sind, kannst du das Risiko auf praktisch null senken. Hier eine Übersicht, sortiert nach Gefährlichkeit.

Hochgefährlich: Diese Lebensmittel können tödlich sein

Zwiebeln und Knoblauch

Zwiebeln sind das gefährlichste Alltagslebensmittel für Katzen. Sie enthalten Thiosulfat, das die roten Blutkörperchen zerstört. Die Folge ist eine hämolytische Anämie: Die Katze wird schwach, die Schleimhäute verfärben sich blass, der Urin wird dunkel. Schon 5 Gramm Zwiebel pro Kilogramm Körpergewicht gelten als toxische Dosis. Bei einer 4-Kilo-Katze sind das 20 Gramm, also weniger als eine halbe Zwiebel.

Knoblauch, Lauch, Schnittlauch und Schalotten gehören zur selben Familie und wirken genauso. Knoblauch ist sogar drei- bis fünfmal so konzentriert wie Zwiebel. Das Tückische: Die Symptome treten oft erst nach zwei bis drei Tagen auf. Bis dahin hat die Katze die Zwiebel längst verdaut und du bringst die Symptome nicht mehr damit in Verbindung.

Auch gekochte Zwiebeln sind giftig. Zwiebelpulver in Fertiggerichten, Babynahrung oder Brühe ebenfalls.

Schokolade und Koffein

Schokolade enthält Theobromin, das Katzen nur sehr langsam abbauen können. Je dunkler die Schokolade, desto höher der Theobromin-Gehalt. Zartbitterschokolade und Kakaopulver sind am gefährlichsten, aber auch Milchschokolade kann bei Katzen Probleme verursachen.

Die Symptome beginnen mit Unruhe, Erbrechen und Durchfall. Bei höheren Dosen kommen Herzrasen, Muskelzittern und Krampfanfälle dazu. Bereits 20 Milligramm Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht können Symptome auslösen. Das entspricht bei einer durchschnittlichen Katze etwa einem halben Riegel Zartbitterschokolade.

Koffein wirkt ähnlich. Kaffee, schwarzer Tee, Energy-Drinks und Cola gehören nicht in Reichweite deiner Katze. Reste im Becher auf dem Couchtisch: bitte abräumen.

Weintrauben und Rosinen

Warum Trauben für Katzen (und Hunde) giftig sind, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutet wird Weinsäure als Auslöser, doch die genaue Substanz ist wissenschaftlich noch nicht abschließend identifiziert. Sicher ist: Schon wenige Trauben können akutes Nierenversagen auslösen.

Die Symptome beginnen mit Erbrechen und Appetitlosigkeit, gefolgt von vermindertem Urinabsatz. Rosinen sind durch die Trocknung sogar gefährlicher als frische Trauben, weil die Wirkstoffe konzentrierter vorliegen. Es gibt keine sichere Menge. Jede einzelne Traube ist ein Risiko.

Xylit (Birkenzucker)

Xylit steckt in zuckerfreien Kaugummis, manchen Zahnpasten, Diabetiker-Produkten und vielen "zuckerfreien" Süßigkeiten. Bei Katzen löst Xylit einen starken Insulinausstoß aus. Der Blutzucker stürzt ab, was zu Schwäche, Koordinationsstörungen, Krampfanfällen und Leberversagen führen kann.

Schon 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht sind problematisch. Ein einzelner zuckerfreier Kaugummi kann reichen.

Alkohol

Katzen vertragen keinen Alkohol. Ihr Körper kann Ethanol kaum verstoffwechseln. Schon ein Teelöffel Spirituosen kann bei einer kleinen Katze zu Vergiftungssymptomen führen: Erbrechen, Durchfall, Atemnot, Koma. Bier und Wein sind weniger konzentriert, aber genauso tabu.

Vorsicht auch bei fermentierten Lebensmitteln und rohem Hefeteig. Hefeteig gärt im warmen Magen weiter und produziert dabei Alkohol und Gase. Beides ist gefährlich.

Rohes Schweinefleisch

Was viele Katzenhalter nicht wissen: Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus enthalten. Für Menschen ist das Virus harmlos, für Katzen verläuft eine Infektion immer tödlich. Es gibt keine Behandlung und keine Impfung.

In Deutschland gilt die Schweinepest offiziell als ausgerottet, doch das Risiko durch Wildschweine besteht weiter. Schweinefleisch daher immer durchgaren (mindestens 70 Grad Kerntemperatur). Auch Wildschwein und Schweineleber nur gegart füttern.

Mäßig gefährlich: Besser vermeiden

Milch und Milchprodukte

Die Vorstellung, Katzen würden gern Milch trinken, hält sich hartnäckig. Tatsächlich sind die meisten erwachsenen Katzen laktoseintolerant. Ihnen fehlt das Enzym Laktase, das Milchzucker spaltet. Die Folge: Blähungen, Bauchkrämpfe, Durchfall.

Kleine Mengen laktosefreier Milch oder Naturjoghurt vertragen viele Katzen problemlos. Spezielle Katzenmilch aus dem Zoohandel ist ebenfalls eine Option, aber kein Ersatz für Wasser.

Rohe Eier

Rohes Eiweiß enthält Avidin, ein Protein, das die Aufnahme von Biotin (Vitamin B7) blockiert. Ein rohes Ei ab und zu wird keine Katze umbringen, aber regelmäßiger Verzehr kann zu stumpfem Fell, Hautproblemen und Muskelschwäche führen. Gekochte Eier sind hingegen unbedenklich und sogar eine gute Proteinquelle.

Bei rohen Eiern kommt die Salmonellengefahr hinzu, die sowohl Katze als auch Mensch betrifft.

Avocado

Avocados enthalten Persin, besonders in Schale, Kern und Blättern. Das Fruchtfleisch enthält deutlich weniger Persin, kann aber Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Der hohe Fettgehalt belastet die Katzenleber. Kein Grund zur Panik, wenn deine Katze mal ein winziges Stück erwischt, aber besser nicht zur Gewohnheit werden lassen.

Macadamia-Nüsse

Bei Hunden sind Macadamia-Vergiftungen gut dokumentiert: Schwäche, Erbrechen, Zittern, Fieber. Bei Katzen ist die Datenlage dünner, aber Tierärzte raten klar davon ab. Nüsse generell sind wegen ihres hohen Fettgehalts für Katzen nicht geeignet. Die Katze braucht tierisches Protein, keine pflanzlichen Fette.

Menschliche Lebensmittel, die Katzen in kleinen Mengen fressen dürfen

Nicht alles, was auf deinem Teller liegt, ist verboten. Einige Lebensmittel eignen sich als gelegentlicher Snack.

Gekochtes Hühnchen, Pute oder Rind (ohne Gewürze und Knochen) ist der beste Katzen-Snack überhaupt. Reines Muskelfleisch, kurz gekocht oder gedünstet. Die meisten Katzen reagieren darauf begeisterter als auf jedes Leckerli aus der Tüte.

Gekochter Fisch wie Lachs oder Kabeljau liefert Omega-3-Fettsäuren und schmeckt fast jeder Katze. Nicht roh füttern (Thiaminase zerstört Vitamin B1) und keine Gräten mitgeben.

Einige Gemüsesorten vertragen Katzen in kleinen Mengen: gedünstete Karotten, Zucchini oder Kürbis. Das sind gute Ballaststoff-Lieferanten, wenn deine Katze Verdauungsprobleme hat. Rohes Gemüse ist schwer verdaulich und wird von den meisten Katzen ohnehin ignoriert.

Gekochte Eier (ohne Salz) liefern hochwertiges Protein und Biotin. Ein halbes Ei pro Woche ist ein vernünftiges Maß.

Was du vermeiden solltest, auch wenn es nicht direkt giftig ist: stark gewürztes Essen, salzige Snacks, fettige Wurstwaren und Süßigkeiten jeder Art.

Was tun, wenn deine Katze etwas Giftiges gefressen hat?

Wenn du siehst oder vermutest, dass deine Katze ein giftiges Lebensmittel gefressen hat, zählt jede Minute.

Sofort den Tierarzt oder die Tierklinik anrufen. Beschreib, was die Katze gefressen hat, in welcher Menge und wann. Der Tierarzt kann anhand dieser Informationen einschätzen, ob eine sofortige Behandlung nötig ist oder ob Beobachten reicht.

Kein Erbrechen auslösen. Im Internet findest du Tipps mit Salzwasser oder Wasserstoffperoxid. Tu das nicht. Beide Mittel können die Situation verschlimmern. Salzwasser kann eine Salzvergiftung verursachen, Wasserstoffperoxid die Speiseröhre verätzen. Erbrechen einzuleiten ist eine tierärztliche Maßnahme und gehört in professionelle Hände.

Reste sichern. Wenn du weißt, was die Katze gefressen hat, bring die Verpackung oder Reste mit zum Tierarzt. Bei Pflanzen hilft ein Foto.

Symptome beobachten. Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Zittern, Apathie, torkelnder Gang oder erweiterte Pupillen sind Warnsignale. Auch wenn die Katze anfangs fit wirkt: Manche Giftstoffe (besonders Zwiebeln und Trauben) wirken erst nach Stunden oder Tagen.

Die Giftnotruf-Nummern für Tiere findest du bei deiner zuständigen Tierärztekammer. Speicher dir die Nummer deines Tierarzt-Notdienstes ins Handy, bevor du sie brauchst.

Prävention ist der beste Schutz

Die meisten Vergiftungen passieren nicht, weil jemand seiner Katze absichtlich Schokolade gibt. Sie passieren, weil Lebensmittel offen herumliegen. Teller mit Essensresten auf dem Couchtisch, ein offener Mülleimer, die Rosinen-Tüte auf der Küchentheke.

Gewöhn dir an, Essensreste sofort abzuräumen und den Mülleimer mit einem Deckel zu verschließen. Wenn du kochst, lass deine Katze nicht unbeaufsichtigt auf der Arbeitsfläche. Und bei Besuch, der das vielleicht nicht weiß: kurz Bescheid sagen, dass die Katze nichts vom Tisch bekommen darf.

So simpel das klingt, so wirksam ist es. In zehn Jahren Katzenhaltung hatte ich keinen einzigen Vergiftungsfall, weil ich diese drei Regeln einhalte: Essen wegräumen, Mülleimer zu, Gäste informieren.

Häufige Fragen

Welche Lebensmittel sind für Katzen am gefährlichsten?

Besonders toxisch sind Zwiebeln und Knoblauch (alle Formen, auch getrocknet), Trauben und Rosinen, Schokolade und Kakao, Alkohol und koffeinhaltige Getränke sowie Xylitol (Birkensirup). Schon kleine Mengen können bei Katzen schwere Vergiftungen verursachen.

Was tue ich, wenn meine Katze etwas Giftiges gefressen hat?

Sofort Tierarzt oder Tiergiftzentrale (Deutschland: 0800 225 225 23) anrufen. Nicht selbst erbrechen auslösen ohne Anweisung. Wasser anbieten. Den Namen des gefressenen Stoffs und die Menge bereithalten. Zeit ist entscheidend – je früher die Behandlung, desto besser.

Ist Milch für Katzen giftig?

Nicht giftig, aber problematisch. Die meisten Katzen sind laktoseintolerant und bekommen von Milch Durchfall. Kleine Mengen führen selten zu ernsten Problemen, aber Milch hat keinen ernährungsphysiologischen Mehrwert für Katzen und kann zu Verdauungsstörungen führen.

Sind Zimmerpflanzen eine Gefahr für Katzen?

Viele Zimmerpflanzen sind toxisch: Lilien (extrem giftig für Nieren), Dieffenbachie, Philodendron, Efeu, Weihnachtsstern. Eine vollständige Liste gibt es bei der ASPCA. Wenn du eine Katze hast, informiere dich vor dem Kauf einer Pflanze über deren Verträglichkeit.

Nächster Schritt

Ernährung ist die Basis für ein gesundes Leben

Neben der richtigen Haltung braucht deine Katze artgerechtes Futter. Unser Futter-Finder zeigt dir die beste Option.